Aktuelles

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Mai 2019

 





Beitrag vom 18. November 2019

Landwirtschaftliche Hinweise zur Einwinterung der Pflanzenschutzspritze und Termine


PS-Spritze vorm Einwintern gründlich Innen - u. Außen reinigen; dies nur auf dem Feld durchführen - keinesfalls auf versiegelten Flächen! Jegliche Einträge von PSM in Kanal- o. Oberflächengewässer sind auszuschließen! Für eine ausreichende Winterfestigkeit alle flüssigkeitsführenden Bauteile restlos entleeren! Einfacher u. schneller geht´s, wenn die Spritze mit Kühler-Frostschutzmittel befüllt wird. Bei laufender Pumpe einige Liter einer Mischung aus Frostschutzmittel + Wasser (Konzentration lt. Gebrauchsanleitung) in den leeren Behälter geben u. durch Betätigen aller Schaltventile in alle Leitungen fördern. Im Frühjahr die Mischung beim Ablassen auffangen u. im Herbst wiederverwenden. Denken Sie auch an die vorschriftsmäßige u. frostfreie Lagerung der PSM!
Termine Sachkundefortbildung: 02. 12. Witzenhausen 16°°; 13.12. 10°° Niederaula; 16.12. 17°° Eiterfeld, 17.12. 17°° Bebra-Solz. Anmeldungen erforderlich unter 0561/7299-333.

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 01. November 2019

Umgang mit Festmist von Klauen- und Huftieren

Betriebe, in denen Festmist anfällt, müssen ab 2020 eine Lagerfrist von 2 Monaten (vormals ein Monat) gewährleisten. Die Anforderungen an den Umgang mit Festmist werden durch die AwSV (Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen) geregelt. Ein Ausbringungsverbot besteht laut DüV vom 15.12. bis zum 15.01. Festmist darf zu jeder Kultur ausgebracht werden. Geflügelmist unterliegt genauso wie feste/separierte Gärreste jedoch der Sperrfrist für Güllen. Die Lagerung in Feldmieten ist unter bestimmten Voraussetzungen temporär bis zu 6 Monaten zulässig (u. a. 3 Wochen Vorrotte, die auf einer befestigten Dungplatte erfolgen muss). Beträgt die Festmistlagerung mehr als 6 Monate, so sind sämtliche Anforderungen an eine sichere ortsfeste Anlage zu erfüllen. Eine Lagerung darf nur auf landwirtschaftlich genutzten Flächen erfolgen (Stilllegung und nicht genutzte landwirtschaftliche Flächen fallen raus). Bei der Ablage sind auch lokale, landes- und bundesweite Bestimmungen (z. B. NSG, WHG und WSG) zu beachten. Eine Lagerung in Gewässerrandstreifen ist unzulässig. Feldmieten gelten als nicht sichere Lagerung und es muss jährlich ein Wechsel erfolgen. Außerdem müssen zu jedem Zeitpunkt negative Auswirkungen auf Grund- und Oberflächenwasser ausgeschlossen sein. Grundsätzlich ist eine späte Festmistausbringung zu empfehlen, da bei milder Witterung Ammonium zu Nitrat umgewandelt wird. Dies bedeutet eine höhere Auswaschungsgefahr ins Grundwasser. Eine Ausbringung im Frühjahr hat sich in Versuchen der AGLW als effizienter gegenüber einer Herbstausbringung gezeigt.

Benedikt Sokolowski - AGLW - 06623-933207


Beitrag vom 01. November 2019

Digitale Antragstellung „HELENA“ - Gemeinsamer Antrag (GA) 2020

Grundsätzlich erhalten alle Landwirte, die in 2019 einen Agrarantrag gestellt haben, im Frühjahr 2020 einen USB-Stick, mit dem sie das Antragsprogramm „HELENA“ auf einem herkömmlichen „Windows-Computer“ installieren können. Sollte der Agrarantrag auf einem anderen Betriebssystem (z. B. macOS von Apple) erstellt werden, muss dies bis spätestens 15. Januar 2020 mitgeteilt werden. Dieselbe Frist gilt auch, falls bereits jetzt klar ist, dass im kommenden Jahr Flächen in Gemarkungen hinzukommen, in denen bisher (also im Agrarantrag 2019) keine Flächen bewirtschaftet wurden. Hier wird ebenfalls der Hinweis über die neue/n Gemarkung/en benötigt, um den gelieferten USB-Stick mit den entsprechenden Luftbildern ausstatten zu lassen.

