Aktuelles

Mai 2020

April 2020

März 2020

Februar 2020

Januar 2020

Dezember 2019

November 2019

Oktober 2019

September 2019

Juli 2019

Mai 2019

 



Beitrag vom 25. Mai 2020

Düngeverordnung 2020

Die neue Düngeverordnung gilt ab dem 01.05.2020! Es gibt zahlreiche Änderungen. Der Nährstoffvergleich sowie dessen Bewertung werden aufgehoben. Dafür muss nach der Ausbringung die tatsächlich ausgebrachte Düngermenge schlagbezogen/nach Bewirtschaftungseinheiten spätestens zwei Tage nach der Ausbringung aufgezeichnet werden. Die Düngebedarfsermittlung bleibt im Gegensatz zum Nährstoffvergleich bestehen. Geändert haben sich unter anderem Abstandsauflagen, Sperrfristen, Ausbringungsverbote auf gefrorene Böden und die Einarbeitungszeit auf unbestellten Ackerflächen. In den Roten Gebieten sind einige Verpflichtungen zusätzlich hinzu gekommen. Alle Änderungen finden sich auf http://aglw.de/D20.pdf.

AGLW, 06623 / 933 207, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Beitrag vom 25. Mai 2020

Schädlingsaufkommen in Leguminosen

Erbsen und Bohnen beginnen in den kommenden Tagen mit der Blüte. In dieser Phase verstärkt auf Blattläuse achten! Bekämpfungsschwelle: Erbsenblattlaus (sitzt versteckt in den gefalteten Blättern) liegt bei 10 bis 15 Läusen pro Trieb bzw. 25 % befallener Pflanzen in der Blüte, bei der schwarzen Bohnenlaus 5-10 % befallener Pflanzen mit Kolonien. Grüne Erbsenblattlaus kann in beiden Kulturen Viren übertragen; die Virose mit dem höchsten Schadpotential ist das Nanovirus (gelbe Pflanzennester im Bestand verteilt). Marienkäfer im Bestand, weisen i.d.R. zwar auf einen Läusebefall hin, dieser muss aber nicht zwangsläufig bekämpfungswürdig sein; deshalb immer vor einem Insektizideinsatz Blattlausbesatz durch Ausklopfen der Blüten bestimmen. Bei Bedarf Pirimor gegen versteckt sitzende Läuse verwenden oder den Wirkstoff Lambda-Cyhalothrin, z.B. Karate Zeon, auch gegen Erbsenwickler möglich (beide nicht in TM) einsetzen.

K.-H. Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 15. Mai 2020

Landwirtschaftliche Hinweise zur pflanzenbaulichen Situation

Mit dem Erreichen des Fahnenblattes besteht noch eine Möglichkeit Herbizide im WW einzusetzen; Tankmischungen mit Fungiziden prüfen, mit Ethephon (Cerone o. Camposan) nicht möglich! Krankheitsdruck gering – Fungizide schieben und Bestände weiter kontrollieren; generell, auch in Triticale, auf Gelbrost achten. Wo Bestände 36 Std. blattnass waren, mit Septoria kalkulieren. Auf Blattläuse u. Getreidehähnchen achtgeben. Ertrag u. Qualität von So-Ge durch Fungizid zum Beginn des Grannenspitzens mit geringfügig reduzierten Aufwandmengen der Fungizide aus dem Wi-Gerstenportfolio (A.Opti nicht mehr möglich) absichern. Sowohl Fungizide als auch Wachstumsregler bei trockenen Bedingungen und ungleichmäßiger Entwicklung der Bestände, am Gros der Pflanzen ausrichten. In wieder durchgegrüntem Mais kann die Unkrautbekämpfung erfolgen.

K.-H. Claus, LLH HEF/FD; 0160 907257369


Beitrag vom 15. Mai 2020

Sicherung von jungen Wildtieren beim Mähen

Viele Tiere nutzen im Frühjahr Wiesen als Schutz für ihre Brut oder die Jungtiere, z.B. Rehe und Feldhasen. Damit sind gerade sie leider immer wieder einem erhöhten bzw. tödlichen Verletzungsrisiko ausgesetzt. Um dies zu vermeiden, empfehlen sich folgende Maßnahmen(-Kombinationen) unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse:

  • Rechtzeitig den Jagdpächter informieren, damit dieser im Vorfeld die Wiesen nach Rehkitzen absuchen kann
  • Mähen von innen nach außen
  • Vergrämen (z. B. mit Knistertüten, Flatterbändern oder Wildscheuchen; am Abend vor der Mahd)
  • Wildretter an der Mähtechnik einsetzen. Tote Tiere im Futter können auch zu tödlichem Botulismus führen.

Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz, 06621 – 87 23 02.


Beitrag vom 12. Mai 2020 

Mikro- und Makronährstoffe im Mais

Beim Mais sollte auf einen Mangel an Mikronährstoffen geachtet werden. Durch Blattanalysen konnte die AGLW in den letzten Jahren im Beratungsgebiet häufig einen Mangel an Bor, Magnesium, Mangan, Schwefel und Zink in den Beständen feststellen. Mais besitzt einen S-Bedarf von etwa 15 kg S ha-1. Magnesiummangel tritt häufig bei hohen Kaliumgehalten im Boden auf (das K:Mg-Verhältnis sollte nicht größer als 3:1 sein). Aber auch hohe Ammoniumgaben verdrängen Magnesium an der Wurzel. Kennzeichnend sind perlschnurartige Chlorosen zwischen den Blattspreiten, die sich später rötlich-violett verfärben. Zinkmangel äußert sich in gestauchtem Wuchs (gehemmte Zellteilung) und durch sinkenden Chlorophyllgehalt (gestörte Stoffwechselprozesse) in Aufhellungen im unteren 2/3 des Blattes. Er tritt vor allem auf Böden mit einem pH-Wert von unter 7 und geringer organische Düngung sowie hohem Phosphatgehalt im Boden auf. Bor fördert die Wurzelentwicklung sowie Korn- und Kolbenausbildung (steigert den Kolbenanteil). Mangan beeinflusst hingegen die Seitenwurzelbildung und die Photosynthese positiv. Eine Mikronährstoffdüngung mit Bor, Mangan und Zink kann somit das Wachstum des Mais positiv beeinflussen. Empfohlen wird eine Blattdüngung im Vier- bis Achtblattstadium mit 400-500 g ha-1 Bor, 300‑500 g ha-1 Mangan und 400-500 g ha-1 Zink. Bor sollte allerdings eher früher im Vierblattstadium gegeben werden. Der Mikronährstoffbedarf kann durch eine Boden- bzw. Pflanzenanalyse ermittelt werden.

AGLW, 06623-933207


Beitrag vom 20. April 2020

Unkrautbekämpfung im So-Getreide

Ab 3. Blatt des So-Getreides können bei günstigen Temperatur- u. Lichtverhältnissen idealerweise Wuchsstoffe (Duplosane: KV, DP, Super) mit einem Mischpartner (Pointer SX, Dirigent SX, Tomigan, Lodin etc.) zum Einsatz kommen. Ariane C ist für Anwendungen über die Bestockung hinaus (Zusatzwirkung gegen Disteln) geeignet; U 46 M-Fluid ist speziell bei Disteln einzusetzen - Kamille, Klette u. Stiefmütterchen werden hiermit nicht ausreichend bekämpft! Der Zusatz von Pointer SX, Pointer Plus (erfasst auch Klette) o. Dirigent SX verbreitert das Wirkungsspektrum u. sichert die Wirkung gegen Disteln ab. Eine ansprechende Breitenwirkung besitzen Antarktis u. Artus - beide Präparate wegen ihrer griffigen Wirkstoffe in trocknen Beständen einsetzen! Ungräser treten im So-Getreide in deutlich geringerer auf; in Gerste u. Weizen können Axial, Concert u. Husar Plus eingesetzt werden, in Hafer kann nur mit Concert SX gegen Windhalm gearbeitet werden.

 H. Claus, 0160 90725736


Beitrag vom 20. April 2020

Wachstumsregelereinsatz im Wi-Getreide u. zur Blütenbehandlung im Raps

Stadium EC 31/32 ist der opt. Termin für den Wachstumsreglereinsatz im Getreide. In gut entwickelten Beständen u. auf Standorten mit gesicherter Wasserführung Maßnahme mit empfohlener Aufwandmenge fahren; diese auf trockenen Standorten u. anhaltender Trockenheit unbedingt reduzieren, bzw. hinauszögern. Raps wird in einigen Tagen die Vollblüte erreichen. In schwachen Beständen Blütenbehandlung abwägen: Wenn, dann dort mit günstigen Azolen planen. Maßnahme nicht zu früh durchführen - Dauerwirkung der Fungizide beträgt max. 2 Wochen. Die aktuellen Fangzahlen des Kohlschotenrüsslers schließen auf niedrigen Befall – daher keine Insektizide zumischen.

