Düngerecht

Düngeverordnung

Die neue Düngeverordnung wurde am 01.06.2017 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und ist seit dem 02.06.2017 gültig.

Der Effekt dieser „neuen“ DVO steht aktuell wieder in der Diskussion (Stand 05.03.2019). Die EU fordert eine weitere Verschärfung des deutschen Rechts bis 2020!

Wesentliche Inhalte haben wir nachfolgend für Sie kompakt zusammengefasst:

 

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 Zur Düngebedarfsplanung

Die Düngebedarfsplanung (DBE) ist vor dem Aufbringen wesentlicher Nährstoffgehalte für jeden Schlag, die auch zu Bewirtschaftungseinheiten (BWE) zusammengefasst werden können, zu berechnen (Beispiel im Bild rechts).

Dabei wird sich an die Vorgaben aus der Düngeverordnung gehalten (siehe hierzu in den Anlagen der DVO). Der ermittelte Düngebedarfswert stellt jedoch nur die Obergrenze der Düngung dar, die nicht überschritten werden darf. Basierend auf zahlreichen Praxisversuchen dienen die Richtwerte der AGLW der Vermeidung hoher N-Salden und Nmin-Werte und orientieren sich gleichzeitig am ökonomischen Optimum.

Der Düngebedarfswert ist die Obergrenze der Düngung und keinesfalls ein Richtwert!

Die DBE dient der Dokumentation und muss aufbewahrt werden.

 

 

Extremjahre mit >20% Ertragsabweichung zum Vorjahr, können durch das Vorjahr ersetzt werden, um den 3jährigen Ertragsdurchschnitt zu bilden.

weitere Vorgaben:

 

 

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Zu den Sperrfristen

Grundsätzlich ist eine Düngung nach der Ernte nicht erlaubt. Ausnahmen bilden hier bis zum 01.10:

– zur Zwischenfrucht bei Aussaat bis zum 15.09.

– zu Winterraps

– zu Wintergerste nach Getreidevorfrucht

Eine Gülledüngung zur Gerste muss das letzte Mittel der Wahl sein, da eine solche Düngung komplett ertragsunwirksam ist. 

Die Düngung zu Raps im Herbst, ist nur dann sinnvoll, wenn mein aufgenommener Stickstoff bei der Frühjahresdüngung berücksichtigt wird. 

Den vollständigen Verordnungstext können Sie hier einsehen:

Düngeverordnung (externe PDF-Datei)

 Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

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Stoffstrombilanzverordnung – StoffBilV

 

Ziel der Stoffstrombilanzverordnung ist es, die Nährstoffflüsse für den Gesetzgeber transparenter zu gestalten und nachvollziehbar zu machen. Nährstoffverluste aus der Landwirtschaft sollen verringert und die Einhaltung von Umweltzielen gewährleistet werden.

In Kraft ist die Verordnung seit 2018. Eine Stoffstrombilanz müssen Betriebe erstellen, die folgende Kriterien aufweisen:

1. N-Anfall aus eigener Tierhaltung > 750 kgN pro Jahr    

–> nicht zutreffend, keine Bilanzierung

–> zutreffend, dann:

2. > 50 GV UND > 2,5 GV/ha

–> sollte dies nicht zutreffend sein, der Betrieb aber mehr als 750 kg N als Organik (z. B. Biogassubstrat, Mist, Gülle) aufnimmt = Erstellung Ssb

Die Stoffstrombilanz sieht einen Vergleich der Nährstoffzu- und -abfuhr für den Gesamtbetrieb vor. Entsprechend einer Hoftor- oder Gesamtbilanz werden die Nährstoffmengen erfasst, die zum Beispiel über Dünge- oder Futtermittel in den Betrieb gelangen und die ihn über die Erzeugnisse verlassen. Die Aufzeichnungspflicht für alle Zu- und Abfuhren darf 3 Monate nicht überschreiten. Der Betrachtungszeitraum für die Ssb sollte dem des Nährstoffvergleiches entsprechen. Da dies in der Regel das Düngejahr ist, startet meine Aufzeichnungspflicht im Juli 2018 und endet im Juni 2019. Ab diesem Zeitpunkt wird eine Frist von 6 Monaten gewährt, um die Ssb zu erstellen, sodass man im Dezember 2019 eine fertige Ssb aufweisen muss.

(Der Entwurf der Stoffstrombilanzverordnung ist am 22. September 2017 im Bundesrat behandelt wurden. Am 1. Januar 2018 ist die Verordnung in Kraft getreten.)

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Novellierung des Hessischen Wassergesetzes

In Kraft seit Anfang Juni 2019

Innerhalb eines 4m Gewässerrandstreifens ab der Böschungsoberkante darf kein Dünger und kein PSM eingesetzt werden. Dies gilt auch für den Einsatz von Exaktstreuern und für PSM, die sonst keine Gewässerschutzauflagen besitzen. Außerdem soll ab 2022 auf diesem Streifen ein Pflugverbot gelten, um den Eintrag von Boden und Schwebstoffen in Oberflächengewässer zu minimieren.

„Bei Aufgabe jeglicher landwirtschaftlicher Nutzung von Ackerflächen in einem Bereich von vier Metern entlang eines Fließgewässers soll ab 2022 ein angemessener Geldausgleich bereitgestellt werden. „Die Landwirtschaft leistet einen großen Beitrag zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie und ist beim Gewässerschutz ein wichtiger Partner des Landes. Wir arbeiten daran, dass ein Förderprogramm für Gewässerrandstreifen im Rahmen der Agrarumweltmaßnahmen auch in der kommenden Förderperiode der GAP nach 2020 zur Verfügung stehen wird“, versicherte Umweltministerin Priska Hinz.“

(Quelle: https://umwelt.hessen.de/pressearchiv/pressemitteilung/neues-hessisches-wassergesetz-hwg-sorgt-fuer-verbesserung-im-gewaesserschutz)

Häufig stellt sich die Frage, welche Gewässer von dieser Regelung betroffen sind? – Hier zunächst der Hinweis einen Blick in den WRRL-Viewer des  Landes Hessen zu werfen.

http://wrrl.hessen.de/mapapps/resources/apps/wrrl/index.html?lang=de

Alle Gewässer, welche hier hinterlegt sind, sind von oben genannter Regelung betroffen. Bei weiteren Fragen oder in Zweifelsfällen ist die Untere Wasserbehörde zu kontaktieren.

Philipp Pfister,  AGLW, Tel.:06623 933207

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