Weitere Informationen sind erhältlich im Fachdienst Ländlicher Raum, Hubertusweg 19, Bad Hersfeld (Tel.: 06621/87-2255).


Beitrag vom 28. Oktober 2019

Landwirtschaftliche Hinweise zur Grünlandpflege

Nach dem Regen reagiert Grünland mit starkem Wachstum; für eine optimale Überwinterung Gräser mit einer Wuchshöhe von ca. 7 - 10 cm in die Vegetationsruhe schicken: zuletzt nicht genutzte Flächen nochmals mähen sowie üppige Geilstellen mulchen; ansonsten bieten die Flächen eine gute Deckung für Feldmäuse, neigen zur Verpilzung und treiben im Frühjahr verzögert aus. Gräser lagern im Herbst Reservestoffe in die Wurzel bzw. Stoppelzone ein; frostempfindliche und auswinterungsanfällige Arten (z.B. Dt. Weidelgras) sind für´s überwintern auf die Bildung von Reservestoffen angewiesen. Gaben von 10-15 m³ Gülle nicht überschreiten. Herbst/Winter: günstige Zeit für Kalkung. Terminhinweise Sachkundefortbildung: 2.12. Witzenhausen, 13.12. Niederaula, 16.12. Eiterfeld, 17.12. Bebra-Solz. Anmeldung unter Kassel: 0561/7299 – 333.

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 17. Oktober 2019

Hessische Ausführungsverordnung zur Düngeverordnung (AvDüV)

Die Hessische Ausführungsverordnung zur Düngeverordnung (AvDüV) trat am 30.08.2019 in Kraft. Es wurde eine neue Gebietskulisse mit nitratbelasteten Gebieten (rote Gebiete) und zusätzlichen Auflagen herausgegeben. Die N- und P-Gehalte in organisch-mineralischen Düngemitteln und Wirtschaftsdüngern sind dort vor dem Ausbringen mit anerkannten Verfahren zu bestimmen. Ein weiterer Punkt ist die Absenkung der N-Kontrollwerte (3 Jahresmittel) im Nährstoffvergleich von 50 auf 40 kg N pro Hektar und Jahr. Falls Sie Flächen innerhalb und außerhalb gefährdeten Gebiete nach §13 der DüV besitzen, müssen Sie hierfür zwei Nähstoffvergleiche erstellen, wenn der gesamtbetriebliche Nährstoffvergleich über 40 kg N/ha liegt. Bei einem Wert von unter 35 kg N/ha kann ein Antrag auf Befreiung beim RP Kassel gestellt werden.

Die Abstände zu oberirdischen Gewässern (ab Böschungsoberkannte) wurden vergrößert. Dieser beträgt nun mindestens fünf Meter (unter anderem abhängig von der Ausbringungstechnik). Bei einer zehnprozentigen Hangneigung liegt der Abstand zur Böschungsoberkante bei zehn Metern. Die Ausbringung ist bei einer mindestens zehnprozentigen Hangneigung im Bereich von zehn bis 20 Metern stark eingeschränkt und unterliegt den folgenden Bedingungen:

  • Bestellte Flächen:
    • In Kulturpflanzen mit Reihenabständen von mindestens 45 cm nur bei unmittelbarer Einarbeitung oder ausreichendem Untersaatentwicklungsstadium
    • In Flächenkulturen nur bei ausreichender Bestandsentwicklung oder nach der Nutzung des Direktsaat- oder Mulchverfahrens
  • Unbestellte Flächen: unmittelbare Einarbeitung erforderlich

