Pflanzenbau 2021

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Beitrag vom 22. November 2021

Hinweise zur Befallssituation mit Feldmäusen

Im Herbst 2020 war die Population der Feldmäuse regional sehr stark angestiegen. Passend zur Situation half die Witterung mit: Es war ein glücklicher Umstand, dass der Winter zunächst schneefrei und der Januar recht nass war; in der Folge ist die Feldmauspopulation verbreitet eingebrochen. Aktuell ist die Besiedlung der Winterungen mit den Nagern eher auf niedrigerem Niveau einzuschätzen; die Tiere haben sich mit Beginn der Kurztagbedingungen kaum noch vermehrt. Die Bekämpfungsschwelle für Getreide z. B. ist deshalb im Winterhalbjahr (80-128 Mäuse/ha) höher eingestuft als im Mai (80-96 Mäuse/ha). Die Besatzdichte lässt sich mit der Lochtretmethode (wieder geöffnete Löcher /250m² (Rechteck von ca.16 x 16 m abstecken)) abschätzen. Eine Maus öffnet innerhalb von 24 h durchschnittlich 2,5 Löcher, da sie etwa alle 2-3 h zum Fressen an die Oberfläche kommt. Grundsätzlich empfiehlt sich, die Bestände am Ende des Winters zu beurteilen um dann bei Überschreiten der Bekämpfungsschwelle gezielt zu reagieren. In der Regel brechen hohe Feldmauspopulationen, wie oben geschildert, zuvor in der nasskalten Jahreszeit zusammen. Vor dem Einsatz von Ködern sind z. B. nachfolgende Bestimmungen sorgfältig zu beachten: Keine Anwendung in FFH - und Vogelschutzgebieten; zeitlich befristete Anwendung bis zum 1. März in Gebieten wo Hamster, Birkenmaus, Haselmaus vorkommen. Köder beim Auslegen tief in die Gänge einbringen - Löcher auf keinen Fall zutreten; die Köder werden ansonsten beim Wiederöffnen der Gänge mit Erde vermischt!

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 15. November 2021

Landwirtschaftliche Hinweise zur Einwinterung der Pflanzenschutzspritze zum Vorratsschutz und zur Sachkundefortbildung

Vor Einwinterung die PS-Spritze sowohl innen als auch außen gründlich reinigen; dies auf dem Feld durchführen - keinesfalls auf versiegelten Flächen - Einträge von PSM in Kanal- o. Oberflächengewässer sind auszuschließen! Für eine ausreichende Winterfestigkeit alle flüssigkeitsführenden Bauteile restlos entleeren! Einfacher u. schneller geht´s, wenn das Gerät mit Kühler-Frostschutzmittel befüllt wird. Bei laufender Pumpe einige Liter einer Mischung aus Frostschutzmittel + Wasser (Konzentration lt. Gebrauchsanleitung) in den leeren Behälter geben u. durch Betätigen aller Schaltventile in alle Leitungen fördern. Im Frühjahr die Mischung beim Ablassen auffangen u. im Herbst wiederverwenden. Denken Sie auch an die vorschriftsmäßige und frostfreie Lagerung (> 5°C) der Pflanzenschutzmittel! - dabei auch Zulassungen und ggf. Aufbrauchfristen der Mittel im Blick behalten. Vorratsschutz: Getreideläger regelmäßig kontrollieren; Lagertemperatur messen, ggf. trockne, kalte Luft zum Belüften nutzen!

Aufgrund der anhaltenden Covid 19 Situation sind seitens des LLH weiterhin keine Sachkunde-Fortbildungen vor Ort möglich. Stattdessen wird nach Abschluss einer z.Zt. laufenden Testphase zeitnah ein eLearning-Programm für Landwirtschaft u. Gartenbau mit Beratungsvideos zu verschiedenen Themen im Internet angeboten. Detaillierte Info´s (Anmeldung etc.) dazu demnächst auf der LLH-Homepage. Die 4 stündige Fortbildung kann beim eLearning auch abschnittsweise absolviert werden.