H. Claus, 0160 90725736


Beitrag vom 09. April 2020

Maisaussaat 2020

Nach feuchten Winter zeigt sich der Frühling bis jetzt trocken. Die Austrocknung des Bodens wurde durch den Wind im März und den Temperaturanstieg der letzten Tage beschleunigt. Bei der Aussaat sollte darauf geachtet werden die Wasserverdunstung in tieferen Bodenschichten nicht zusätzlich zu fördern (flache Bearbeitung). Auch ein zu feinkrümeliges Saatbett sollte auf Grund der Verschlämmungsgefahr vermieden werden (Starkregenereignisse). Silomais besitzt einen N-Bedarf von 0,25 kg/dt FM-Zielertrag (aus Versuchsergebnissen der AGLW). Die N-Aufnahme der Zwischenfrucht sollte berücksichtigt werden. Laut Untersuchungen der AGLW im Herbst 2019 haben die Zwischenfrüchte 20 (schlechte Bestände) bis 90 kg N/ha aufgenommen. Der S-Bedarf liegt bei etwa 15 kg S/ha. Liegt der P2O5-Gehalt im Boden über 20 mg je 100 g Boden (CAL-Methode, Gehaltsklasse C), darf P nur nach Entzug zugeführt werden. Der P-Entzug beträgt 0,175 kg P2O5 je dt FM.

AGLW, 06623-933207


Beitrag vom 09. April 2020

Untersaaten im Mais

Untersaaten im Mais bieten einige Vorteile: Erosionsminderung, Nährstoffbindung nach Ernte, Ungras-/Unkrautunterdrückung, Futterquelle, Verbesserung der Befahrbarkeit… Bei Grasuntersaat ist darauf zu achten, dass dies die jungen Maispflanzen nicht überwächst, so dass das Gras ggf. erst später eingesät wird (z. B. Welsches Weidelgras im 3-8 Blattstadium). Es bieten sich Rotschwingel, Knaulgras sowie Deutsches und Welsches Weidelgras an. Die Untersaat sollte leicht zu bekämpfen sein und eine gute Schattenverträglichkeit aufweisen. Ein Mischanbau mit Stangenbohnen zur Steigerung des Proteingehaltes im Futter ist ebenfalls denkbar. Nähere Informationen können Sie bei der AGLW erfragen.

AGLW, 06623-933207


Beitrag vom 06. April 2020

Schossergabe Getreide

Das Getreide weist durch den milden und feuchten Winter einen weiten Entwicklungszustand auf. Derzeit zeigt sich die Wettersituation (inkl. Prognosen) trocken und sonnig, was auch deutliche Auswirkungen auf die Bodenfeuchte und die Düngeausnutzung in den nächsten Wochen haben wird. Aus Versuchen der AGLW in der Region zeigt sich ein N-Bedarf im Getreide von 1,7 kg N/dt Zielertrag je ha. Durch die Schossergabe sollen die Triebe erster und zweiter Ordnung gefördert und die Kornzahl pro Ähre abgesichert werden.  Höhe (WG 60-80, WW 50-70 kg N/ha) und Zeitpunkt richten sich nach Bestandsentwicklung und BBCH (Nmin spätestens jetzt berücksichtigen!). Je nach Bestandesentwicklung sollte bei zu dichten Beständen die Gabe später erfolgen, um die  Triebreduktion abzuwarten. Zudem sollte jetzt spätestens S gedüngt werden (WG 15-20 und WW 20-25 kg S/ha).

Benedikt Sokolowski, AGLW, 06623-933207


Beitrag vom 30. März 2020

Landwirtschaftliche Hinweise zur allgemeinen Situation (Teil 2)

Wegen der Nachtfröste Pflanzenschutzmaßnahmen (Herbizid/Wachstumsregler) Richtung Wochenende verschieben; noch ausstehende Herbizidmaßnahmen im Wi-Getreide dann fahren. Verschlämmte Flächen ggf. walzen o. striegeln um Verkrustung zu brechen. Voraussetzung für`s Walzen: Im Unterboden gut abgetrocknete Böden, stärkere Fröste müssen vorüber sein, aktives Wachstum der Bestände. Gewalzte Bestände: für ca. 1 Woche kein Herbizid. Wi-Gerste: Sehr früh gedrillte Bestände weisen örtlich nesterartige Vergilbungen u. Verzwergungen auf – Symptome die auf Befall mit dem Gelbverzwergungsvirus hindeuten; Schadbild nicht mit nässebedingten Kulturschäden verwechseln. Virus wurde im Herbst durch Blattläuse übertragen; befallene Pflanzen sind Infektionsquellen – Bestände deshalb an sonnigen Tagen in der Mittagszeit (Läuse erkennt man dann als Schatten auf den Blättern) kontrollieren. Schadschwelle liegt bei 10-20 % befallener Pflanzen. Winterraps: Düngung im Wi-Raps unbedingt abschließen. Den Zuflug von Rapsschädlingen bei steigenden Temperaturen kontrollieren – Gelbschalen an der Bestandeshöhe ausrichten! Wachstumsregler wg. Frost schieben. Leguminosen: Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass mechanische Unkrautregulierung bei geringem Unkrautdruck auf leichten - mittleren Standorten unter trockenen Bedingungen machbar ist: wichtig ist opt. Termin u. Einstellung von Striegel o. Hacke. Schwerpunkt der chem. Unkrautbekämpfung liegt im VA: hohe Wirkungsgrade u. Verträglichkeit bei abgesetztem Saatbett, opt. Ablagetiefe und ausreichend Bodenfeuchtigkeit. Im NA steht nur eine begrenzte Auswahl an Herbiziden z. V.!

K.-H. Claus, LLH HEF/FD; 016090725736


Beitrag vom 23. März 2020

Landwirtschaftliche Hinweise zur allgemeinen Situation (Teil 1)

Leguminosen frei von Ungräsern und Unkraut halten; vorrangig stehen VA –Anwendungen zur Verfügung: in Erbsen und Bohnen u.a. die Präparate Stomp Aqua, Boxer, Centium 36CS, Bandur u. Novitron. Wegen Wirkungslücken der Einzelprodukte sind ggf. TM sinnvoll (Beratungsempfehlungen LLH S. 164 ff.). Behandlungen bis 5 Tage nach der Saat durchführen! Sichere Wirksamkeit und Verträglichkeit ist nur bei rückverfestigtem Boden und ausreichender Bodenbedeckung der Saat gewährleistet. In Lupinen ist nur VA möglich. Raps: vielfach wurden die Schadschwellen beim Zuflug von Schädlingen nicht erreicht – Gelbschalen nach Kältephase weiter im Blick halten. Herbizide im Getreide z. Zt. wegen der Fröste schieben; wenn es die Witterung dann wieder zulässt: gut benetzen - mind. 250 besser 300 l/ha Wasser/ha – einsetzen! Möglichst feintropfig spritzen; Doppelflachstrahldüsen zeigen im Vergleich zu klassischen Bauarten tendenziell ein besseres Applikationsbild.

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 9072573


Beitrag vom 18. März 2020

Anbau von Ackerbohnen und Körnererbsen Frühjahr 2020


Ackerbohnen (AB)/Körnererbsen (KE) bedürfen keiner N-Düngung, lockern Fruchtfolgen auf und helfen als Blattfrucht u. Sommerung bei der Bekämpfung hartnäckiger Ungräser. Auf bessere Böden mit guter Wasserversorgung passt die AB (Ertragserwartung 15-60 dt/ha). Aussaat erst, wenn es die Bodenverhältnisse zulassen (abgetrocknete Böden!), Saatstärke 45-50 kf. Kö/m², Saattiefe 5-8 cm. KE sind trockentoleranter (Ertragserwartung 20-55 dt/ha). Aussaat im März, Saatstärke 70 - 90 kf. Kö/m2, Saattiefe 4-5cm. Bei beiden Arten auf gleichmäßige Ablagetiefe achten! Sorten AB: Fuego, Fanfare, Tiffany (vicinarm). KE: Astronaute, Respect (Standfestigkeit!), Alvesta. Chemische Unkrautbekämpfung im Vorauflauf hat größte Wirksamkeit bzw. in AB keine NA-Maßnahme zugelassen. Chem. Ungrasbekämpfung im Nachauflauf mit selektiven Gräsermitteln in AB und KE möglich. Bei Anrechnung als ökol. Vorrangfläche im Greening (Faktor 1) ist der Einsatz von chem. Pflanzenschutz nicht erlaubt. Alternativ mech. Unkrautregulierung gut möglich. Schädlinge: Blattrandkäfer (Blattfraß, Bekämpfungsschwelle (BS): 50% angefressene Pflanzen), schw. Bohnenlaus (BS: 10% befallene Pflanzen mit Koloniebildung), grüne Erbsenblattlaus (BS: 10-15 Blattläuse/Trieb bzw. 25% befallene Pflanzen während Blüte), Ackerbohnenkäfer (schwer bekämpfbar). Pilzkrankheiten bei Auftreten behandelbar Mitte/Ende Blüte (Durchfahrbarkeit der Bestände!). Ernte KE Ende Juli/Anf. August, AB Anfang August bis Anf. September. Nach AB und KE geringe Bodenbearbeitungsintensität um N-Mineralisation gering zu halten. Einsatz in Rinder-, Schweine- und Geflügelfütterung möglich.