Benedikt Sokolowski, AGLW, 06623-933207


Beitrag vom 14. Oktober 2019

Landwirtschaftliche Hinweise zur Situation im Raps

Der Raps ist, wie im vergangenen Jahr, wieder sehr heterogen. Die Entwicklung reicht von sehr lückigen Beständen mit jetzt noch auflaufendem Pflanzen bis hin zu gleichmäßigen Beständen mit 8-10 Blättern. Die Entscheidung, ob ein Rapsschlag umgebrochen werden muss, hängt von der Bestandesdichte, einer gleichmäßigen Verteilung der Pflanzen auf der Fläche und von der Entwicklung der Pflanzen ab. Der Regen der letzten Woche hat noch viele Samen zum Auflaufen gebracht; diesen Beständen zunächst noch Zeit für die Entwicklung geben. Hat der Raps 4-8 Blätter gebildet, und es wurde bis jetzt noch kein Wachstumsregler eingesetzt, die derzeitigen Bedingungen nutzen! Sehr kräftige Bestände mit z.B. mit Carax oder Toprex behandeln, normal entwickelte Bestände mit Folicur, Caramba, Timor o.a.

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 14. Oktober 2019

Stoffstrombilanz

Die Stoffstrombilanz (SSB) soll die Nähstoffflüsse transparenter gestalteten und Nährstoffverluste (z. B. ins Grundwasser) reduzieren. Dabei wird die Zufuhr an N und P der Abfuhr gegenübergestellt (ähnlich Hoftor-Bilanz). Die SSB ist für Betriebe verpflichtend, bei denen über 750 kg N pro Jahr aus eigener Tierhaltung anfallen und gleichzeitig über 50 GV mit über 2,5 GV/ha bzw. 50 GV ohne eigene Flächen bewirtschaften. Betriebe die einen N-Anfall von >750 kg N/Jahr besitzen ohne die anderen Kriterien zu erfüllen, müssen nur bei zusätzlicher organischer N-Aufnahme von >750 kg N eine SSB erstellen. Biogasbetriebe sind zur Erstellung einer SSB verpflichtet, wenn sie aus verpflichteten Betrieben Wirtschaftsdünger aufnehmen. Sollten noch Fragen oder Unsicherheiten bestehen, beraten wir Sie gerne.

Benedikt Sokolowski, AGLW, 06623-933207


Beitrag vom 07. Oktober 2019

Herbizidbehandlung im Getreide

Nach den Regenfällen sind Wintergetreidesaaten zügig aufgelaufen bzw. spitzen. Bodenherbizide sind wichtiger Baustein im Resistenzmanagement zur Gräserbekämpfung. Sie müssen zum optimalen Zeitpunkt, bei feuchten Bodenbedingungen möglichst im VA bzw. frühen NA eingesetzt werden (Ackerfuchsschwanz: spätestens zum Auflaufen, das kann schon vor dem Spitzen des Getreides sein, bekämpfen). Bei starkem Ungras-druck kann es sinnvoll sein, im VA, - bevor die Fahrgassen sichtbar werden, zu behandeln. Sind Gräser aufgelaufen, ggf. blattaktiven Wirkstoff (CTU) zumischen (auch gegen Kamille + Kornblume) – Sortenverträglichkeit beachten! Axial u. Traxos/Sword für Nachbehandlungen im Frühjahr vorsehen; auf Sulfonylharnstoffe im Herbst möglichst verzichten. P+P - Auflagen (Boxer und Stomp) sowie Abstandsauflagen beachten! Bei frühen, bereits aufgelaufenen Saaten auf Blattläuse achten (Läuse sind in der Sonne als Schatten auf den Blättern zu sehen); Schadwelle: 10 % befallene Pflanzen. Pyrethroide nicht prophylaktisch zum Herbizid zumischen, sondern, wenn notwendig, im 2-3 Blattstadium einsetzen.