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 08. November 2021

Landwirtschaftliche Hinweise zum Anbau von Wechselweizen

Sofern nach spät räumenden Vorfrüchten (u.a. Körnermais, Rüben) noch die ein oder andere Fläche mit Weizen zu bestellen ist, sollten nur spätsaatveträgliche Sorten (z.B. Asory (A), JB Asano (A), RGT Reform (A), Campesino (B), Informer (B), KWS Donovan (B), Elixer (C)) mit mind. 400-450 KK/m² gesät werden. Bei noch späteren Saatterminen abwägen, ob es nicht sinnvoller ist eine Wechselweizensorte zu säen (u.a. A- Sorten Quintus, Licamero, KWS Mistral). Der Vorteil dieser, i. d. R. mit guter Winterhärte ausgestatteten Sommerweizensorten, besteht darin, dass die sehr späte Herbstsaat (ab Mitte/Ende November) einer Aussaat im Frühjahr ertraglich überlegen ist. Wenn die Befahrbarkeit gegeben ist und die Temperaturen nachts um den Gefrierpunkt liegen, können nach wie vor Herbizidmaßnahmen durchgeführt werden.

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 01. November 2021

Landwirtschaftliche Hinweise zur Bekämpfung von Gräsern im Raps

In vielen Rapsbeständen haben sich in den vergangenen Wochen Ungräser ausgebreitet. Oft setzen Betriebe bei der Gräserbekämpfung auf den späten Einsatz von propyzamidhaltigen Produkten wie Kerb o. Milestone. Der Wirkstoff Propyzamid wirkt über den Boden und ist ein wichtiger Baustein zum Ausschalten von Ungräsern (Trespe, Afu, Windhalm, Weidelgras). Allerdings ist der Wirkstoff auch in diesem Jahr kaum am Markt erhältlich. Für Betriebe die Mittel z. V. haben: Behandlungen möglichst früh morgens (auch bei Frost) durchführen, damit Tau, Reif o. Nebel das Abfließen des Bodenherbizides vom Blatt fördern; höhere Wassermengen (von 300-350 l/ha) unterstützen dies ebenfalls. Auch Niederschläge während bzw. zeitnah nach der Anwendung sichern Wirkung ab - ansonsten besteht das Risiko, dass der Wirkstoff auf dem meist üppigen Blattapparat liegen bleibt. Beim Einsatz von Kerb u.a., bzw. Milestone (auch Kamille, Mohn, Kornblume) müssen Bodentemperaturen langfristig unter 10° C liegen! Bedingungen sind z. Zt.  noch nicht gegeben: Deshalb Behandlungen noch hinausschieben. Milestone nur einsetzen, wenn kein Runway im Herbst appliziert wurde. Sind stark bestockte Gräser vorhanden, ggf. 50% der Aufwandmenge eines blattaktiven Gräsermittels zumischen (z. B. Agil, Gallant Super u.a.) Sofern Kerb o. Milestone nicht zu beziehen sind, den späten Einsatz vom Focus Ultra Pack prüfen (weitestgehend unabhängig von Temperatur; eine sichere Benetzung der Ungräser muss aber gewährleistet sein!). Ansonsten Maßnahme zum Beginn der Vegetation im Frühjahr (Raps darf Gräser dann noch nicht abdecken) mit blattaktiven Mitteln durchführen.

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 18. Oktober 2021

Hinweis zur Herbstdüngung

Auf Flächen, die eine Herbstdüngung nach den gesetzlichen Vorgaben bekommen haben, muss auch eine Düngebedarfsermittlung für den Herbst vorliegen. In diesem Fall darf eine aufgebrachte Menge von maximal 30 kg Ammoniumstickstoff pro Hektar oder 60 kg Gesamtstickstoff pro Hektar nicht überschritten werden. Zudem muss die aufgebrachte N-Menge in voller Höhe der Anrechenbarkeit in der Frühjahres DBE berücksichtigt werden. In eutrophierten Gebieten muss eine Analyse des Wirtschaftsdüngers vorliegen (nicht älter als 2 Jahre). Außerdem vergrößern sich hier die Abstände zu Gewässern.

