Aktuelle Situation




Aktuelles Oktober 2020

Maisernte 2020

Die diesjährigen Maisbestände waren stark standortgeprägt. Die Trockenheit im April bis Mitte/Ende Mai und die kalten Temperaturen setzten dem Mais vielerorts in der Jugendentwicklung arg zu. Das Wachstum wurde gebremst. Im Allgemeinen erholte sich der Mais jedoch gut. Die Niederschläge im Juni (im Schnitt 80 mm) ließen zunächst hoffen. Doch die schwierigen Startbedingungen und die erneute Trockenheit im Juli in Verbindung mit hohen Temperaturen (24 mm, langjähriges Mittel bei 87 mm) ließen die Wasservorräte in den Oberböden schnell schwinden. Dadurch wurde innerhalb einzelner Schläge jeder Bodenpunkt sichtbar.

Auf Grund dieser Umstände konnte die AGLW lediglich zwei aussagekräftige Maisversuche beernten:

Im Ringgau wurden auf dem Versuchsschlag mögliche Vorteile des Einsatzes von einem Mikromehrnährstoffdünger auf Ertrag und Energiegehalt untersucht. Der Schlag wurde langjährig organisch gedüngt und besitzt eine gute nutzbare Feldkapazität (ca. 170 mm). Die Vorfrucht war Triticale mit anschließender Zwischenfruchtaussaat (Senf). Die Zwischenfrucht konnte sich trotz zögerlichen Aufgangs gut etablieren und hat ca. 40-45 kg N/ha aufgenommen (2019). Zur Maisaussaat wurden lediglich 150 kg ASS als Unterfuß ausgebracht (Breitsaat, 9 Pfl./m²). Ein Teil des Schlages wurde dann im 8‑Blatt-Stadium (BBCH 17-31) mit dem Mikronährstoffdünger behandelt.

Tabelle 1: Ergebnisse des Maisversuchs im Ringgau

Variante

Ertrag (dt/ha) FM

Ertrag (dt/ha) TM

TS %

MJ / kg TM

mit Mikronährstoffen

474,8

170,5

35,9

6,5

ohne Mikronährstoffe

346,2

118,4

34,2

6,6

Der Boden wurde zu der Mikronährstoffvariante hin besser, was sich auch ertraglich niedergeschlagen hat. Optisch war jedoch kein Unterschied festzustellen, dennoch ist ein positiver Ertragseffekt dem Einsatz von Mikronährstoffen zuzuschreiben.

Der zweite Maisversuch stand in Eiterfeld. Der Boden besaß hier eine geringere nFk und somit ein niedrigeres Ertragsniveau im Vergleich zu der Versuchsfläche im Ringgau. Der Bestand zeigte sich dennoch homogen in seiner Entwicklung, sodass eine Auswertung stattfinden konnte. Hier wurde eine reine stickstoffbasierte Unterfußdüngung (KAS) mit einem Unterfußdünger verglichen, der N, P, Mg, S, B, Zn und Ca enthielt. 

Auch hier wurde in der Mehrnährstoffvariante ein deutlich höherer Ertrag erzielt. Ein zusätzlicher Vorteil war sicher auch, dass die Nährstoffe in der Kältephase pflanzenverfügbar im Wurzelraum vorhanden waren.

Tabelle 2: Ergebnisse des Maisversuchs in Eiterfeld

Variante

 

Ertrag (dt/ha) FM

Ertrag (dt/ha) TM

TS %

MJ / kg TM

 

KAS 100 kg/ha

354,6

135,1

38,1

6,62

UF 100 kg/ha

348,6

133,9

38,4

6,60

UF 150 kg/ha

387,2

150,2

38,8

6,38

 

Durch die Ertragssteigerung tritt in beiden Versuchen ein Verdünnungseffekt im Energiegehalt ein. Rechnet man jedoch den Energiegehalt je Hektar hoch, so wird der Zuwachs in der Fläche deutlich sichtbar.