P. Roth, LLH Eichhof 06621/922876


Beitrag vom 09. März 2020

Landwirtschaftliche Hinweise zum Raps und zum Herbizideinsatz im Getreide

Die wechselhaften und meist kühlen Bedingungen zögern den Zuflug von Rapsschädlingen hinaus; dennoch Gelbschalen im Winterraps aufstellen - geschützte Waldrandlagen und warme Südhanglagen werden in der Regel früher angeflogen als offene Lagen. Insektizide konsequent nur bei Überschreitung der jeweiligen Schadschwelle einsetzen: Rapsstängelrüssler: 5-10 Käfer, Kohltriebrüssler: 10 Käfer (jeweils/Gelbschale innerhalb von 3 Tagen). Zählt man bei Kontrollen nur Rüsselkäfer in den Gelbschalen, wirken Pyrethroide Typ 2 (u.a. Karate Zeon, Bulldock, Decis forte, Fury 10 EW). Findet man zeitgleich in nennenswerter Zahl Rapsglanzkäfer, dann Trebon EC 30 (Typ 1) einsetzen. Um noch eine breite Mischverunkrautung im Raps auszuschalten Korvetto einsetzen: WICHTIG: Knospen müssen noch von Hüllblättern umschlossen sein! Mit schwefelhaltigen Stickstoffdüngern den Bedarf vom Raps (40-50 kg S/ha) zeitnah sicherstellen. 

Herbstsaaten wurden letztes Jahr nur zum Teil mit Herbiziden behandelt; in frühen Aussaaten sind Ungräser gut bestockt!  Anstehende Behandlungen gegen Ungräser solo, möglichst ohne Mischpartner durchführen - um hohe Wirkungsgrade abzusicherrn. Wassermengen von mind.  250, besser 300 l/ha einsetzen. Tropfenspektrum möglichst feintropfig wählen. Auf ausreichende Luftfeuchte achten (> 60 %)!  - gilt besonders für Mittel der HRAC-Gruppe B. Doppelflachstrahldüsen zeigen Vorteile bei der Benetzung. Weitere Info`s in den Beratungsempfehlungen oder im Beratungsfax LLH.

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 02. März 2020

Andüngung Frühjahr 2020

Die Herbst Nmin-Werte aus 2019 lagen im Beratungsgebiet der AGLW im Schnitt bei 42 kg N/ha (n=432). Eine leichte Verlagerung in den Bereich 30-60 cm war, bedingt durch die Niederschläge im Oktober, zu erkennen. Grundsätzlich waren die Temperaturen über den Winter zu mild (Dez. 3,8°C, Jan. 3,6°C, Feb (bis 24.02) 5,8°C). Die Tiefsttemperatur an der Wetterstation in Niedergude betrug -7°C. Frost in den oberen 5cm Boden konnte nicht festgestellt werden. Unter diesen Rahmenbedingungen stellte sich eine wirkliche Vegetationsruhe kaum ein. Vor allem die Rapsbestände konnten einen Großteil des verfügbaren N aufnehmen, sodass auch zunächst schwache Bestände noch etwas zulegen konnten. Die Blattverluste sind gering und vereinzelt beginnt bereits die Streckung. In Verbindung mit hohen Niederschlägen im Februar (96 mm bis 24.02) werden die Nmin-Gehalte unter Raps recht gering sein, sodass zu Vegetationsbeginn Nitratdünger von Vorteil sind. Insgesamt sollten 3,6 kg N/dt Zielertrag ausgebracht werden, sowie je dt Ertrag 1 kg S/ha. Bei schwachen Beständen sollte der Zielertrag nach unten korrigiert werden. Auch die Gerstenbestände stehen üppig. Es empfiehlt sich zunächst verhalten anzudüngen (40-50kgN/ha) und die Schossergabe nach der Triebreduktion zu setzen (BBCH32). Die Wintergerste sollte nicht mehr als 20 kg S/ha bekommen. Winterweizen (aber auch Triticale) – Bestände nehmen vor und über Winter nicht so viel N auf, sodass hier die Nmin-Werte im Frühjahr etwas höher liegen. Eine Startgabe zu Vegetationsbeginn sollte zirka 50 kg N/ha betragen und die zweite Gabe zum Schossen dann je nach Bestand etwas früher oder später erfolgen. Zu Weizen sollte 20-25 kg Schwefel/ha gegeben werden.

Pfister; AGLW; 06623/933207


Beitrag vom 25. Februar 2020

Anbau von Sommergetreide

Durch geringen Pflanzenschutz- und Düngungsaufwand kann der Anbau von Sommergetreide wirtschaftlich interessant sein. Die Nährstoffbilanzen werden entlastet, betriebliche Arbeitsspitzen entzerrt und die Maschinen besser ausgelastet. Der Anbau von Sommergetreide ist oft an abtragender Stelle in der Fruchtfolge und auf schwächeren Standorten, wo sie ihr Ertragsvermögen nicht ausschöpfen können. Nach enttäuschenden Erträgen in 2018 konnten diese sich zwar wieder leicht er­holen, aber auch in 2019 litten die Bestände unter fehlenden Niederschlägen und zu hohen Temperaturen. Einen gesicherten Mehrertrag durch Wachstumsregler und Fungizidmaßnahmen konnte mit ø 5-6 % nur die Sommergerste erzielen. In den Landessortenversuchen hatte der Sommerhafer in einem guten Jahr ø Erträge in Hessen von über 80 dt/ha. Im Durchschnitt der letzten 3 Jahre lagen Sommerhafer und -gerste bei ca. 60 dt/ha, Sommerweizen bei ca. 75 dt/ha. Soll die Sommergerste als Braugerste verwendet werden, sollte der Anbau der Sorten in Absprache mit dem Abnehmer erfolgen. Bei entsprechender Bestandesführung kann Braugerste auch als Futtergerste angebaut werden. Hafer bevorzugt Standorte mit guter Wasserversorgung, keine flachgründige Böden. Sortenempfehlung: Max, Poseidon, Symphony, als Probeanbau Delfin und Lion. Sommergerste kommt mit trockeneren Verhältnissen besser zurecht, auf gute Saatbedingungen und ausreichende pH-Werte ist zu achten. Sortenempfehlung: RGT Planet, Avalon, Accordine und zur Probe Leandra. Sortenempfehlung Sommerweizen: Quintus, Licamero, KWS Mistral, zur Probe KWS Starlight. Quintus zeichnet sich durch eine geringe Anfälligkeit für Ährenfusarium aus.

L. Klingebiel, LLH Eichhof, 06621 922841


Beitrag vom 13. Februar 2020

Landwirtschaftliche Hinweise zur Ungrasbekämpfung im Wintergetreide

Wegen später Aussaaten im Herbst ist noch einiges an Wintergetreide zu behandeln.

Frühe Behandlungen anstreben; bei Bodenherbiziden (u.a. Attribut (nur WW), CTU-Produkte (nur Windhalmwirkung)) neben der Bodenfeuchtigkeit auch auf Größe der Ungräser achten: bei mehr als 3 Blättern ist kein ausreichender Wirkungsgrad zu erwarten; genannte Produkte sind ab 5°C möglich. Blattaktive Mittel (Atlantis o. Broadway) nach Vegetationsbeginn, bei wüchsigen Bedingungen einsetzen. Trespenbekämpfung im WW: im Splitting 1. Attribut + AHL, ca. 8 Tage später Atlantis Flex + FHS; im Roggen u. Triticale:  Broadway + FHS. Windhalm u. Ackerfuchsschwanz in Wintergerste: nur Axial 50 möglich; ab 4-5° C einsetzbar.

Termine Frühjahrsempfehlungen Pflanzenbau: 17.2. Sontra; 25.2. Bebra; 03.03. Niederaula jeweils 20 Uhr.