AGLW, 06623 933420


Beitrag vom 11. Oktober 2021

Pflanzenschutz

Am 08.09.21 sind Änderungen in der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung und dem Bundesnaturschutzgesetz in Kraft getreten. Die Abstandsauflagen für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln an Gewässern mit wasserwirtschaftlicher Bedeutung betragen 10 m zur Böschungsoberkante. Bei der Anlage von einem dauerhaft begrünten 5 m breiten Streifen ab der Böschungsoberkante verringert sich der Abstand auf 5 m. Dieser Streifen darf nur einmal in 5 Jahren bearbeitet werden. Herbizide aller Art und Insektizide B1-B3 sind in nationalen Schutzgebieten und FFH-Gebieten verboten. Vogelschutzgebiete sind von der Regelung ausgenommen u. in FFH-Gebieten gelten die Auflagen für Ackerland erst ab 2024. Der Einsatz von glyphosathaltigen Mitteln ist für eine Spätbehandlung vor der Ernte sowie in Naturschutz- und Wasserschutzgebieten nicht mehr zulässig. Außerhalb dieser Gebiete ist ein einmaliger Einsatz zur Stoppel- od. Vorsaatbearbeitung in Mulch- und Direktsaatverfahren erlaubt. Bei der Wendenden Bodenbearbeitung außerhalb der erosionsgefährdeten Gebiete (CC1, CC2) nur bei einem Nachweis von Problemunkräutern.

AGLW, 06623-933 420


Beitrag vom 11. Oktober 2021

Mikronährstoffe

Die Jugendentwicklung von Zwischenfrüchten, Gerste und Raps ist vielerorts noch zögerlich. Mit dem Einsatz von Mikronährstoffen kann die Vitalität und Winterhärte noch gefördert werden, ohne die Kosten unverhältnismäßig nach oben zu treiben. Mn erhöht die Winterfestigkeit, die Widerstandskraft gegen Krankheiten und fördert die Photosynthese. Auch Kupfer steigert die Winterhärte durch Stärkung der Zellwände und enzymatischen Aktivitäten im Zellstoffwechsel. - 250 g Mangan/ha (Gerste, 150-200 g andere Wintergetreide); 50 g Bor/ha; 30 g Kupfer/ha – Raps: 300 g Bor/ha

AGLW, 06623-933 420


Beitrag vom 04. Oktober 2021

Landwirtschaftliche Hinweise zur Ampferbekämpfung

Der Spätsommer/beginnende Herbst bietet noch günstige Bekämpfungstermine von Ampfer. Zur Überwinterung verlagern die Pflanzen jetzt Nährstoffe in ihre Wurzeln; die Wirkstoffe angewandter PSM werden dadurch mit in den Wurzelbereich transportiert. Bekämpfung am Besten im Rosettenstadium durchführen, d.h. es sind noch möglichst viele intakte Blätter vorhanden. Blütenstängel sollten noch nicht geschoben haben. Bei nur wenigen Ampferpflanzen ist die Behandlung einzelner Pflanzen sinnvoll, bei stärkerem Besatz ist eine Flächen- bzw. Teilflächenbehandlung nötig. Eingesetzt werden können Harmony SX (kleeschonend), Simplex, Ranger o. Lodin. Nachsaaten einplanen um entstandene Narbenlücken zu schließen.

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 9072573


Beitrag vom 27. September 2021

Beim Auflauf der Saat auf Blattläuse achten!

Blattläuse treten u.a. als Vektoren, als Überträger von Viren Gelbverzwergungsvirus) auf; deshalb auflaufendes Wintergetreide, möglichst an sonnigen Tagen in der Mittagszeit, auf Blattlausbefall kontrollieren – Läuse erscheinen dann als Schatten auf den Getreideblättern. Bevorzugt werden leichte Böden mit Südhanglage; findet man problemlos Blattläuse (Bekämpfungsschwelle: 10 % befallene Pflanzen), die ggf. schon mit der Koloniebildung begonnen haben, sollte Pyrethroid eingesetzt werden. Insektizid nicht prophylaktisch zum Herbizid zumischen, sondern, sofern notwendig (nicht bei niedrigem Besatz und eher kühler Witterung) frühestens im 2-3 Blattstadium. Weitere Bekämpfungsmöglichkeiten: Unterbrechung der „Grünen Brücke“ - konsequente Bekämpfung von Ausfallgetreide und Frühsaaten vermeiden (gilt vor allem für günstige Standorte).