Weizenaussaat 2020

Vielerorts ist die Weizenaussaat abgeschlossen. Eine Frühsaat hat Vorteile in der Organisation der Arbeitsabläufe und häufig auch in der Bodenbearbeitung bzw. in der Saatbettbereitung. Allerdings ist auf die Ungras- und Unkrautproblematik zu achten. Problemflächen sollten eher später ausgestellt werden. Von einer Frühsaat spricht man im Allgemeinen bis zum 05.10. Eine Spätsaat wird landläufig ab November datiert. Einen enormen Einfluss auf den Saatzeitpunkt hat die Sorte, sodass der Sortenwahl sowohl bei Früh- als auch bei Spätsaaten besondere Beachtung geschenkt werden sollte.




Aktuelles August 2020

Der Wintergerstenertrag war auf vielen Standorten auf Grund der Frühjahrestrockenheit und der Spätfröste im Mai eher unterdurchschnittlich. Teilweise wurden Ertragsausfälle von über 50% ermittelt. Verantwortlich hierfür war die sogenannte „Laternenblütigkeit“, die aus der frostbedingten Zerstörung der Blütenanlagen resultierte. Betroffen waren vor Allem frühe Bestände (Sorten- oder Aussaatbedingt). In den AGLW-Versuchen zeigten sich die Erträge hingegen sehr gut. So wurde bei Versuchen im Ringgau ein Durchschnittsertrag von 89,7 dt/ha, in Cornberg von 81,3 und in Rotenburg a. d. Fulda von 72,2 dt/ha ermittelt. Das Hektolitergewicht lag zwischen 55,7 und 64,6 kg/hl (Mittelwert 62,44 kg/hl).

Beim Winterweizen wurden in den AGLW-Versuchen ebenfalls eher unterdurchschnittliche Erträge mit 61 dt/ha ermittelt. Vielerorts lagen die Erträge sogar deutlich unter 50 dt/ha. Grund hierfür dürften die trockenen Witterungsbedingungen sein, da die Niederschlagsverteilung nicht in allen Regionen ideal war. Jeder Bodenpunkt konnte so beobachtet werden. Der Eiweißgehalt lag zwischen 8,7 und 14,6%, der Stärkegehalt zwischen 56 und 61%, der Klebergehalt zwischen 14,8 und 33%. Es wurde ein Hektolitergewicht zwischen 70,15 und 83,5 kg/hl gemessen (Mittelwert 76,8 kg/hl).

Die Rapserträge waren im Allgemeinen deutlich besser als zunächst angenommen und lagen zum Teil über 50 dt/ha (Ölgehalt 43,9 - 46,1%). Dies ist umso erstaunlicher vor dem Hintergrund des Anbaujahres. In 2019 trockenheitsbedingter schlechter Feldaufgang, vereinzelt wurden Bestände umgebrochen. Der milde Winter führte allerdings zu einer Kräftigung der Bestände. Die Startdüngung verzögerte sich jedoch auf Grund der Nässe im Februar. Die Trockenheit im April und der Frost im Mai haben oft nicht den Schaden verursacht, wie befürchtet (Schotenabwurf, Stängelreißen).

Anmerkung: Wenn Sie eine Versuchsidee haben, oder gerne mal eine bestimmte Maßnahme ertraglich erfassen möchten, sprechen Sie uns an.

Neue DüV und Wasserhaushaltsgesetz

Die neue Düngeverordnung bringt einige Änderungen bezüglich der Herbstdüngung mit sich. So muss diese zu Wintergerste und -raps bei der N Bedarfsermittlung im Frühjahr in Höhe des pflanzenverfügbaren Stickstoffs berücksichtigt werden. Die Mindestwirksamkeit/Ausnutzung von Schweinegülle auf Ackerland wurde von 60 auf 70% und die von Rindergülle sowie Biogasanlagengärrückstanden von 50 auf 60% angehoben. So müssen bei der Ausbringung von 50 kg N-gesamt/ha Rindergülle 60% im Frühjahr davon abgezogen werden, d. h. 30 kg N/ha. Auf Grünland gelten die neuen Werte erst ab dem 01.02.2025. Die Sperrfrist für den Festmist von Huf- und Klauentieren, Komposte und Düngemittel mit einem wesentlichem P-Gehalt gilt vom 01.12.-15.01. Die Ausbringung von N- und P-haltigen Düngern ist auf gefrorenen Böden ab sofort generell verboten, auch wenn diese tagsüber auftauen sollten. Auf Dauergrünland, Grünland sowie Ackerland mit mehrjährigem Futtergrasanbau (Aussaat bis 15.05.) dürfen flüssige organische und flüssige organisch-mineralische