K.-H. Claus; LLH HEF/FD; 0160 90725736


 Beratungsrundbrief Januar 2020

Ende der Kernsperrfrist, Wirtschaftsdüngerausbringung

 

Am 01.02.2020 endet wie üblich die Kernsperrfrist für die Ausbringung flüssiger Wirtschaftsdünger. Ab diesem Jahr greift eine weitere Regelung der noch neuen DüV.

Ausbringungstechnik

Ab dem 01.02.2020 müssen flüssige Wirtschaftsdünger bodennah in die Bestände ausgebracht werden. Dies kann in Form von Schleppschlauch- oder auch Schleppschuhverfahren stattfinden.

Fässer mit Breitverteilung sind weiterhin im Grünland und auf unbestellten Ackerflächen einsetzbar. Nach wie vor darf nicht nach oben abgestrahlt werden. Nach der Ausbringung auf unbestellte Äcker ist nach DüV eine Einarbeitungspflicht von 4 Stunden zu gewährleisten.

Die Breitverteilung auf unbestelltem Ackerland und Grünland ist, wenn die neue Düngeverordnung keine anderen Vorgaben macht, noch bis 2025 erlaubt. Auf bestellten Ackerflächen ist sie nicht mehr zulässig. Ab dann gilt auch auf diesen Flächen die Pflicht zur bodennahen Ausbringung.

Bodengegebenheiten

Eine Ausbringung auf gefrorene, wassergesättigte oder gar schneebedeckte Böden ist nicht gestattet. Sollten die Böden im Laufe des Tages wieder aufnahmefähig werden, ist eine Ausbringung zugelassen. Generell ist darauf zu achten, dass ein Abschwemmen des Düngers auch unter ungünstigen Bedingungen verhindert wird.

Aktuelle (28.01.20) Bodentemperatur in 5 cm und 20 cm Tiefe: 2,8°C / 2,0 °C

Vorteile bei früher Ausbringung

Durch eine frühe Ausbringung der Gülle werden durch die kühleren Temperaturen und die geringere Sonneneinstrahlung die Ammoniakverluste reduziert. Außerdem wird die Gülle frühzeitig eingewaschen, wodurch eine raschere Umsetzung bei steigenden Temperaturen bzw. Bodenerwärmung stattfindet. Die Stickstoffeffizienz wird im Endeffekt erhöht. Außerdem wird gleichzeitig die Geruchsbelästigung auf ein Mindestmaß reduziert, was auch die Akzeptanz erhöhen kann.

Für die nächste Woche sind milde Temperaturen mit Regen vorhergesagt, was sicherlich nicht die besten Voraussetzungen für eine Überfahrt bietet. Es empfiehlt sich bis zum nächsten nächtlichen Bodenfrost zu warten. Wenn die Temperaturen tagsüber wieder ansteigen (s.o.), ist eine Ausbringung am günstigsten. Bis auf vereinzelte Ausnahmen sind die Böden nicht übermäßig wassergesättigt. Nach Niederschlägen sickert das Wasser nach einigen Stunden in tiefere Bodenschichten ab (bei tonigeren Böden dauert es etwas länger). Die Niederschlagssumme im Maßnahmenraum für den Januar liegt bis jetzt im Schnitt bei 37 mm (50 mm langjähriger Durchschnitt).

Vor der Ausbringung muss eine Düngebedarfsermittlung erfolgen und diese dokumentiert werden. Es ist zu empfehlen sich bezüglich der Nmin-Gehalte zunächst auf Durchschnittswerte der letzten Jahre zu beziehen. Wir (AGLW) haben in der letzten Woche bereits vereinzelt Nmin-Proben gezogen und werden Ihnen die Ergebnisse unverzüglich zukommen lassen. Außerdem sollten für die Wirtschaftsdünger relativ aktuelle Werte (max. zwei Jahre alt) der Inhaltsstoffe vorliegen. Allerdings kann auch auf Faustwerte zurückgegriffen werden, sofern keine Schläge in roten Gebieten betroffen sind. Im Folgenden stellen wir Durchschnittswerte der uns bekannten Analyseergebnisse aus unserer Region bereit:

 

 

Tabelle 1: Mittelwerte von Wirtschaftsdüngeranalysen von 2010-2020 in kg/m³ bzw. in kg/t

Art

Ngesamt

P2O5

Anzahl Untersuchungen

Biogassubstrat

4,6

1,9

77

Schweinegülle

4,4

2,4

58

Sauengülle

3,1

1,6

20

Milchviehgülle

3,7

1,4

75

Jauche

0,3

0,1

1

Rindermist (kg/t)

5,4

4,6

4

Hühnertrockenkot (kg/t)

25,6

18,2

5

 

 Ausnutzung des NH4-Stickstoffs

 

Tabelle 2: Ausnutzung des mineralischen Stickstoffs in Form von Ammonium

 

Ausnutzung   sehr gut

Ausnutzung    mittel

Ausnutzung schlecht

Boden

Bearbeitet, grobporig, feucht --> Gülle kann gut in den Oberboden eindringen

In Bestände, keine Verdichtungen

Verdichtete Böden

Bodenart

Schwere, tonige Böden

 

Leichte, sandige Böden

TS-Gehalt

Niedrig, <5% RG, <3%SG

Mittel

Hoch, >10% RG, >7%SG

Temperatur

Bis 10°C

10-15°C

>15°C

Witterung

Bedeckt (wenig Sonneneinstrahlung), Regen

Bewölkt

Sonnig, windig

Einarbeitung

Sofort

Bis 4 Stunden

 

 

Sollten Sie noch Fragen haben, rufen Sie uns gerne an oder schreiben Sie uns eine E-Mail (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).


Beitrag vom 06. Januar 2019

Ende der Kernsperrfristen

Das Aufbringungsverbot von Festmist, festen Gärrückständen und Komposten endet am 15.01.2020. Für alle anderen Düngemittel mit wesentlichen N-Gehalten, wie Gülle endet die Sperrfrist am 31.01.2020. Auch darüber hinaus gilt: Die Aufbringung auf überschwemmten, wassergesättigtem, schneebedecktem oder gefrorenem Boden ist verboten. Eine Aufbringung ist dann zulässig, wenn der Boden durch Auftauen aufnahmefähig wird, keine Abschwemmgefahr besteht, eine Pflanzendecke existiert und Bodenverdichtungen vermieden werden. Auf bestelltem Ackerland muss die Aufbringung streifenförmig oder direkt in den Boden erfolgen. Auf unbestelltem Ackerland ist eine unverzügliche Einarbeitung innerhalb von 4 Std. vorzunehmen. 

R. Jacob, FD LäRa, 066621-87-2233


Beitrag vom 18. Dezember 2019

Erosionsschutzstreifen

Auf stärker geneigten Hanglangen war z. B. beim Mais im Mai/Juni 2019 eine erhöhte Bodenabschwemmung durch Starkregenereignisse zu beobachten. Besonders in Beständen mit Reihenkulturen (z. B. Mais im Frühsommer) und hangabwärtsverlaufenen Fahrspuren wird die Abschwemmung von wertvollen Bodenmaterial in Hanglagen begünstigt. So ist auf geneigten Flächen eine Bewirtschaftung quer zum Hang durchzuführen (Vorgaben CC-Wasser). Eine weitere Ursache sind Bodenverdichtungen. Durch Erosion können Pflanzenschutzmittel und Nährstoffe in Oberflächengewässer gelangen und diese nachhaltig schädigen. Ein Verlust an Bodenmaterial wird durch die Anlage eines Erosionsschutzstreifens vermindert. Dieser wird in der abschwemmungsgefährdeten Zone (Tiefenlinie) quer zur Hangrichtung angelegt. Ein weiterer Streifen kann am Feldrand quer zur Hangrichtung angelegt werden. Durch eine Rinne vor dem Streifen wird das hangabwärts fließende Wasser bei Bedarf besser verteilt. Als Bepflanzung eigenen sich spezielle Grasmischungen. Diese werden mit erhöhten Aussaatmengen gesät, um einen dichten Grasteppich zu erreichen. Eine regelmäßige Pflege ist notwendig, damit die Grashalme einen aufrechten und stabilen Stand aufweisen. Auch Bäume und Hecken haben sich aufgrund ihres Wurzelwerkes bewährt. In Hessen ist eine Förderung durch das HALM-Programm (C.3.3 Gewässer-/Erosionsschutzstreifen) möglich. Es bestehen Voraussetzungen an die Lage, Anlage, Bewirtschaftung und Pflege des Erosionsschutzstreifens. Im Greening können Puffer- bzw.  Feldrandstreifen als ökologische Vorrangfläche unter bestimmten Voraussetzungen anerkannt werden. Bei Fragen beraten wir Sie gerne.