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 20. September 2021

Landwirtschaftliche Hinweise zum Herbizideinsatz im Getreide

Bei der Unkrautbekämpfung stehen Ungräser (Fuchsschwanz, Windhalm u. Trespe) im Vordergrund. Nutzen Sie ackerbauliche Möglichkeiten um den Gräserdruck bereits vor der Saat zu reduzieren (z.B. Scheinsaat, Frühsaaten vermeiden). Vor dem Einsatz bodenwirksamer Herbizide muss das Saatbett gut abgesetzt sein – ggf. walzen!  Frühe Behandlungen im VA wirken i.d.R. sicherer als späte, vorausgesetzt der Boden ist für diese Mittel feucht genug. Werfen Sie einen Blick in Ihre Schlagkartei bevor Sie sich für ein Präparat bzw. eine Tankmischung entscheiden: dort haben Sie notiert welche Präparate in der Vergangenheit eingesetzt worden sind. Sie können so Wirkstoffklassen im Rahmen des Resistenz-managements über die Fruchtfolge wechseln. Haben Sie bei der Fruchtfolgeplanung berücksichtigt keine Wintergerste auf stark mit Trespen verunkrauteten Schlägen anzubauen? – dort gibt es keine ausreichenden Lösungsansätze!  Der Wirkstoff Flufenacet ist Basis für eine erfolgreiche Gräserbekämpfung: wichtig ist ein früher Einsatz im VA bis zum Spitzen des Getreides u. eben Bodenfeuchte. Ackerfuchsschwanz damit spätestens zum Auflaufen (das kann schon vor dem Spitzen des Getreides sein) bekämpfen. Sind Gräser bereits aufgelaufen, ggf. blattaktiven Wirkstoff (CTU) zumischen (auch gegen Kamille + Kornblume) – Sortenverträglichkeit WW beachten! Sonstige blattaktive Präparate (u.a. Axial, Traxos/Sword) vorrangig für`s Frühjahr vorsehen; auf Sulfonylharnstoffe jetzt im Herbst möglichst verzichten. In früh aufgelaufenen Saaten auf Blattläuse achten! Detaillierte Empfehlungen erhalten Sie über Beratungsempfehlungen u. Beratungsfaxe des LLH sowie über den Warndienst des Pflanzenschutzdienstes.

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 13. September 2021

Landwirtschaftliche Hinweise zu Getreidebeizen

Das Beizen von Getreide verhindert die Ausbreitung von samenbürtigen Krankheiten; deren Sporen gelangen in die geöffnete Getreideblüte und infizieren dort den Embryo. Keimt das Korn, dringt der Pilz in den Keimling ein und wächst nicht sichtbar in der Pflanze mit. Erst zum Ährenschieben sind dann die Schadsymtome von Flug- oder Steinbränden o.ä. zu sehen. In geprüften Anlagen beizen, um einen geringstmöglichen Abrieb zu gewährleisten. Mit u.a. EfA (Schwäche Schneeschimmel), Landor CT, Orius Universal, Rubin TT sowie Rubin Plus und Vibrance Trio (beide mit Carboxamid und physiologischer Wirkung) stehen Präparate mit unterschiedlichen Wirkungsbereichen zur Verfügung. Auf Standorten mit erhöhten Risiko für Schwarzbeinigkeit (u.a. Getreidevorfrucht, Frühsaat) kann vorbeugend zusätzlich mit Latitude (außer Roggen) gebeizt werden.