Düngemittel mit wesentlichen N-Gehalten bis max. 80 kg Nges/ha ab 01.09. bis Sperrfristbeginn ausgebracht werden

Die Änderungen in den roten Gebieten gelten erst ab 2021. Der Anbau von Zwischenfrüchten vor Sommerungen muss dementsprechend erst ab Spätsommer/Herbst 2021 erfolgen. Zudem wurden die Sperrfristen für das Ausbringen von Festmist von Huf- und Klauentieren sowie Komposten verlängert. Diese gilt nun vom 01.11. bis zum 31.01. Düngemittel mit wesentlichem N-Gehalt dürfen auf Grünland zwischen dem 01.10. und 31.01. nicht ausgebracht werden. Die Herbstdüngung wird generell zu Wintergerste, Winterraps sowie Zwischenfrüchten ohne Futternutzung verboten. Bei der Wintergerste sind keine Ausnahmen vorgesehen. Winterraps darf gedüngt werden, wenn durch eine repräsentative Bodenprobe ein Nges-Gehalt von unter 45 kg/ha nachgewiesen wird. Die Düngung von Zwischenfrüchten ohne Futternutzung darf mit bis zu 120 kg Nges/ha Festmist von Huf- und Klauentieren sowie Kompost durchgeführt werden. Im Herbst dürfen in den roten Gebieten auf Dauergrünland, Grünland sowie Ackerland mit mehrjährigem Futtergrasanbau flüssige organische und flüssige organisch-mineralische Düngemittel mit wesentlichen N-Gehalten bis max. 60 kg Nges/ha ab 01.09. bis Sperrfristbeginn ausgebracht werden

Beim Wasserhaushaltsgesetz ist der § 38a neu hinzugekommen. Dieser schreibt vor, dass an Gewässer angrenzende Flächen bei einer Hangneigung von durchschnittlich mind. 5% (innerhalb der ersten 20m zur Böschungsoberkante) einen dauerhaft geschlossenen und begrünten Pflanzenbestand von 5 m aufweisen müssen (ab Böschungsoberkante). Alle 5 Jahre ist dort eine Bodenbearbeitung erlaubt. Zudem besteht eine CC‑Relevanz!

Herbstdüngung im Raps

Normal entwickelte Rapsbestände nehmen im Herbst etwa 40 – 60 kg N/ha aus dem Bodenvorrat auf (bei üppig entwickelten Beständen kann dieser Wert sogar über 100 kg N/ha betragen). Eine N-Gabe im Herbst richtet sich nach dem pflanzenverfügbaren N-Bodenvorrat sowie dem Entwicklungszustand der Pflanzen vor dem Winter und ist in vielen Fällen nicht notwendig. Dennoch kann bei ungünstigen Mineralisationsbedingungen, Mulchsaat oder bei spätem Aussaattermin eine leichte N-Gabe sinnvoll sein (eine Nmin-Messung ist in den roten Gebieten ab 2021 Pflicht, wenn eine N-Düngung im Herbst angestrebt wird; der ermittelte Wert muss unter 45 kg N/ha liegen). Oft wird im Herbst Organik in Höhe von 30 – 50 kg N/ha auf die Stoppeln der Vorfrucht gegeben. Ziel einer N-Gabe ist es, einen gewissen Entwicklungszustand zur Überwinterung sicherzustellen, der zum einen die nötige Vitalität der Pflanzen und zum anderen ein gewisses pflanzliches Entwicklungspotenzial in der kommenden Vegetationsperiode garantiert. Für eine ideale Winterhärte sollte der Wurzelhalsdurchmesser etwa 0,8 - 1,2 cm betragen und die Pflanze 8 - 12 Blätter besitzen. Die Sprossachsenlänge sollte unter 2 cm betragen.

Herbstdüngung zu Gerste

Bei der Gerste ist nach Getreidevorfrucht eine Herbstdüngung nach der Düngeverordnung grundsätzlich zulässig, jedoch in den meisten Fällen nicht empfehlenswert. In Versuchen der AGLW haben Herbstdüngungen keinen positiven Ertragseffekt generiert, die Nmin-Werte jedoch maßgeblich negativ beeinflusst. In den roten Gebieten fällt die Möglichkeit der Herbstdüngung ab 2011 bei der Wintergerste komplett weg.