Sokolowski, AGLW, 06623-933207


Beitrag vom 28. Dezember 2019

Betriebsübergaben / neue Gemarkungen im Flächenantrag

Die Antragstellung Gemeinsamer Antrag 2020 erfolgt wie im Vorjahr über das Programm HELENA. Dazu werden gegen Mitte Februar wieder USB-Sticks mit den Vorjahresdaten an die Landwirtinnen und Landwirte verschickt. Sofern eine Betriebsübergabe stattgefunden hat, kann sich der Hofnachfolger noch bis zum 15. Januar 2020 beim Fachdienst Ländlicher Raum, Hubertusweg 19 in Bad Hersfeld bzw. unter Tel.: 06621/87-2222 registrieren lassen. Dadurch ist es möglich, den Antrag 2020 bereits mit den neuen persönlichen Daten erstellen zu lassen. Ähnliches gilt, falls neue Flächen in Gemarkungen hinzukommen, in denen der Betrieb bisher noch nicht gewirtschaftet hat. Damit die Luftbilder dieser neuen Gemarkungen im Programm HELENA generiert werden können, ist ebenfalls eine Mitteilung an obige Adresse/Telefonnummer bis zum 15. Januar 2020 erforderlich.

Krentzer


Beitrag vom 09. Dezember 2019

Dank an unsere Landwirtschaft

Unruhige Zeiten - Dürre-Sommer, Wetterkapriolen, Düngeverordnung, Agrarpaket und vor allem gesellschaftliche Missverständnisse und Imageprobleme –

Die Landwirtschaft muss wieder mehr Wertschätzung in der Bevölkerung erfahren. Es besteht Aufklärungsbedarf, denn viele Bürger haben einfach den Bezug zur Landwirtschaft verloren. Gerade deswegen ist es wichtig immer das Gespräch zu suchen. Klimawandel, Tierwohl, Insektenschutz, Nitratbelastung – alles wichtig und jeder Landwirt hat ein ureigenes Interesse, darauf positiven Einfluss zu nehmen.

Im Bereich Grundwasserschutz hat sich bspw. schon viel getan. Die Nmin-Werte in unserer Gegend sind im Schnitt seit Jahren rückläufig, was eine geringere Nitratverlagerung zur Folge hat. Dünger werden effizienter eingesetzt und Potentiale des Bodens stärker genutzt. Das Interesse neue Strategien zu testen, die Düngung effizienter und so umweltschonender zu gestalten ist bei jedem Landwirt vorhanden. Und so wollen wir auch in diesem Jahr wieder ganz besonders den Landwirten danken, die im Interesse aller Versuche durchgeführt und betreut haben.

Namentlich waren dies in diesem Jahr in

  • Cornberg:
    • V. Bender
    • R. Diegel
  • Eiterfeld:
    • D. Eigenbrod
    • S. Kohlmann
    • D. Sauerbier
    • J. Ritz
  • Herleshausen:
    • B. Schönauen
    • R. Landefeld
  • Niederaula:
    • R. Schornstein
  • Ringgau:
    • H. Küllmer
    • O. Mench
    • U. Iffert
  • Rotenburg a. d. Fulda:
    • R. Eckhardt
    • F. Drescher
  • Schenklengsfeld:
    • C. Berlet
    • J. Ehlert
    • M. Hühne
  • Sontra:
    • M. Stein.

Zudem danken wir auch allen Betriebsleitern/ -leiterinnen für die kooperative und vertrauensvolle Zusammenarbeit zum Schutz unseres lokalen Grundwassers und wünschen Ihnen und Ihren Familien ein besinnliches und frohes Weihnachtsfest.

AGLW: 06623-933207


Beitrag vom 09. Dezember 2019

Rückblick 2019

Die Monatsmitteltemperaturen im Jahr 2019 waren in jedem Monat (außer Mai) über dem langjährigen Durchschnitt. Die Jahresmitteltemperatur betrug bis November 11,2 °C. Das langjährige Mittel liegt bei 9,9°C (mit Dezember bei 9,2°C). Der Mai war 1,2°C kühler als im Durchschnitt. An einigen Tagen kam örtlich Bodenfrost hinzu. Vor allem den jungen Maispflanzen hat man diesen Umstand angemerkt.

Mit 690 mm Jahresniederschlag (570 mm bis Nov. plus Durchschnitt Nov. u. Dez.) liegen wir unter dem langjährigen Mittel (1990-2018) von 730 mm jedoch über dem Vorjahresniveau (500 mm). Der regenreichste Monat war der Mai mit 107 mm. Häufig kam es auch zu Starkregenereignissen, die gerade auf frisch ausgestellten Flächen zu erheblicher Erosion geführt haben. Im weiteren Verlauf wurde es dann trockener, was vor allem die Sommergetreide und -Leguminosen gespürt haben. Regional kam es immer mal wieder zu heftigen Gewittern, in deren Verlauf der Boden die Wassermengen nur unzureichend adsorbieren konnte.

P. Pfister, AGLW, 06623/933207


Beitrag vom 09. Dezember 2019

Erstellung Stoffstrombilanz (Ssb)

Betriebe, die einen N-Anfall aus eigener Tierhaltung von 750 kg N/Jahr überschreiten und dann mehr als 50 GV mit einem Besatz von mehr als 2,5 GV/ha (oder 50 GV ohne Fläche) besitzen, sind verpflichtet ab 2018 eine Stoffstrombilanz zu erstellen. Ist der N-Anfall aus eigener Tierhaltung über dem Schwellenwert aber die GV je ha kleiner 2,5, muss der Betrieb lediglich eine Ssb erstellen, wenn er zusätzlich Wirtschaftsdünger mit mehr als 750 kg N aufnimmt (gilt nur dann sollten die Bilanzwerte des Nährstoffvergleichs überschritten worden sein). Sollte das Düngejahr als Grundlage genommen werden, ist bis zum 31.12.2019 eine Ssb zu erstellen.


Beitrag vom 02. Dezember 2019

Landwirtschaftliche Hinweise zur Getreidelagerung

Die kühle Witterung ist derzeit geeignet, Lagergetreide zu belüften. Für eine dauerhafte Lagerung (über Winter) sind Temperaturen unter 10° C im Körnerstapel erforderlich. Unter 10° C werden die Atmungsverluste der Körner weitestgehend reduziert und die Aktivitäten der Kornkäfer und anderer Schädlinge eingestellt. Beim Belüften des Getreides sind folgende Faustregeln zu beachten: Aus Sicherheitsgründen sollte die Luft 7 Grad kälter als das Getreide sein, wenn das Getreide nicht trockener als 14 % ist. Dann sind Belüftungsfehler ausgeschlossen. Notwendige Messinstrumente sind: Thermometer für den Getreidestock, Außenluft-Thermometer (im Schatten), Außenluft-Hygrometer (im Schatten), Getreidefeuchtemesser.

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD, 0160 90725736


Beitrag vom 18. November 2019

Landwirtschaftliche Hinweise zur Einwinterung der Pflanzenschutzspritze und Termine


PS-Spritze vorm Einwintern gründlich Innen - u. Außen reinigen; dies nur auf dem Feld durchführen - keinesfalls auf versiegelten Flächen! Jegliche Einträge von PSM in Kanal- o. Oberflächengewässer sind auszuschließen! Für eine ausreichende Winterfestigkeit alle flüssigkeitsführenden Bauteile restlos entleeren! Einfacher u. schneller geht´s, wenn die Spritze mit Kühler-Frostschutzmittel befüllt wird. Bei laufender Pumpe einige Liter einer Mischung aus Frostschutzmittel + Wasser (Konzentration lt. Gebrauchsanleitung) in den leeren Behälter geben u. durch Betätigen aller Schaltventile in alle Leitungen fördern. Im Frühjahr die Mischung beim Ablassen auffangen u. im Herbst wiederverwenden. Denken Sie auch an die vorschriftsmäßige u. frostfreie Lagerung der PSM!
Termine Sachkundefortbildung: 02. 12. Witzenhausen 16°°; 13.12. 10°° Niederaula; 16.12. 17°° Eiterfeld, 17.12. 17°° Bebra-Solz. Anmeldungen erforderlich unter 0561/7299-333.