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 13. September 2021

Landwirtschaftliche Hinweise zur Situation im Raps

Bis vergangene Woche wurde noch Raps gesät. Trotz reichlicher Niederschläge Ende August läuft davor gesäter Raps nicht immer gleichmäßig auf. Fast überall sind bereits Schadsymptome des Rapserflohs zu sehen – z.T. so stark, dass die Schadschwelle hier und da erreicht wurde. Bei starkem Konkurrenzdruck von Ungräsern oder Ausfallgetreide blattaktive Gräsermittel zeitnah einplanen. Mögliche Tankmischungen mit NA-Herbiziden (u.a. Belkar+Synero, Gajus+Runway) oder Insektiziden vorher prüfen! Schnecken: Flächen regelmäßig kontrollieren; nasse Kartoffelsäcke/Folien mit einigen Schneckenkörnern darunter auslegen. Bekämpfungsrichtwert: 1-2 Schnecken pro Folie und Tag.

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736

 


Beitrag vom 06. September 2021

Hinweise zur Ungrasbekämpfung: Scheinsaat zur Reduzierung von Ungräsern

Nicht ausreichende Wirkungen von Gräserherbiziden lassen den Samenvorrat der Gräser im Boden weiter anwachsen. Ziel der Bodenbearbeitung ist es, möglichst viele dieser Samen zum Auflaufen zu bringen und dann zu beseitigen. Neben der normalen Stoppelbearbeitung, kann dieser Effekt durch eine Scheinsaat erreicht werden; auf kritischen Standorten legt man ca. 14 Tage vor dem eigentlichen Saattermin ein falsches Saatbett an; der Acker präsentiert sich, als ob man tatsächlich eine Aussaat durchführen will. Bei trockenen Bedingungen auf eine gute Rückverdichtung des Saatbeetes achten! Die Beseitigung des Aufwuchses: mechanisch durch möglichst flache Bearbeitung, um nicht weitere Samen zum Keimen anzuregen; chemisch: 2-3 Tage vor der Getreideaussaat Ungräser mit 1000 g/ha Glyphosat-Wirkstoff ausschalten.

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 30. August 2021

Ausbringung von Festmist

Laut DüV ist die Ausbringung von Festmist von Huf- und Klauentieren nach der Ernte erlaubt. Sperrfrist ist von 01.12.-15.01 bzw. 01.11.-30.01 (rote Gebiete). Das Ausbringen von Festmist eignet sich im Herbst, da Stickstoff hier hauptsächlich organisch gebunden vorliegt und die niedrigen Temperaturen zu weniger Mineralisierung führen (geringer Auswaschung). Die 30/60-Regelung findet bei Festmist keine Anwendung. Die aufgebrachte N-Menge im Herbst muss zu 10 % im Frühjahr berücksichtigt werden. Wir empfehlen jedoch die ausgebrachte Menge mit 25 % anzurechnen. Analysen, die der AGLW vorliegen, zeigen durchschnittliche Gehalte für Rindermist in kg/t: N 6, P2O5 3, K2O 10. Bis jetzt gibt es keine Vorgabe über eine Einarbeitungsfrist (anders bei flüssigen Wirtschaftsdüngern).

AGLW, 06623/933420


Beitrag vom 30. August 2021

Hinweise zur Kontrolle des Erdflohs und Beratungsempfehlungen

Einige früh gesäte Rapse laufen bereits auf. Kontrollieren Sie die Keim- u. Laubblätter auf Lochfraß. Bei mehr als 10% gefressener Blattmasse ist eine Bekämpfung des Erdflohs anzuraten; Gelbschalen aufstellen. Wenn innerhalb von 3 Wochen etwa 50-75 Käfer in den Gelbschalen zu finden sind, ist ebenfalls eine Bekämpfung angeraten. Gleichzeitig auf Befall mit kleinen schwarzen Larven der Rübsenblattwespe achten. Rapssaaten auch regelmäßig auf Schleim- u. Fraßspuren von Schnecken kontrollieren! Die aktuellen Beratungsempfehlungen für den Pflanzenbau im Herbst sind ab dieser Woche erhältlich; sie sind über die Webseite des LLH unter https://llh.hessen.de/beratungsempfehlungen/ für 10 € (zzgl. 3 € Versand) auf Rechnung zu beziehen o. senden Sie eine E-mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