Zwischenfruchtanbau

Durch den Anbau geeigneter Zwischenfrüchte kann die Bodenrestfeuchte (falls vorhanden) optimal genutzt und das Ausfallgetreide sowie Unkräuter und -gräser überwachsen werden. Enge Fruchtfolgen lassen sich durch den Zwischenfruchtanbau auflockern. Das Auswaschungsrisiko von Nährstoffen wird durch die Reststickstoffbindung im Boden zum Teil deutlich reduziert. Der Zwischenfruchtanbau im Herbst bietet sich vor allem nach Kulturen an, die hohe Reststickstoffkonzentrationen auf dem Schlag hinterlassen. Mischungen haben sich in dieser Beziehung als vorteilhaft erwiesen. Durch die Bedeckung und Durchwurzelung des Bodens kann Erosion vermindert werden. Eine zügige Aussaat von Zwischenfrüchten direkt nach der Ernte ist von Vorteil. Flache Bodenbearbeitung ist anzuraten, um eine zusätzliche Wasserverdunstung zu verhindern. Bei Aussaatverzögerungen der Zwischenfrüchte sollte gewartet werden, bis das Ausfallgetreide aufgelaufen ist, um eine Bekämpfung zur Aussaat durchführen zu können. Gerade bei Dunkelkeimern und/oder Zwischenfrüchten unterschiedlicher Korngrößen hat sich die Drillsaat als vorteilhaft erwiesen. Versuche der AGLW haben gezeigt, dass bei geeigneter Witterung und früher Saat die Nährstoffe aus einer organischen Düngung (30/60-Regelung) ebenso aufgenommen

werden wie die Rest-Nmin-Gehalte der Vorfrucht. Diese Nährstoffe stehen somit der Folgefrucht zur Verfügung und müssen dann berücksichtigt werden. Die ausgebrachten Zwischenfrüchte sollten außerdem so gewählt werden, dass sie zum Standort und der Fruchtfolge passen. So sollten z. B. in Rapsfruchtfolgen keine Kreuzblütler (wie z. B. Senf) angebaut werden. In Getreidefruchtfolgen sollte auf Rauhafer verzichtet werden. Leguminosen eigenen sich zur Bindung von Stickstoff. Auf die Vorgaben der Mischungsverhältnisse, Bearbeitungs- und Aussaattermine innerhalb verschiedener Maßnahmen muss geachtet werden. Eine Samenreife sollte durch mechanische Maßnahmen verhindert werden (z. B. Walzen). Im Greening können Zwischenfrüchte mit dem Faktor 0,3 angerechnet werden.

Hinweis: In allen Fällen der Herbstdüngung muss eine vorläufige DBE erstellt werden (DBE Herbst), Aufzeichnungspflicht durch neue DüV nach zwei Tagen ab Zeitpunkt der Maßnahme


Düngeverordnung 2020

Die neue Düngeverordnung gilt ab dem 01.05.2020! Es gibt zahlreiche Änderungen. Der Nährstoffvergleich sowie dessen Bewertung werden aufgehoben. Dafür muss nach der Ausbringung die tatsächlich ausgebrachte Düngermenge schlagbezogen/nach Bewirtschaftungseinheiten spätestens zwei Tage nach der Ausbringung aufgezeichnet werden. Die Düngebedarfsermittlung bleibt im Gegensatz zum Nährstoffvergleich bestehen. Geändert haben sich unter anderem Abstandsauflagen, Sperrfristen, Ausbringungsverbote auf gefrorene Böden und die Einarbeitungszeit auf unbestellten Ackerflächen. In den Roten Gebieten sind einige Verpflichtungen zusätzlich hinzu gekommen. Alle Änderungen finden sich auf http://aglw.de/D20.pdf.