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 01. November 2019

Umgang mit Festmist von Klauen- und Huftieren

Betriebe, in denen Festmist anfällt, müssen ab 2020 eine Lagerfrist von 2 Monaten (vormals ein Monat) gewährleisten. Die Anforderungen an den Umgang mit Festmist werden durch die AwSV (Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen) geregelt. Ein Ausbringungsverbot besteht laut DüV vom 15.12. bis zum 15.01. Festmist darf zu jeder Kultur ausgebracht werden. Geflügelmist unterliegt genauso wie feste/separierte Gärreste jedoch der Sperrfrist für Güllen. Die Lagerung in Feldmieten ist unter bestimmten Voraussetzungen temporär bis zu 6 Monaten zulässig (u. a. 3 Wochen Vorrotte, die auf einer befestigten Dungplatte erfolgen muss). Beträgt die Festmistlagerung mehr als 6 Monate, so sind sämtliche Anforderungen an eine sichere ortsfeste Anlage zu erfüllen. Eine Lagerung darf nur auf landwirtschaftlich genutzten Flächen erfolgen (Stilllegung und nicht genutzte landwirtschaftliche Flächen fallen raus). Bei der Ablage sind auch lokale, landes- und bundesweite Bestimmungen (z. B. NSG, WHG und WSG) zu beachten. Eine Lagerung in Gewässerrandstreifen ist unzulässig. Feldmieten gelten als nicht sichere Lagerung und es muss jährlich ein Wechsel erfolgen. Außerdem müssen zu jedem Zeitpunkt negative Auswirkungen auf Grund- und Oberflächenwasser ausgeschlossen sein. Grundsätzlich ist eine späte Festmistausbringung zu empfehlen, da bei milder Witterung Ammonium zu Nitrat umgewandelt wird. Dies bedeutet eine höhere Auswaschungsgefahr ins Grundwasser. Eine Ausbringung im Frühjahr hat sich in Versuchen der AGLW als effizienter gegenüber einer Herbstausbringung gezeigt.

Benedikt Sokolowski - AGLW - 06623-933207


Beitrag vom 01. November 2019

Digitale Antragstellung „HELENA“ - Gemeinsamer Antrag (GA) 2020

Grundsätzlich erhalten alle Landwirte, die in 2019 einen Agrarantrag gestellt haben, im Frühjahr 2020 einen USB-Stick, mit dem sie das Antragsprogramm „HELENA“ auf einem herkömmlichen „Windows-Computer“ installieren können. Sollte der Agrarantrag auf einem anderen Betriebssystem (z. B. macOS von Apple) erstellt werden, muss dies bis spätestens 15. Januar 2020 mitgeteilt werden. Dieselbe Frist gilt auch, falls bereits jetzt klar ist, dass im kommenden Jahr Flächen in Gemarkungen hinzukommen, in denen bisher (also im Agrarantrag 2019) keine Flächen bewirtschaftet wurden. Hier wird ebenfalls der Hinweis über die neue/n Gemarkung/en benötigt, um den gelieferten USB-Stick mit den entsprechenden Luftbildern ausstatten zu lassen.

Weitere Informationen sind erhältlich im Fachdienst Ländlicher Raum, Hubertusweg 19, Bad Hersfeld (Tel.: 06621/87-2255).


Beitrag vom 28. Oktober 2019

Landwirtschaftliche Hinweise zur Grünlandpflege

Nach dem Regen reagiert Grünland mit starkem Wachstum; für eine optimale Überwinterung Gräser mit einer Wuchshöhe von ca. 7 - 10 cm in die Vegetationsruhe schicken: zuletzt nicht genutzte Flächen nochmals mähen sowie üppige Geilstellen mulchen; ansonsten bieten die Flächen eine gute Deckung für Feldmäuse, neigen zur Verpilzung und treiben im Frühjahr verzögert aus. Gräser lagern im Herbst Reservestoffe in die Wurzel bzw. Stoppelzone ein; frostempfindliche und auswinterungsanfällige Arten (z.B. Dt. Weidelgras) sind für´s überwintern auf die Bildung von Reservestoffen angewiesen. Gaben von 10-15 m³ Gülle nicht überschreiten. Herbst/Winter: günstige Zeit für Kalkung. Terminhinweise Sachkundefortbildung: 2.12. Witzenhausen, 13.12. Niederaula, 16.12. Eiterfeld, 17.12. Bebra-Solz. Anmeldung unter Kassel: 0561/7299 – 333.

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 17. Oktober 2019

Hessische Ausführungsverordnung zur Düngeverordnung (AvDüV)

Die Hessische Ausführungsverordnung zur Düngeverordnung (AvDüV) trat am 30.08.2019 in Kraft. Es wurde eine neue Gebietskulisse mit nitratbelasteten Gebieten (rote Gebiete) und zusätzlichen Auflagen herausgegeben. Die N- und P-Gehalte in organisch-mineralischen Düngemitteln und Wirtschaftsdüngern sind dort vor dem Ausbringen mit anerkannten Verfahren zu bestimmen. Ein weiterer Punkt ist die Absenkung der N-Kontrollwerte (3 Jahresmittel) im Nährstoffvergleich von 50 auf 40 kg N pro Hektar und Jahr. Falls Sie Flächen innerhalb und außerhalb gefährdeten Gebiete nach §13 der DüV besitzen, müssen Sie hierfür zwei Nähstoffvergleiche erstellen, wenn der gesamtbetriebliche Nährstoffvergleich über 40 kg N/ha liegt. Bei einem Wert von unter 35 kg N/ha kann ein Antrag auf Befreiung beim RP Kassel gestellt werden.

Die Abstände zu oberirdischen Gewässern (ab Böschungsoberkannte) wurden vergrößert. Dieser beträgt nun mindestens fünf Meter (unter anderem abhängig von der Ausbringungstechnik). Bei einer zehnprozentigen Hangneigung liegt der Abstand zur Böschungsoberkante bei zehn Metern. Die Ausbringung ist bei einer mindestens zehnprozentigen Hangneigung im Bereich von zehn bis 20 Metern stark eingeschränkt und unterliegt den folgenden Bedingungen:

  • Bestellte Flächen:
    • In Kulturpflanzen mit Reihenabständen von mindestens 45 cm nur bei unmittelbarer Einarbeitung oder ausreichendem Untersaatentwicklungsstadium
    • In Flächenkulturen nur bei ausreichender Bestandsentwicklung oder nach der Nutzung des Direktsaat- oder Mulchverfahrens
  • Unbestellte Flächen: unmittelbare Einarbeitung erforderlich

Benedikt Sokolowski, AGLW, 06623-933207


Beitrag vom 14. Oktober 2019

Landwirtschaftliche Hinweise zur Situation im Raps

Der Raps ist, wie im vergangenen Jahr, wieder sehr heterogen. Die Entwicklung reicht von sehr lückigen Beständen mit jetzt noch auflaufendem Pflanzen bis hin zu gleichmäßigen Beständen mit 8-10 Blättern. Die Entscheidung, ob ein Rapsschlag umgebrochen werden muss, hängt von der Bestandesdichte, einer gleichmäßigen Verteilung der Pflanzen auf der Fläche und von der Entwicklung der Pflanzen ab. Der Regen der letzten Woche hat noch viele Samen zum Auflaufen gebracht; diesen Beständen zunächst noch Zeit für die Entwicklung geben. Hat der Raps 4-8 Blätter gebildet, und es wurde bis jetzt noch kein Wachstumsregler eingesetzt, die derzeitigen Bedingungen nutzen! Sehr kräftige Bestände mit z.B. mit Carax oder Toprex behandeln, normal entwickelte Bestände mit Folicur, Caramba, Timor o.a.

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 14. Oktober 2019

Stoffstrombilanz

Die Stoffstrombilanz (SSB) soll die Nähstoffflüsse transparenter gestalteten und Nährstoffverluste (z. B. ins Grundwasser) reduzieren. Dabei wird die Zufuhr an N und P der Abfuhr gegenübergestellt (ähnlich Hoftor-Bilanz). Die SSB ist für Betriebe verpflichtend, bei denen über 750 kg N pro Jahr aus eigener Tierhaltung anfallen und gleichzeitig über 50 GV mit über 2,5 GV/ha bzw. 50 GV ohne eigene Flächen bewirtschaften. Betriebe die einen N-Anfall von >750 kg N/Jahr besitzen ohne die anderen Kriterien zu erfüllen, müssen nur bei zusätzlicher organischer N-Aufnahme von >750 kg N eine SSB erstellen. Biogasbetriebe sind zur Erstellung einer SSB verpflichtet, wenn sie aus verpflichteten Betrieben Wirtschaftsdünger aufnehmen. Sollten noch Fragen oder Unsicherheiten bestehen, beraten wir Sie gerne.