K.-H. Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 23. August 2021

Beisaaten im Raps

Ziele: N-Fixierung durch Leguminosen, Bodenleben fördern, Humusaufbau u. die damit verbundenen Effekte (z.B. Wasserinfiltration u. -haltefähigkeit, CO2-Fixierung), Erosionsschutz, Unkrautunterdrückung, reduzierter Schädlingsdruck. Im Raps wurden hierzu 2021 Versuche betreut. Es wurde eine Mischung aus Alexandrinerklee, Rot- u. Saatwicke ausgebracht. Die Ausbringung erfolgte in einem extra Arbeitsgang vor der Rapssaat (dieser zusätzl. Aufwand sollte reduziert werden). Es wurde eine N-Fixierung vor Winter von 30 kg N/ha angenommen und die betriebsübl. Düngung um 30 kg N/ha reduziert. Nach Ertragsmessungen wurde kein Unterschied zu den betriebsüblichen Varianten festgestellt. Die Wirtschaftlichkeit (Saatgutkosten ca. 70 €/ha) muss aber noch weiter beobachtet werden, zumal es auch schwierig ist die positiven Nebeneffekte monetär zu bewerten.

AGLW 06623/933-420, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Beitrag vom 23. August 2021

Hinweise zur Schneckenkontrolle

Gesäte Rapsflächen regelmäßig kontrollieren: Nasse Kartoffelsäcke/Folien mit einigen Schneckenkörnern darunter auslegen. Bei Befall sofort handeln u. Flächen abstreuen! Zur Verfügung stehen Sluxx HP u. Ironmax Pro als Eisen III-Phosphate sowie u.a. Präparate mit dem Wirkstoff Metaldehyd: Arinex, Patrol Metapads G2, Delicia Schnecken-Linsen, Metarex, Metarex INOV, Mollustop u.  Limares Techno. Streutabellen im Internet bei den Produktbeschreibungen der Präparate einsehen. Körner/m² nach Angaben des Herstellers ausbringen: Erfahrungsgemäß 35 Körner/m² nicht unterschreiten (sofern Zulassung dies ermöglicht)! Angegebene Aufwandmengen nicht reduzieren, da die Lockwirkung sonst wegen zu großem Köderabstand nachlässt!

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 16. August 2021

Wintergerste Sorten und Anbau 2021

Bei der Wintergersten-Aussaat sollte auf Sorten gesetzt werden, die neben einer guten Ertragsleistung und Vermarktungsqualität auch Ertragssicherheit bieten. Die positiven Ertragserwartungen wurden am Ende enttäuscht. Durch die Niederschläge vor der Ernte kam es vielerorts zu einem verstärkten Halmknicken. Ramularia-Blattflecken waren die dominierende Blattkrankheit. Standortüblichen Wachstumsregler- und Pflanzenschutzapplikationen konnten die Bestände vor einem massiven Ertragseinbruch bewahren Zur Aussaat 2021 werden die mehrzeiligen Sorten Journey, Melia und Mirabelle empfohlen. Überdurchschnittliche Ertragskonstanz und Blattgesundheit kann auch die Hybridsorte Jettoo vorweisen. Die Aussaatstärke ist bei Hybridsorten um ca. ein Drittel geringer. Aufgrund der höheren Kosten des Saatguts sollte die Wirtschaftlichkeit überprüft werden. Zur Probe empfehlen sich Esprit und Teuto. Im zweizeiligen Sortiment erhalten KWS Infinity und KWS Moselle eine Empfehlung, Bordeaux und SU Celly werden für den Probeanbau empfohlen. Die Aussaat nicht zu früh durchführen und auf ein gut abgesetztes Saatbett und eine gute Bodenstruktur achten.