Ergänzende Verordnung zur aktuellen Düngeverordnung durch das Land Hessen

Auf Grundlage des §13 Abs. 2 der Düngeverordnung hat das Land Hessen zusätzliche Maßnahmen erlassen, um in gefährdeten Gebieten den Eintrag von Stickstoff und Phosphor in Grund- und Oberflächengewässer zu reduzieren. Die vom Land Hessen ausgewiesenen Gebiete sind dem Anhang der Ausführungsverordnung (Anlage AVDüV_2019_08_20) zu entnehmen. Aus dem Beratungsgebiet der Arbeitsgemeinschaft Land- und Wasserwirtschaft sind folgende Gemarkungen bzw. Wasserschutzgebiete (WSG) betroffen:

Gemarkung:   

Leimbach (Heringen (Werra))

Harnrode (Philippsthal)

WSG:  

Hattenbach, Niederaula; Quelle Hattenbach I, Ib und II; WSG-ID 632-104

Rotensee, Hauneck; TB Rotensee (TB Unkengraben); WSG-ID 632-035

Mansbach, Hohenroda; TB Ulstertal; WSG-ID 632-073

Die ergänzenden Vorschriften in den §13 Gebieten beziehen sich im Falle von Leimbach und Harnrode auf die gesamte Gemarkung. Bei den betroffenen WSG sind die Vorgaben lediglich in den WSG einzuhalten.

Nach §13 der DüV sind mindestens 3 Maßnahmen aus dem Paragraphen (§13 Abs. 2 Satz 4 Nr. 1-14) umzusetzen. Im Folgenden werden die drei vom Land Hessen gewählten Maßnahmen/Anforderungen kurz vorgestellt:

  • 13 Abs. 2 Satz 4 Nr. 2

Vor dem Ausbringen organischer Dünger muss deren Gehalt an N und P bekannt und dokumentiert sein (Wirtschaftsdüngeranalysen im Maßnahmenraum „Nord- Osthessisches Bergland“ können über die Umsetzung der WRRL abgerechnet werden)

  • 13 Abs. 2 Satz 4 Nr. 5

Abstandsauflagen zu Oberflächengewässer werden erweitert:

  • 5 Meter Abstand zu Böschungsoberkante, wenn Streubreite > Arbeitsbreite
  • 10 Meter Abstand zu Böschungsoberkante bei Neigung > 10 %
  • bei Neigung > 10 % im Bereich 10 – 20 Meter von Böschungsoberkante Auflagen beachten à unbestellter Acker = sofortige Einarbeitungspflicht; bei Reihenabstand > 45 cm nur bei einer Untersaat oder sofortige Einarbeitung; Reihenabstand < 45 cm nur bei ausreichender Bestandesentwicklung
  • 13 Abs. 2 Satz 4 Nr. 12

Der Kontroll-/ Grenzwert im Nährstoffvergleich (NV) auf diesen Flächen liegt bei 40 kg N je Hektar und Jahr

D.h. in diesen ausgewiesenen Gebieten muss ein extra Nährstoffvergleich angefertigt werden.

Für alle Gebiete, die nicht von einer Verschärfung nach §13 betroffen sind, werden die Anforderungen, die die Betriebe erfüllen müssen, um von der Dokumentationspflicht befreit zu sein, gelockert. Betriebe, die:

  • weniger als 30 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche bewirtschaften (nach Abzug von Flächen für Zierpflanzenbau, Baumschulen, etc. sowie Flächen mit ausschließlicher Weidehaltung ohne zusätzliche Düngung)
  • höchstens 3 ha Sonderkulturen anbauen
  • einen jährlichen Nährstoffanfall aus eigener Tierhaltung von max. 110 kg N je Hektar aufweisen
  • und keine zusätzlichen Wirtschaftsdünger aufnehmen,

brauchen keinen Nährstoffvergleich zu erstellen, benötigen keine Wirtschaftsdüngeranalyse und sind auch von der Pflicht entbunden, eine Düngebedarfsermittlung auszufertigen.

Bei Fragen oder Anmerkungen kontaktieren Sie uns.