K.-H. Claus, 0160 90725736


Beitrag vom 27. September 2019

Mangandüngung zu Getreide

Besonders Gerstenpflanzen weisen einen hohen Manganbedarf auf. Chlorotische Flecken treten bei einem Mangel zwischen den Blattadern der jüngeren Blätter auf (Ursache: Chloroplastenausbildungsstörung). Bei Hafer erzeugt ein Mn-Mangel die Dörrfleckenkrankheit. Eine schlechte Belüftung, ein niedriger pH-Wert und eine hohe Bodenfeuchte haben einen positiven Effekt auf die Mn-Verfügbarkeit im Boden. Mn erhöht die Winterfestigkeit, Zellwandstabilität, Widerstandskraft gegen Krankheiten und fördert die Seitenwurzelbildung sowie Photosynthese. Kupfer steigert die Winterhärte durch die Stärkung der Zellwände und enzymatischen Aktivitäten im Zellstoffwechsel. Ab dem vierten Blatt kann eine Düngung erfolgen: 250 g Mn/ha (Gerste)/ 150-200 g Mn/ha (anderes Wintergetreide); 50 g B/ha; 30 g Cu/ha.

Benedikt Sokolowski, AGLW, 06623-933207


Beitrag vom 27. September 2019

Nmin-Bodenprobenentnahme 2019

Ab Mitte Oktober werden wieder Bodenproben (Nmin, z.T. Grundnährstoffe, C/N-Verhältnis und Schlämmanalysen) in den durch die AGLW betreuten Gebiete genommen. Nmin-Werte im Herbst geben Auskunft über die N-Ausnutzung der Kulturen.

Benedikt Sokolowski, AGLW, 06623-933207


Beitrag vom 05. September 2019

Ergänzende Verordnung zur aktuellen Düngeverordnung durch das Land Hessen

Auf Grundlage des §13 Abs. 2 der Düngeverordnung hat das Land Hessen zusätzliche Maßnahmen erlassen, um in gefährdeten Gebieten den Eintrag von Stickstoff und Phosphor in Grund- und Oberflächengewässer zu reduzieren. Die vom Land Hessen ausgewiesenen Gebiete sind dem Anhang der Ausführungsverordnung (Anlage AVDüV_2019_08_20) zu entnehmen. Aus dem Beratungsgebiet der Arbeitsgemeinschaft Land- und Wasserwirtschaft sind folgende Gemarkungen bzw. Wasserschutzgebiete (WSG) betroffen:

Gemarkung:   

Leimbach (Heringen (Werra))

Harnrode (Philippsthal)

WSG:  

Hattenbach, Niederaula; Quelle Hattenbach I, Ib und II; WSG-ID 632-104

Rotensee, Hauneck; TB Rotensee (TB Unkengraben); WSG-ID 632-035

Mansbach, Hohenroda; TB Ulstertal; WSG-ID 632-073

Die ergänzenden Vorschriften in den §13 Gebieten beziehen sich im Falle von Leimbach und Harnrode auf die gesamte Gemarkung. Bei den betroffenen WSG sind die Vorgaben lediglich in den WSG einzuhalten.

Nach §13 der DüV sind mindestens 3 Maßnahmen aus dem Paragraphen (§13 Abs. 2 Satz 4 Nr. 1-14) umzusetzen. Im Folgenden werden die drei vom Land Hessen gewählten Maßnahmen/Anforderungen kurz vorgestellt:

  •  13 Abs. 2 Satz 4 Nr. 2

Vor dem Ausbringen organischer Dünger muss deren Gehalt an N und P bekannt und dokumentiert sein (Wirtschaftsdüngeranalysen im Maßnahmenraum „Nord- Osthessisches Bergland“ können über die Umsetzung der WRRL abgerechnet werden)

  •  13 Abs. 2 Satz 4 Nr. 5

Abstandsauflagen zu Oberflächengewässer werden erweitert:

  • 5 Meter Abstand zu Böschungsoberkante, wenn Streubreite > Arbeitsbreite
  • 10 Meter Abstand zu Böschungsoberkante bei Neigung > 10 %
  • bei Neigung > 10 % im Bereich 10 – 20 Meter von Böschungsoberkante Auflagen beachten à unbestellter Acker = sofortige Einarbeitungspflicht; bei Reihenabstand > 45 cm nur bei einer Untersaat oder sofortige Einarbeitung; Reihenabstand < 45 cm nur bei ausreichender Bestandesentwicklung

 

  •  13 Abs. 2 Satz 4 Nr. 12

Der Kontroll-/ Grenzwert im Nährstoffvergleich (NV) auf diesen Flächen liegt bei 40 kg N je Hektar und Jahr

D.h. in diesen ausgewiesenen Gebieten muss ein extra Nährstoffvergleich angefertigt werden.

