Aktuelle Situation

 

 

Witterungsbedingungen

Die Monate Januar und Februar waren mit einer Durchschnittstemperatur von 0,6°C (Jan.) und 0,7°C (Feb.) deutlich kälter als im langjährigen Durchschnitt (0,9 und 2,1°C). Die Tiefsttemperatur lag bei -22,5° C. Eine geschlossene Schneedecke verhinderte jedoch ein großflächiges Auswintern in den Kulturen. Allerdings ist vereinzelt Schneeschimmel festzustellen, auch begünstigt durch teilweise sehr üppige Herbstbestände. Vor Allem in gelben Gerstenbeständen ist deshalb noch kein Grund zur Panik angebracht. Die Höchsttemperatur wurde nur einige Tage nach der Kälteperiode mit 20,1° C gemessen. Sicherlich ist hier ein krasser Temperaturumschwung eingetreten. Die Vegetation war sofort oberirdisch startbereit. Doch durch das Temperaturgefälle zwischen Tag und Nacht, die Tageslänge und auch die kalten Bodentemperaturen (begünstigt durch kaltes Schmelzwasser, 0,5-3,8 ° C) wurde der Vegetationsstart gebremst. Das langsame Schmelzen des Schnees und der darunter nichtgefrorene Boden sorgten dafür, dass das Wasser zu einem Großteil in den Boden filtrieren konnte. Bei einer Erwärmung der Boden- und Lufttemperatur sind die Bedingungen zum Vegetationsstart ideal (ab einer Bodentemperatur von 4° C beginnen die Umsetzungsprozesse im Boden zunehmend).

Startdüngung

Die Düngung zu Vegetationsstart ist vor Allem im Raps weites gehend abgeschlossen. Je nach Befahrbarkeit ist eine Startgabe zu Getreide auch schon geschehen. Vor dem Hintergrund der Frühjahrestrockenheit sollte sich die 1. Gabe im Bereich von 40-60 kg N/ha bewegen (je nach Standort und Ertragsziel).

Schwefel

Schwefel wird, wie Nitrat, mit den Winterniederschlägen sehr leicht ausgewaschen. Deshalb sollte die Schwefeldüngung zu Raps, Weizen und Gerste möglichst mit der 1. N-Gabe, spätestens jedoch bis zum 1-Knotenstadium erfolgen. Dadurch wird S-Mangel besonders in jener Zeit vermieden, in der die S-Freisetzung im Boden noch gering ist. Dies führt zu einer effizienteren Ausnutzung des Stickstoffes. Das richtige Verhältnis von Stickstoff zu Schwefel sollte in den Pflanzen bei etwa 10-15 : 1 liegen. Eine zusätzliche N-Gabe kann deshalb den Schwefelmangel verstärken, wenn das Aufhellen der jüngeren Blätter als N-Mangel interpretiert wird!

Gerste: 15-20 kg S/ha

Weizen: 20-25 kg S/ha

Raps: 1 kg S/dt Ertrag

Frühjahresbestellung

„Im Märzen der Bauer…“

Die Frühjahresaussaat hat bereits auf einigen Standorten begonnen. Allerdings sind die Bodentemperaturen nicht überall ausreichendwarm genug bzw. die Flächen bearbeitbar. Je nach Höhenlage und Bodenart ergeben sich unterschiedliche Aussaatzeitpunkte. Auf Flächen mit Zwischenfrüchten sollte die N-Aufnahme dieser unbedingt berücksichtigt werden. Eine Startdüngung zur oder kurz nach der Saat von 40-60 kg N/ha ist (abgesehen von Leguminosen) ratsam. Durch die hohen Gesamtstickstoffgehalte in unseren Ackerböden wird bei Erwärmung des Bodens wieder rasch N freigesetzt, sodass eine Startgabe in vielen Fällen ausreichend ist. Im Folgenden werden kurz die wichtigsten Anbauhinweise vorgestellt:


Sommergerste

  • Selbstverträglich
  • Aussaattiefe: 2-4 cm (zu tief= zu viel Energie wird für das Wachstum nach oben verwendet, darunter leiden die Wurzeln)
  • Reihenabstand: 9-13 cm
  • Keimtemperatur: 2-4°C
  • Aussaatstärke: 280-400 Körner/m² (Höher=Lagergefahr)
  • Nach Aussaat: Walzen fördert den Aufgang
  • pH-Wert sollte nicht zu niedrig sein (optimal 6,5-7,0), da ansonsten Ertragseinbußen drohen
  • Aussaat: Ende Februar bis Ende März
  • Starke Stickstoffnachlieferung hat einen negativen Effekt auf den Proteingehalt bei Braugerste (daher nicht nach Leguminosen anbauen
  • Startgabe zur Aussaat
  • Aufgrund Fusarienrisiko sollten die Erntereste der Getreidevorfrucht gut eingearbeitet werden
  • Schlecht: Böden mit Staunässe, Hafer als VF (Haferzystenälchens), org. Dünger bei Braugerste wegen N-Nachlieferung durch verzögerte N-Freisetzung
  • Striegeln und Eggen zur Unkrautunterdrückung, Hackfrüchte, Mais, Winterweizen
  • Bodenverdichtung: Wuchsdepression + Gelbfärbung
  • Ertragsdurchschnitt: 65 dt/ha (LSV)