Weitergehende Informationen zu den roten Gebieten (klicken)


Düngebedarfsermittlung für die Herbstdüngung 2020

 

Eine N-Düngung auf Ackerland ist nach wie vor laut DüV nur zu Gerste nach Getreidevorfrucht (Aussaat bis 1.10), zu Raps und zu Zwischenfrucht (Aussaat bis 15.09) unter Beachtung der 30/60-Regelung und der Sperrfristen zulässig. Der Düngebedarf muss dabei ermittelt und dokumentiert werden. Hier sind die N-Abfuhren möglichst realistisch zu beurteilen. Die Gerstenerträge waren dieses Jahr aufgrund der Spätfröste unterdurchschnittlich. Unter feucht-warmen Bedingungen sollte eine Herbstgabe v. a. zu Wintergerste hinterfragt werden, da unter diesen Umständen oft ausreichend N vorhanden ist und zusätzlich mineralisiert wird. Versuche der AGLW zeigten in der Gerste keinen positiven Effekt auf den Ertrag durch eine Herbstgabe wodurch unnötig das Stickstoffbilanzsaldo erhöht wird. Eine Kalium-Düngung im Herbst ist je nach Bodengehaltsklasse ratsam, um die Winterfestigkeit zu fördern (auf Grund des K/Mg-Aufnahmeantagonismus sollte bei Gaben über 100 kg K2O auch Magnesium ausgebracht werden). Des Weiteren ist auf die Abstandsauflagen zu Gewässern zu achten. Hier an die Novellierung des Hessischen Wassergesetztes denken: in 4 m-Bereich ab Böschungsoberkante (von stetig und periodisch wasserführenden Gräben) kein Einsatz von Dünger und Pflanzenschutzmitteln! Die Düngung zu Winterraps und Wintergerste muss seit Mai 2020 voll im Frühjahr angerechnet werden!

Auch in diesem Jahr muss der Düngebedarf im Herbst ermittelt und dokumentiert werden.

Dazu stellen wir eine Formular bereit um den Herbst-Düngebedarf ordnungsgemäß zu erfassen. Eine zusätzliche Nmin-Beprobung, um einen Düngebedarf zu belegen, ist nicht erforderlich.

Stand jetzt (09.2020) gilt: die 30/60-Regelung, die bekannten Sperrfristen, und ein Düngebedarf bei Gerste nach Getreidevorfrucht, zu Winterraps und Zwischenfrüchten (Aussaat bis 15.09).

Dennoch muss die vereinfachte DBE vorliegen, welche Sie in unserem Downloadbereich finden.

 


Strohmanagement

 

Wird das Stroh nach der Ernte nicht im Betrieb oder anderweitig benötigt, so wird es gehäckselt und verbleibt auf dem Feld. Dabei kommt es vor Allem auf die Verteilung des Strohs an und weniger auf die Häcksellänge. Ziel ist es das Stroh gleichmäßig auf die gesamte Arbeitsbreite zu verteilen. Dies ist besonders bei großen Schnittbreiten problematisch. Durch den Häcksler wird das Stroh angeschlagen und somit leichter zugänglich für Mikroorganismen. Die höchste mikrobielle Aktivität herrscht in den ersten 5 cm des Bodens vor. Sobald das Stroh mit dem Boden in Kontakt kommt, beginnt die Rotte (Abbau der organischer Substanz). Somit sollte die Stoppelbearbeitung zunächst das Ziel haben das Stroh mit dem Oberboden zu mischen, was die Rotte extrem fördert. Unter guten Bedingungen (warm und feucht) schreitet die Strohrotte recht zügig voran, sodass im folgenden Frühjahr noch lediglich 50 % des Ausgangsmaterials vorzufinden ist. Ein weiteres Jahr später sind noch gut 10 % vorhanden. Eine regelmäßige „Strohdüngung“ beeinflusst dadurch die Bodenstruktur und das Bodenleben positiv. Die N-Immobilisierung durch die Mikroorganismen zu Beginn der Strohrotte ist stark abhängig vom C/N-Verhältnis und der Masse des Ausgangsmaterials und beträgt rund 1,5-3 kg N je t Stroh. Diese Immobilisierung des Stickstoffs stellt im Herbst jedoch kein Problem dar, da in den Böden im Maßnahmenraum Nord-Osthessisches Bergland ein Stickstoffüberschuss herrscht (3000-9000 kg N/ha). Unter guten Mineralisationsbedingungen wird noch ausreichend N freigesetzt um Wintergetreidebestände zu versorgen. Allerdings kann die Immobilisation in einigen Fällen zu leichten N-Mangelerscheinungen an den Jungbeständen führen, die jedoch nach kurzer Zeit durch das Wurzeln in tiefere Bodenschichten korrigiert werden.  Im Frühjahr kehrt sich der Prozess dann um, sodass ab diesem Zeitpunkt auch N aus dem Stroh pflanzenverfügbar wird.