Für alle Gebiete, die nicht von einer Verschärfung nach §13 betroffen sind, werden die Anforderungen, die die Betriebe erfüllen müssen, um von der Dokumentationspflicht befreit zu sein, gelockert. Betriebe, die:

  • weniger als 30 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche bewirtschaften (nach Abzug von Flächen für Zierpflanzenbau, Baumschulen, etc. sowie Flächen mit ausschließlicher Weidehaltung ohne zusätzliche Düngung)
  • höchstens 3 ha Sonderkulturen anbauen
  • einen jährlichen Nährstoffanfall aus eigener Tierhaltung von max. 110 kg N je Hektar aufweisen
  • und keine zusätzlichen Wirtschaftsdünger aufnehmen,

brauchen keinen Nährstoffvergleich zu erstellen, benötigen keine Wirtschaftsdüngeranalyse und sind auch von der Pflicht entbunden, eine Düngebedarfsermittlung auszufertigen.

Bei Fragen oder Anmerkungen kontaktieren Sie uns.


Beitrag vom 25. Juli 2019

Düngebedarfsermittlung für die Herbstdüngung 2019

Auch in diesem Jahr muss der Düngebedarf im Herbst ermittelt und dokumentiert werden. Dazu stellen wir eine Formular bereit um den Herbst-Düngebedarf ordnungsgemäß zu erfassen. Eine zusätzliche Nmin-Beprobung, um einen Düngebedarf zu belegen, ist nicht erforderlich. Im Zuge des Vertragsverletzungsverfahrens durch die EU gegen Deutschland hinsichtlich der Anpassung der Düngeverordnung wird diese wohl im Frühjahr nächsten Jahres (2020) novelliert zur Gültigkeit kommen. Vor diesem Hintergrund wird das Land Hessen noch in diesem Herbst eine Länderverordnung erlassen, wodurch sich der rechtliche Rahmen ändern könnte.

Stand jetzt (07.2019) gilt nach wie vor: die 30/60-Regelung, die bekannten Sperrfristen, und ein Düngebedarf bei Gerste nach Getreidevorfrucht, zu Winterraps und Zwischenfrüchten (Aussaat bis 15.09).

Dennoch muss die vereinfachte DBE vorliegen, welche Sie in unserem Downloadbereich finden.


Beitrag vom 25. Juli 2019

Strohmanagement

Wird das Stroh nach der Ernte nicht im Betrieb oder anderweitig benötigt, so wird es gehäckselt und verbleibt auf dem Feld. Dabei kommt es vor Allem auf die Verteilung des Strohs an und weniger auf die Häcksellänge. Ziel ist es das Stroh gleichmäßig auf die gesamte Arbeitsbreite zu verteilen. Dies ist besonders bei großen Schnittbreiten problematisch. Durch den Häcksler wird das Stroh angeschlagen und somit leichter zugänglich für Mikroorganismen. Die höchste mikrobielle Aktivität herrscht in den ersten 5 cm des Bodens vor. Sobald das Stroh mit dem Boden in Kontakt kommt, beginnt die Rotte (Abbau der organischer Substanz). Somit sollte die Stoppelbearbeitung zunächst das Ziel haben das Stroh mit dem Oberboden zu mischen, was die Rotte extrem fördert. Unter guten Bedingungen (warm und feucht) schreitet die Strohrotte recht zügig voran, sodass im folgenden Frühjahr noch lediglich 50 % des Ausgangsmaterials vorzufinden ist. Ein weiteres Jahr später sind noch gut 10 % vorhanden. Eine regelmäßige „Strohdüngung“ beeinflusst dadurch die Bodenstruktur und das Bodenleben positiv. Die N-Immobilisierung durch die Mikroorganismen zu Beginn der Strohrotte ist stark abhängig vom C/N-Verhältnis und der Masse des Ausgangsmaterials und beträgt rund 1,5-3 kg N je t Stroh. Diese Immobilisierung des Stickstoffs stellt im Herbst jedoch kein Problem dar, da in den Böden im Maßnahmenraum Nord-Osthessisches Bergland ein Stickstoffüberschuss herrscht (3000-9000 kg N/ha). Unter guten Mineralisationsbedingungen wird noch ausreichend N freigesetzt um Wintergetreidebestände zu versorgen. Allerdings kann die Immobilisation in einigen Fällen zu leichten N-Mangelerscheinungen an den Jungbeständen führen, die jedoch nach kurzer Zeit durch das Wurzeln in tiefere Bodenschichten korrigiert werden.  Im Frühjahr kehrt sich der Prozess dann um, sodass ab diesem Zeitpunkt auch N aus dem Stroh pflanzenverfügbar wird.