Benedikt Sokolowski, AGLW, 06623-933207


Beitrag vom 07. Oktober 2019

Herbizidbehandlung im Getreide

Nach den Regenfällen sind Wintergetreidesaaten zügig aufgelaufen bzw. spitzen. Bodenherbizide sind wichtiger Baustein im Resistenzmanagement zur Gräserbekämpfung. Sie müssen zum optimalen Zeitpunkt, bei feuchten Bodenbedingungen möglichst im VA bzw. frühen NA eingesetzt werden (Ackerfuchsschwanz: spätestens zum Auflaufen, das kann schon vor dem Spitzen des Getreides sein, bekämpfen). Bei starkem Ungras-druck kann es sinnvoll sein, im VA, - bevor die Fahrgassen sichtbar werden, zu behandeln. Sind Gräser aufgelaufen, ggf. blattaktiven Wirkstoff (CTU) zumischen (auch gegen Kamille + Kornblume) – Sortenverträglichkeit beachten! Axial u. Traxos/Sword für Nachbehandlungen im Frühjahr vorsehen; auf Sulfonylharnstoffe im Herbst möglichst verzichten. P+P - Auflagen (Boxer und Stomp) sowie Abstandsauflagen beachten! Bei frühen, bereits aufgelaufenen Saaten auf Blattläuse achten (Läuse sind in der Sonne als Schatten auf den Blättern zu sehen); Schadwelle: 10 % befallene Pflanzen. Pyrethroide nicht prophylaktisch zum Herbizid zumischen, sondern, wenn notwendig, im 2-3 Blattstadium einsetzen.

K.-H. Claus, 0160 90725736


Beitrag vom 27. September 2019

Mangandüngung zu Getreide

Besonders Gerstenpflanzen weisen einen hohen Manganbedarf auf. Chlorotische Flecken treten bei einem Mangel zwischen den Blattadern der jüngeren Blätter auf (Ursache: Chloroplastenausbildungsstörung). Bei Hafer erzeugt ein Mn-Mangel die Dörrfleckenkrankheit. Eine schlechte Belüftung, ein niedriger pH-Wert und eine hohe Bodenfeuchte haben einen positiven Effekt auf die Mn-Verfügbarkeit im Boden. Mn erhöht die Winterfestigkeit, Zellwandstabilität, Widerstandskraft gegen Krankheiten und fördert die Seitenwurzelbildung sowie Photosynthese. Kupfer steigert die Winterhärte durch die Stärkung der Zellwände und enzymatischen Aktivitäten im Zellstoffwechsel. Ab dem vierten Blatt kann eine Düngung erfolgen: 250 g Mn/ha (Gerste)/ 150-200 g Mn/ha (anderes Wintergetreide); 50 g B/ha; 30 g Cu/ha.

Benedikt Sokolowski, AGLW, 06623-933207


Beitrag vom 27. September 2019

Nmin-Bodenprobenentnahme 2019

Ab Mitte Oktober werden wieder Bodenproben (Nmin, z.T. Grundnährstoffe, C/N-Verhältnis und Schlämmanalysen) in den durch die AGLW betreuten Gebiete genommen. Nmin-Werte im Herbst geben Auskunft über die N-Ausnutzung der Kulturen.

Benedikt Sokolowski, AGLW, 06623-933207


Beitrag vom 05. September 2019

Ergänzende Verordnung zur aktuellen Düngeverordnung durch das Land Hessen

Auf Grundlage des §13 Abs. 2 der Düngeverordnung hat das Land Hessen zusätzliche Maßnahmen erlassen, um in gefährdeten Gebieten den Eintrag von Stickstoff und Phosphor in Grund- und Oberflächengewässer zu reduzieren. Die vom Land Hessen ausgewiesenen Gebiete sind dem Anhang der Ausführungsverordnung (Anlage AVDüV_2019_08_20) zu entnehmen. Aus dem Beratungsgebiet der Arbeitsgemeinschaft Land- und Wasserwirtschaft sind folgende Gemarkungen bzw. Wasserschutzgebiete (WSG) betroffen:

Gemarkung:   

Leimbach (Heringen (Werra))

Harnrode (Philippsthal)

WSG:  

Hattenbach, Niederaula; Quelle Hattenbach I, Ib und II; WSG-ID 632-104

Rotensee, Hauneck; TB Rotensee (TB Unkengraben); WSG-ID 632-035

Mansbach, Hohenroda; TB Ulstertal; WSG-ID 632-073

Die ergänzenden Vorschriften in den §13 Gebieten beziehen sich im Falle von Leimbach und Harnrode auf die gesamte Gemarkung. Bei den betroffenen WSG sind die Vorgaben lediglich in den WSG einzuhalten.

Nach §13 der DüV sind mindestens 3 Maßnahmen aus dem Paragraphen (§13 Abs. 2 Satz 4 Nr. 1-14) umzusetzen. Im Folgenden werden die drei vom Land Hessen gewählten Maßnahmen/Anforderungen kurz vorgestellt:

  •  13 Abs. 2 Satz 4 Nr. 2

Vor dem Ausbringen organischer Dünger muss deren Gehalt an N und P bekannt und dokumentiert sein (Wirtschaftsdüngeranalysen im Maßnahmenraum „Nord- Osthessisches Bergland“ können über die Umsetzung der WRRL abgerechnet werden)

  •  13 Abs. 2 Satz 4 Nr. 5

Abstandsauflagen zu Oberflächengewässer werden erweitert:

  • 5 Meter Abstand zu Böschungsoberkante, wenn Streubreite > Arbeitsbreite
  • 10 Meter Abstand zu Böschungsoberkante bei Neigung > 10 %
  • bei Neigung > 10 % im Bereich 10 – 20 Meter von Böschungsoberkante Auflagen beachten à unbestellter Acker = sofortige Einarbeitungspflicht; bei Reihenabstand > 45 cm nur bei einer Untersaat oder sofortige Einarbeitung; Reihenabstand < 45 cm nur bei ausreichender Bestandesentwicklung

 

  •  13 Abs. 2 Satz 4 Nr. 12

Der Kontroll-/ Grenzwert im Nährstoffvergleich (NV) auf diesen Flächen liegt bei 40 kg N je Hektar und Jahr

D.h. in diesen ausgewiesenen Gebieten muss ein extra Nährstoffvergleich angefertigt werden.

Für alle Gebiete, die nicht von einer Verschärfung nach §13 betroffen sind, werden die Anforderungen, die die Betriebe erfüllen müssen, um von der Dokumentationspflicht befreit zu sein, gelockert. Betriebe, die:

  • weniger als 30 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche bewirtschaften (nach Abzug von Flächen für Zierpflanzenbau, Baumschulen, etc. sowie Flächen mit ausschließlicher Weidehaltung ohne zusätzliche Düngung)
  • höchstens 3 ha Sonderkulturen anbauen
  • einen jährlichen Nährstoffanfall aus eigener Tierhaltung von max. 110 kg N je Hektar aufweisen
  • und keine zusätzlichen Wirtschaftsdünger aufnehmen,

brauchen keinen Nährstoffvergleich zu erstellen, benötigen keine Wirtschaftsdüngeranalyse und sind auch von der Pflicht entbunden, eine Düngebedarfsermittlung auszufertigen.

Bei Fragen oder Anmerkungen kontaktieren Sie uns.


Beitrag vom 25. Juli 2019

Düngebedarfsermittlung für die Herbstdüngung 2019

Auch in diesem Jahr muss der Düngebedarf im Herbst ermittelt und dokumentiert werden. Dazu stellen wir eine Formular bereit um den Herbst-Düngebedarf ordnungsgemäß zu erfassen. Eine zusätzliche Nmin-Beprobung, um einen Düngebedarf zu belegen, ist nicht erforderlich. Im Zuge des Vertragsverletzungsverfahrens durch die EU gegen Deutschland hinsichtlich der Anpassung der Düngeverordnung wird diese wohl im Frühjahr nächsten Jahres (2020) novelliert zur Gültigkeit kommen. Vor diesem Hintergrund wird das Land Hessen noch in diesem Herbst eine Länderverordnung erlassen, wodurch sich der rechtliche Rahmen ändern könnte.

Stand jetzt (07.2019) gilt nach wie vor: die 30/60-Regelung, die bekannten Sperrfristen, und ein Düngebedarf bei Gerste nach Getreidevorfrucht, zu Winterraps und Zwischenfrüchten (Aussaat bis 15.09).

Dennoch muss die vereinfachte DBE vorliegen, welche Sie in unserem Downloadbereich finden.