Lars Klingebiel, LLH Eichhof, 06621/922841


Beitrag vom 09. August 2021

Landwirtschaftliche Hinweise zum Herbizideinsatz im Winterraps

Herbizidstrategie im Raps richtet sich nach Leitverunkrautung; es kann Sinn machen, VA – und NA-Verfahren zu kombinieren. Clomazonehaltige Produkte (z.B. Clomazone 360 CS, Gamit 36 AMT) haben im VA, dort wo die Auflagen passen, gegen Rauken u. Kreuzblütler ihre Stärken. Basis für clomazonefreie Lösungen sind metazachlorhaltige Präparate (div. Butisan-Präp.) unmittelbar nach der Saat - vor Allem wenn Probleme mit Kreuzblütlern zu erwarten sind! Bei Verunkrautung ohne Storchschnabel eignen sich Butisan o. Fuego Top – Wirkstoffmenge beachten! Ein breites Unkrautspektrum, incl. Storchschnabel, decken z.B. Spritzfolgen mit Butisan Gold + Runway + Fox  oder + Belkar ab. Als Lösungen für den NA bieten sich z.B. Belkar + Synero o. Gajus + Runwa an. Bei Belkar auf Mischpartner achten!

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 02. August 2021

Raps Sorten- und Anbau 2021

Die Ernteergebnisse der Landessortenversuche (LSV) Raps liegen noch nicht vor. Orientierung für die Aussaat 2021 bieten die mehrjährigen Ergebnisse der LSV, die auch die Basis der Sortenberatung des LLH darstellen. Für die standortspezifische Sortenwahl ist neben der Ertragshöhe die Ertragsstabilität ein wichtiges Kriterium. Eigenschaften, welche die Ertragskonstanz mit beeinflussen sind die Winterhärte, Standfestigkeit, Saatzeitflexibilität, sowie die Krankheitsanfälligkeit. Für die Marktleistung ist der Ölgehalt von Bedeutung. Zur Aussaat 2021 werden die Liniensorte Arabella sowie die Hybriden Architect, DK Exception, DK Expansion, Puzzle sowie Trezzor empfohlen. Zweijährig geprüft und damit zur Probe empfehlen sich Ludger und Smaragd. Ein Anbau kohlhernie-resistenter Sorten sollte nur auf Befallsflächen erfolgen.

Lars Klingebiel, LLH Eichhof, 06621/922841


Beitrag vom 02. August 2021

Hinweise zu Rapsbeizen

Nach dem Wegfall der Neonicotinoid - Beizen gibt es seit längerer Zeit wieder neue Zulassungen bei den Rapsbeizen. Lumiposa (Cyantraniliprole) hat in Deutschland die Zulassung bis 2027 erhalten. Die Beize wirkt gegen die kleine Kohlfliege; die Zulassung gilt auch gegen Raps- u. Kohlerdfloh. Bei hohen Druck wird die Wirkung allerdings nicht ausreichen – auflaufende Rapsbestände deshalb regelmäßig kontrollieren, ggf. handeln!  Weiterhin kann Saatgut mit dem Insektizid Buteo Start gesät werden; die Wirkung gegen Erdfloh ist in etwa vergleichbar mit Lumiposa. Die Wirkung von Integral Pro gegen Kohlfliege u. Erdfloh ist, im Vergleich zu den beiden zuvor genannten Produkten noch schwächer einzustufen. Im Bereich der fungiziden Beizen stehen DMM, Scenic Gold (in anderen EU-Staat zugelassen) und Vibrance OSR z.V.

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 26. Juli 2021

Hinweise zu Zwischenfrüchten

Beim Anbau von Zwischenfrüchten die Fruchtfolge beachten! Für einen gelungenen Zwischenfruchtanbau müssen die angebauten Arten zur Fruchtfolge des Betriebes passen. Bei Auswahl von Arten o. Mischungen darauf achten, dass Krankheiten und Schädlinge (z.B. Kohlhernie o. Sklerotinia bei Raps), die die Hauptfrüchte schädigen können, nicht durch Zwischenfrüchte gefördert werden; zudem dürfen diese nicht selbst zum Unkrautproblem in der Hauptfrucht werden. In Rübenfruchtfolgen z.B. sind Buchweizen u. Phacelia schwer zu bekämpfen! Ein an die Fruchtfolge gut angepasster Zwischenfruchtanbau fördert Gesundheit, Ertrag und Qualität der Hauptfrucht. Auch auf ein sicheres abfrieren der Arten achten! Weitere Details und Aspekte zu diesem Thema im LLH - Beratungsfax Nr. 38 vom 14. Juli.