 

Nachfolgend einige Kulturen und deren Faustzahlen zum Korn-Stroh-Verhältnis:

 

Getreideart

Kornertrag in dt/ha

Korn-Stroh-Verhältnis

Strohertrag in dt/ha

Weizen

85

0,83

71

Gerste

70

0,95

81

Triticale / Roggen

70

1,00

70

Hafer

60

1,10

66

 

Diese Faustzahlen bilden bloß einen groben Richtwert ab. Je nach Sorte und Wachstumsreglereinsatz kann das Verhältnis zwischen Korn und Stroh variieren.


Beitrag vom 15. Juli 2019

Stoppelbearbeitung

Die Stoppelbearbeitung sollte möglichst rasch nach der Ernte erfolgen, um die vorhandene Restfeuchte im Boden zu nutzen. Dies zeigt sich vor allem in Trockenjahren. Die Ziele einer Stoppelbearbeitung:

  • Der Oberboden ist die biologisch aktivste Schicht des Bodens. Die Erntereste wie Stroh sollten gut mit dem organischen Oberbodenhorizont und Teilen des mineralischen Oberbodens (A-Horizont) vermischt werden, um so die Rotte zu fördern
  • Die Kapillarität wird gebrochen und so zunächst Wasser vor Verdunstung geschützt. Eine zu tiefe Bearbeitung trocknet den Oberboden unnötigerweise aus und verhindert so ein rasches keimen von Ausfallgetreide und Unkraut- und Ungrassamen
  • Ausfallgetreide, Unkraut- und Ungrassamen sollen möglichst schnell zur Keimung gebracht werden, um eine mechanische Bekämpfung im nächsten Arbeitsgang zu ermöglichen

Bei der Stoppelbearbeitung sollte auf eine ausreichende Rückverfestigung geachtet werden. Außerdem ist es von Vorteil, wenn der Boden nicht zu viel Kluten aufweist, da unter solchen Bedingungen Samen schlecht auflaufen. Eine Bearbeitungstiefe von 5 cm ist optimal. Bei großen Strohmengen ist es allerdings schwierig auf dieser Tiefe eine ausreichende Durchmischung zu gewährleisten, sodass man dann etwas tiefer gehen sollte. Ein Problem sind die flachkeimenden Ungräser wie Trespen oder Windhalm, die bei zu tiefem „Vergraben“ nicht mehr keimen. Diese Samen kommen dann erst in einem nächsten Bearbeitungsschritt oder ggf. zur Saat in Keimlage. Die Lebensdauer von diesen Samen ist allerdings begrenzt auf ein bis maximal zwei Jahre, wohingegen Samen des Ackerfuchsschwanzes durchaus zehn Jahre keimfähig bleiben.