Beitrag vom 25. Juli 2019

Strohmanagement

Wird das Stroh nach der Ernte nicht im Betrieb oder anderweitig benötigt, so wird es gehäckselt und verbleibt auf dem Feld. Dabei kommt es vor Allem auf die Verteilung des Strohs an und weniger auf die Häcksellänge. Ziel ist es das Stroh gleichmäßig auf die gesamte Arbeitsbreite zu verteilen. Dies ist besonders bei großen Schnittbreiten problematisch. Durch den Häcksler wird das Stroh angeschlagen und somit leichter zugänglich für Mikroorganismen. Die höchste mikrobielle Aktivität herrscht in den ersten 5 cm des Bodens vor. Sobald das Stroh mit dem Boden in Kontakt kommt, beginnt die Rotte (Abbau der organischer Substanz). Somit sollte die Stoppelbearbeitung zunächst das Ziel haben das Stroh mit dem Oberboden zu mischen, was die Rotte extrem fördert. Unter guten Bedingungen (warm und feucht) schreitet die Strohrotte recht zügig voran, sodass im folgenden Frühjahr noch lediglich 50 % des Ausgangsmaterials vorzufinden ist. Ein weiteres Jahr später sind noch gut 10 % vorhanden. Eine regelmäßige „Strohdüngung“ beeinflusst dadurch die Bodenstruktur und das Bodenleben positiv. Die N-Immobilisierung durch die Mikroorganismen zu Beginn der Strohrotte ist stark abhängig vom C/N-Verhältnis und der Masse des Ausgangsmaterials und beträgt rund 1,5-3 kg N je t Stroh. Diese Immobilisierung des Stickstoffs stellt im Herbst jedoch kein Problem dar, da in den Böden im Maßnahmenraum Nord-Osthessisches Bergland ein Stickstoffüberschuss herrscht (3000-9000 kg N/ha). Unter guten Mineralisationsbedingungen wird noch ausreichend N freigesetzt um Wintergetreidebestände zu versorgen. Allerdings kann die Immobilisation in einigen Fällen zu leichten N-Mangelerscheinungen an den Jungbeständen führen, die jedoch nach kurzer Zeit durch das Wurzeln in tiefere Bodenschichten korrigiert werden.  Im Frühjahr kehrt sich der Prozess dann um, sodass ab diesem Zeitpunkt auch N aus dem Stroh pflanzenverfügbar wird.

 

Nachfolgend einige Kulturen und deren Faustzahlen zum Korn-Stroh-Verhältnis:

 

Getreideart

Kornertrag in dt/ha

Korn-Stroh-Verhältnis

Strohertrag in dt/ha

Weizen

85

0,83

71

Gerste

70

0,95

81

Triticale / Roggen

70

1,00

70

Hafer

60

1,10

66

 

Diese Faustzahlen bilden bloß einen groben Richtwert ab. Je nach Sorte und Wachstumsreglereinsatz kann das Verhältnis zwischen Korn und Stroh variieren.


Beitrag vom 15. Juli 2019

Stoppelbearbeitung

Die Stoppelbearbeitung sollte möglichst rasch nach der Ernte erfolgen, um die vorhandene Restfeuchte im Boden zu nutzen. Dies zeigt sich vor allem in Trockenjahren. Die Ziele einer Stoppelbearbeitung:

  • Der Oberboden ist die biologisch aktivste Schicht des Bodens. Die Erntereste wie Stroh sollten gut mit dem organischen Oberbodenhorizont und Teilen des mineralischen Oberbodens (A-Horizont) vermischt werden, um so die Rotte zu fördern
  • Die Kapillarität wird gebrochen und so zunächst Wasser vor Verdunstung geschützt. Eine zu tiefe Bearbeitung trocknet den Oberboden unnötigerweise aus und verhindert so ein rasches keimen von Ausfallgetreide und Unkraut- und Ungrassamen
  • Ausfallgetreide, Unkraut- und Ungrassamen sollen möglichst schnell zur Keimung gebracht werden, um eine mechanische Bekämpfung im nächsten Arbeitsgang zu ermöglichen

Bei der Stoppelbearbeitung sollte auf eine ausreichende Rückverfestigung geachtet werden. Außerdem ist es von Vorteil, wenn der Boden nicht zu viel Kluten aufweist, da unter solchen Bedingungen Samen schlecht auflaufen. Eine Bearbeitungstiefe von 5 cm ist optimal. Bei großen Strohmengen ist es allerdings schwierig auf dieser Tiefe eine ausreichende Durchmischung zu gewährleisten, sodass man dann etwas tiefer gehen sollte. Ein Problem sind die flachkeimenden Ungräser wie Trespen oder Windhalm, die bei zu tiefem „Vergraben“ nicht mehr keimen. Diese Samen kommen dann erst in einem nächsten Bearbeitungsschritt oder ggf. zur Saat in Keimlage. Die Lebensdauer von diesen Samen ist allerdings begrenzt auf ein bis maximal zwei Jahre, wohingegen Samen des Ackerfuchsschwanzes durchaus zehn Jahre keimfähig bleiben.

Bei der Stoppelbearbeitung nach Raps ist darauf zu achten, dass zunächst eine Ruhezeit von 10-14 Tagen auf dem Acker eingehalten wird. In dieser Zeit findet der Ausfallraps in der gehäckselten Rapsstrohschicht optimale Keimbedingungen vor. Leichter Regen oder Taubildung geben schon ausreichend Feuchtigkeit vor. Nach dem Auflaufen der ersten Welle, sollte die Strohschicht bearbeitet werden. Dabei sollte keine oder nur leichte Bodenbearbeitung stattfinden, um die Dormanz weiterer Samen zu brechen. Ein Arbeitsgang mit Wiesenschleppe, Mulcher, Striegel oder flache Bearbeitung mit Scheibenegge oder Grubber sind ratsam. Man sollte immer im Hinterkopf haben, dass selbst bei optimalen Druschbedingungen zirka 1000 Körner je m² als Verluste auf dem Acker landen. Dieses enorme Samenpotenzial sollte man zu einem möglichst hohen Anteil zum Keimen bringen, denn Rapsdurchwuchs verringert den Rapsertrag und fördert Krankheits- und Schädlingsdruck. Ab einer Bearbeitungstiefe von 3-4 cm wird der Raps „vergraben“.


Beitrag vom 25. Mai 2019

Aktuelle Situation: Wetter

Die gut entwickelten Herbstbestände hungerten zum Teil erheblich im trockenen April. Die ausgezehrten Wasservorräte im Boden konnten im Winter nur unzureichend aufgefüllt werden. Durch Niederschläge seit Ende April konnte das Wachstum nun Fahrt aufnehmen. Nun kommt auch der Dünger zur Wirkung, was wir durch mehrere NitraCheck-Untersuchungen feststellen konnten. Die kühle Phase der letzten Tage (Eisheilige) hat die Bodentemperatur wieder auf rund 9°C in 5 cm (6°C in 20 cm) fallen lassen. Vielerorts hat der Nachtfrost den frühen Mais arg gebeutelt. Die noch jungen Pflanzen (BBCH 12) sind sehr blass und die Spitzen oft nekrotisch abgefroren. Doch bei steigenden Temperaturen in Luft und Boden werden sich die Bestände in den kommenden Tagen wohl wieder erholen.


Beitrag vom 25. Mai 2019

Aktuelle Situation: Getreide

Im Allgemeinen ist zu erkennen, dass jetzt nach den Niederschlägen die Düngung der 2. Gabe voll zur Geltung kommt. Die Höhe der 3. Gabe sollte deshalb realistisch eingeschätzt werden (zirka 30 % der geplanten Gesamt-Düngemenge). Die laut DBE ermittelte Obergrenze muss nicht erreicht werden. Um die Kornfüllung zu fördern sollte in BBCH 39/49 in die Bestände gefahren werden.

Der Winterweizen befindet sich vermehrt in BBCH37 bis 39, die Wintergerste in BBCH 51/53 (Ährenschieben).

Um die Kornfüllung zu fördern, sollte eine Spätgabe im Weizen in BBCH 39/49 fallen. Auf Standorten und in Beständen, wo Qualitätsweizen realisiert werden kann, sollte die Spätgabe gesplittet oder nach hinten geschoben werden um die Proteinbildung im Korn zu fördern (BBCH 51/61 – spätestens Blühbeginn). Dabei sollte dann auf N-stabilisierte Dünger verzichtet werden.


Beitrag vom 25. Mai 2019

Aktuelle Situation: Mais

Wie schon erwähnt, ist der Mais stark gestresst von den niedrigen Temperaturen der letzten Tage. Die Blattspitzen sind zum Teil kaputt gefroren und die Bestände präsentieren sich häufig in einem hellgrünen blassgelblichen Ton. Das Wachstum schien zu stagnieren. Dies ist auf die niedrigen Bodentemperaturen und auf vereinzelte Nachtfröste zurückzuführen. Ein Düngebedarf sollte bei erfolgter Unterfußdüngung oder aber auch bei organischer Düngung nicht zu erwarten sein. Zu achten ist aber auf eine sichere Versorgung mit Schwefel à ca. 15 kg S/ha.

Eine Versorgung mit Mikronährstoffen im 4-8 Blattstadium kann den gestressten Mais in der weiteren Entwicklung helfen:

Bor 400-500 g/ha
Mangan 300-500 g/ha
Zink 400-500 g/ha

Eine Düngung mit Bor sollte im 4 Blattstadium erfolgen. Die warmen Bedingungen am Wochenende führten dazu, dass auf vielen Schlägen der Mais wieder eine grüne Farbe angenommen und sich gut erholt hat.