 

Nachfolgend einige Kulturen und deren Faustzahlen zum Korn-Stroh-Verhältnis:

 

Getreideart

Kornertrag in dt/ha

Korn-Stroh-Verhältnis

Strohertrag in dt/ha

Weizen

85

0,83

71

Gerste

70

0,95

81

Triticale / Roggen

70

1,00

70

Hafer

60

1,10

66

 

Diese Faustzahlen bilden bloß einen groben Richtwert ab. Je nach Sorte und Wachstumsreglereinsatz kann das Verhältnis zwischen Korn und Stroh variieren.

 


Stoppelbearbeitung

 

Die Stoppelbearbeitung sollte möglichst rasch nach der Ernte erfolgen, um die vorhandene Restfeuchte im Boden zu nutzen. Dies zeigt sich vor allem in Trockenjahren. Die Ziele einer Stoppelbearbeitung:

  • Der Oberboden ist die biologisch aktivste Schicht des Bodens. Die Erntereste wie Stroh sollten gut mit dem organischen Oberbodenhorizont und Teilen des mineralischen Oberbodens (A-Horizont) vermischt werden, um so die Rotte zu fördern
  • Die Kapillarität wird gebrochen und so zunächst Wasser vor Verdunstung geschützt. Eine zu tiefe Bearbeitung trocknet den Oberboden unnötigerweise aus und verhindert so ein rasches keimen von Ausfallgetreide und Unkraut- und Ungrassamen
  • Ausfallgetreide, Unkraut- und Ungrassamen sollen möglichst schnell zur Keimung gebracht werden, um eine mechanische Bekämpfung im nächsten Arbeitsgang zu ermöglichen

Bei der Stoppelbearbeitung sollte auf eine ausreichende Rückverfestigung geachtet werden. Außerdem ist es von Vorteil, wenn der Boden nicht zu viel Kluten aufweist, da unter solchen Bedingungen Samen schlecht auflaufen. Eine Bearbeitungstiefe von 5 cm ist optimal. Bei großen Strohmengen ist es allerdings schwierig auf dieser Tiefe eine ausreichende Durchmischung zu gewährleisten, sodass man dann etwas tiefer gehen sollte. Ein Problem sind die flachkeimenden Ungräser wie Trespen oder Windhalm, die bei zu tiefem „Vergraben“ nicht mehr keimen. Diese Samen kommen dann erst in einem nächsten Bearbeitungsschritt oder ggf. zur Saat in Keimlage. Die Lebensdauer von diesen Samen ist allerdings begrenzt auf ein bis maximal zwei Jahre, wohingegen Samen des Ackerfuchsschwanzes durchaus zehn Jahre keimfähig bleiben.

Bei der Stoppelbearbeitung nach Raps ist darauf zu achten, dass zunächst eine Ruhezeit von 10-14 Tagen auf dem Acker eingehalten wird. In dieser Zeit findet der Ausfallraps in der gehäckselten Rapsstrohschicht optimale Keimbedingungen vor. Leichter Regen oder Taubildung geben schon ausreichend Feuchtigkeit vor. Nach dem Auflaufen der ersten Welle, sollte die Strohschicht bearbeitet werden. Dabei sollte keine oder nur leichte Bodenbearbeitung stattfinden, um die Dormanz weiterer Samen zu brechen. Ein Arbeitsgang mit Wiesenschleppe, Mulcher, Striegel oder flache Bearbeitung mit Scheibenegge oder Grubber sind ratsam. Man sollte immer im Hinterkopf haben, dass selbst bei optimalen Druschbedingungen zirka 1000 Körner je m² als Verluste auf dem Acker landen. Dieses enorme Samenpotenzial sollte man zu einem möglichst hohen Anteil zum Keimen bringen, denn Rapsdurchwuchs verringert den Rapsertrag und fördert Krankheits- und Schädlingsdruck. Ab einer Bearbeitungstiefe von 3-4 cm wird der Raps „vergraben“.