Bei der Stoppelbearbeitung nach Raps ist darauf zu achten, dass zunächst eine Ruhezeit von 10-14 Tagen auf dem Acker eingehalten wird. In dieser Zeit findet der Ausfallraps in der gehäckselten Rapsstrohschicht optimale Keimbedingungen vor. Leichter Regen oder Taubildung geben schon ausreichend Feuchtigkeit vor. Nach dem Auflaufen der ersten Welle, sollte die Strohschicht bearbeitet werden. Dabei sollte keine oder nur leichte Bodenbearbeitung stattfinden, um die Dormanz weiterer Samen zu brechen. Ein Arbeitsgang mit Wiesenschleppe, Mulcher, Striegel oder flache Bearbeitung mit Scheibenegge oder Grubber sind ratsam. Man sollte immer im Hinterkopf haben, dass selbst bei optimalen Druschbedingungen zirka 1000 Körner je m² als Verluste auf dem Acker landen. Dieses enorme Samenpotenzial sollte man zu einem möglichst hohen Anteil zum Keimen bringen, denn Rapsdurchwuchs verringert den Rapsertrag und fördert Krankheits- und Schädlingsdruck. Ab einer Bearbeitungstiefe von 3-4 cm wird der Raps „vergraben“.


Beitrag vom 25. Mai 2019

Aktuelle Situation: Wetter

Die gut entwickelten Herbstbestände hungerten zum Teil erheblich im trockenen April. Die ausgezehrten Wasservorräte im Boden konnten im Winter nur unzureichend aufgefüllt werden. Durch Niederschläge seit Ende April konnte das Wachstum nun Fahrt aufnehmen. Nun kommt auch der Dünger zur Wirkung, was wir durch mehrere NitraCheck-Untersuchungen feststellen konnten. Die kühle Phase der letzten Tage (Eisheilige) hat die Bodentemperatur wieder auf rund 9°C in 5 cm (6°C in 20 cm) fallen lassen. Vielerorts hat der Nachtfrost den frühen Mais arg gebeutelt. Die noch jungen Pflanzen (BBCH 12) sind sehr blass und die Spitzen oft nekrotisch abgefroren. Doch bei steigenden Temperaturen in Luft und Boden werden sich die Bestände in den kommenden Tagen wohl wieder erholen.


Beitrag vom 25. Mai 2019

Aktuelle Situation: Getreide

Im Allgemeinen ist zu erkennen, dass jetzt nach den Niederschlägen die Düngung der 2. Gabe voll zur Geltung kommt. Die Höhe der 3. Gabe sollte deshalb realistisch eingeschätzt werden (zirka 30 % der geplanten Gesamt-Düngemenge). Die laut DBE ermittelte Obergrenze muss nicht erreicht werden. Um die Kornfüllung zu fördern sollte in BBCH 39/49 in die Bestände gefahren werden.

Der Winterweizen befindet sich vermehrt in BBCH37 bis 39, die Wintergerste in BBCH 51/53 (Ährenschieben).

Um die Kornfüllung zu fördern, sollte eine Spätgabe im Weizen in BBCH 39/49 fallen. Auf Standorten und in Beständen, wo Qualitätsweizen realisiert werden kann, sollte die Spätgabe gesplittet oder nach hinten geschoben werden um die Proteinbildung im Korn zu fördern (BBCH 51/61 – spätestens Blühbeginn). Dabei sollte dann auf N-stabilisierte Dünger verzichtet werden.


Beitrag vom 25. Mai 2019

Aktuelle Situation: Mais

Wie schon erwähnt, ist der Mais stark gestresst von den niedrigen Temperaturen der letzten Tage. Die Blattspitzen sind zum Teil kaputt gefroren und die Bestände präsentieren sich häufig in einem hellgrünen blassgelblichen Ton. Das Wachstum schien zu stagnieren. Dies ist auf die niedrigen Bodentemperaturen und auf vereinzelte Nachtfröste zurückzuführen. Ein Düngebedarf sollte bei erfolgter Unterfußdüngung oder aber auch bei organischer Düngung nicht zu erwarten sein. Zu achten ist aber auf eine sichere Versorgung mit Schwefel à ca. 15 kg S/ha.

Eine Versorgung mit Mikronährstoffen im 4-8 Blattstadium kann den gestressten Mais in der weiteren Entwicklung helfen:

Bor 400-500 g/ha
Mangan 300-500 g/ha
Zink 400-500 g/ha

Eine Düngung mit Bor sollte im 4 Blattstadium erfolgen. Die warmen Bedingungen am Wochenende führten dazu, dass auf vielen Schlägen der Mais wieder eine grüne Farbe angenommen und sich gut erholt hat.

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