Sommerhafer

  • Aussaatstärke: 300-350 Kö/m² (Spätsaaten höher)
  • Saattiefe: 3-4 cm
  • Reihenabstand: 10-15 cm
  • pH: 6,3-7,0
  • Aussaat ab Ende Februar
  • Flache Saatbettbereitung vor der Aussaat
  • Hafer ist sehr robust, i. d. R. keine Fungizidanwendung nötig
  • Kann gut Nährstoffe aus dem Bodenvorrat aufnehmen
  • Bei optimaler Nährstoffversorgung äußerst konkurrenzstark
  • Standorte mit guter Wasserversorgung
  • Ertragsdurchschnitt: 65 dt/ha (LSV)
  • Mag keine schweren Böden (optimal: Lehmböden)
  • Walzen begünstigt den Feldaufgang
  • Reagiert empfindlich auf Mn- und Cu-Mangel
  • Tonhaltige Böden: Gefahr Mn-Mangel (Dörrfleckenkrankheit)

Sommerweizen

  • Saattiefe: 2-4 cm
  • Reihenabstand: 9-13 cm
  • Saatstärke: 280-450 Kö/m² (Frost- und Spätsaat höher)
  • pH-Wert: >6,3
  • Keimtemperatur: 1°C
  • Aussaat: ab Ende Januar (Frosttolerante Sorten), Vegetationsbeginn (frostempfindliche Sorten)
  • Möglichst früh sähen, um Vegetationszeit optimal nutzen zu können
  • Kein Anbau nach Getreide (außer Hafer und evtl. Roggen) wegen Fruchtfolgekrankheiten
  • Boden sollte vor der Aussaat gut abgetrocknet sein
  • Flache Bodenbearbeitung bis Aussaattiefe, ggf. Rückverfestigung nach unten
  • Verhaltene Düngung (max. 50 kg N/ha), um zu hohe Bestandesdichten und ertragsarme Nebentriebe zu vermeiden
  • Zum Ende der Bestockung muss ausreichend N zur Verfügung stehen
  • Geringe Kraft gegenüber Unkraut
  • Optimaler Boden: tiefgründig, nährstoffreich (höhere Ansprüche als Hafer und SG)
  • Gröberes Saatbett als bei Sommergerste möglich
  • Reagiert empfindlich auf Wasserstress/Stauwasser
  • Ertragsdurchschnitt: 75 dt/ha (LSV)

Sommerackerbohne

  • Aussaattiefe: 5-8 cm (nicht zu flach wegen Vögeln)
  • Reihenabstand: 13-14 cm (Getreideabstand)
  • Aussaatstärke: 45-50 Kö/m²
  • pH-Wert: 6-7
  • Aussaat ab Ende Februar bis Mitte April
  • Kein Anbau nach Leguminosen
  • Körnerleguminosen in der DBE (Frühjahr) mit einer N-Nachlieferung von 10 kg N/ha berücksichtigen
  • Anrechnung [kg N/dt Ertrag]: 5,0 (Symbiontische N-Fixierung)
  • Optimal: Tiefgründige Standorte (mittelschwere und schwere Böden)
  • Nicht selbstverträglich (5-6 Jahre Anbaupause)
  • Empfindlich ggü. Staunässe
  • Aussaat: Drill-, Einzelkorn-, Mulchsaat (Boden bei Aussaat gut lockern)
  • Keine Saatgutimpfung erforderlich
  • N-Düngebedarf: i. d. R. keinen
  • S-Düngebedarf: 20-30 kg/ha
  • Vorlauf: chem. Unkrautbekämpfung

Sommerkörnererbse

  • Aussaat: Anfang bis Mitte März
  • Aussaattiefe 4-8 cm (ausreichende Ablagetiefe wegen Tauben wählen)
  • Reihenabstand: 13-14 cm (Getreideabstand)
  • Aussaatstärke 70-80 Kö/m²
  • Keimtemperatur: 1-6°C
  • Körnerleguminosen in der DBE (Frühjahr) mit einer N-Nachlieferung von 10 kg N/ha berücksichtigen
  • Anrechnung [kg N/dt Ertrag]: 4,4 (Symbiontische N-Fixierung)
  • Bei Dauerregen in späten BBCH-Stadien Lagergefahr
  • Standort: Auch leichte Böden und trockener als bei AB
  • Keine Saatgutimpfung erforderlich
  • N-Düngebedarf: i. d. R. keinen
  • S-Düngebedarf: 20-30 kg/ha
  • Hoher Mn- und Mo-Mangelgefahr --> Düngung nur auf Basis einer Pflanzenanalyse
  • Nicht selbstverträglich (5-6 Jahre Anbaupause)
  • Gefahren: Blattläuse und Erbsenwickler
  • Bei Lager vor der Ernte: Tief mähen (Gefahr auf steinigen Standorten von Schäden am Mähwerk)
  • Ist empfindlich ggü. Bodenverdichtung und Nässe --> Gefahr von Fußkrankheiten

 


Aktuelle Nmin-Werte AGLW Frühjahr 2021

 

Hauptfrucht

Vorfrucht

Mittelwert (kgN/ha)

Anzahl

Grünland

Grünland

18

3

Kartoffeln

Winterweizen

11

1

Sommerung

Silomais

Sommergerste

Triticale

Wintergerste

Winteroggen

Winterweizen


alle

59

12

32

33

37

41


37

1

1

3

3

1

6


15

Triticale

Silomais

Triticale


alle

43

15


24

1

2


3

Wintergerste

Triticale

Winterraps

Winterroggen

Winterweizen


alle

4

56

7

35


29

1

1

1

4


7

Winterraps

Wintergerste

Winterweizen


alle

14

20


18

1

3


4

Winterroggen

Winterweizen

15

2

Winterweizen

GPS

Silomais

Winterraps

Winterroggen

Winterweizen


alle

53

55

39

29

22


38

1

2

3

2

2


10