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 26. Juli 2021

Änderung bei den ökologischen Vorrangflächen (Zwischenfrüchte)

Bis zum 01. Oktober 2021 besteht noch die Möglichkeit, Änderungen bei den für das Jahr 2021 beantragten ökologischen Vorrangflächen vorzunehmen. Dies betrifft allerdings ausschließlich die Aussaat von Zwischenfrüchten mit einer Kulturpflanzenmischung. Sofern insbesondere aus witterungsbedingten Gründen die Zwischenfrüchte auf anderen Schlägen angebaut werden sollen als im diesjährigen Flächenantrag angegeben, kann bis zum vorgenannten Termin noch ein entsprechender Änderungsantrag gestellt werden. Darin sind sowohl die bisher vorgesehenen als auch die stattdessen gewählten Schläge zu benennen. Die Formulare (Antrag auf Modifikation) können im Antragsportal (agrarportal-hessen.de) heruntergeladen bzw. im FD Ländlicher Raum unter Tel.: 06621/87-2221 bestellt werden.

Thomas Krenzer, Fachdienst Ländlicher Raum


Beitrag vom 19. Juli 2021

Landwirtschaftliche Hinweise zur Pflege von Feldrändern

Pflegemaßnahmen von Feldrändern und Rainen dienen dazu, das Einwandern von Ungräsern (u.a.  Trespen) und Unkräutern (z.B. Ackerwinden) in die Kulturfläche zu vermeiden. Bis in die 60er Jahre hinein war die Pflege von Feldrändern durch Beweidung und Mahd als Grünfutter sichergestellt. Seit dem Verschwinden von Betrieben die auf Wegränder und Feldraine als Futterflächen angewiesen waren, werden Feldraine und Wegränder, sofern möglich, abgemäht bzw. abgeschlegelt; das Pflanzenmaterial bleibt am Ort und Stelle liegen. Oft sind die Maßnahmen in den vergangenen Wochen vor dem Aussamen unerwünschter Pflanzen bereits erfolgt. Abschnitte mit weniger problematischen Bewuchs hingegen werden jetzt unmittelbar vor der Ernte, bzw. nach dem Drusch gepflegt. Die landwirtschaftliche Praxis leistet mit diesem Vorgehen einen wichtigen Beitrag zum Erhalt von Artenvielfalt und Lebensräumen für Kleinlebewesen.

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 12. Juli 2021

Hinweise zum Vorratsschutz

Dieses Jahr mal wieder anders - die Ernte verzögert sich – wegen Regen. Noch Zeit die Läger für die Ernte vorzubereiten. Vorratsschädlinge wie Kornkäfer, Motten o Milben verursachen in lagerndem Getreide erhebliche Schäden u. Qualitätsverluste. Um dem Vorzubeugen, vor Einlagerung der neuen Ernte besonders Ritzen, Ecken u. Fugen der Läger u. Fördertechnik mit Besen u. Industriestaubsauger gründlich reinigen. Bereits ein geringer Ausgangsbefall kann zum kompletten Befall der neuen Ernte führen. Vorhandenes Altgetreide nicht mit der neuen Ernte vermischen, sondern auslagern bzw. so lagern, dass es als erstes verfüttert werden kann! Eine zusätzliche chemische Behandlung der leeren Speicherräume (z.B. K‐Obiol EC 25) schafft letzte Sicherheit vor Schädlingen; auch hier gilt: alle Flächen, Ritzen u. Winkel sowie vorhandene Fördertechnik gründlich benetzen. Anwendungshinweise beachten! Auch der Einsatz von Nützlingen (z.B. Schlupfwespen) ist möglich um Schadinsekten zu reduzieren; eine Kombination von Nützlingen u. chemischen Mitteln ist allerdings nicht machbar.

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 24. Juni 2021

Pflegeverpflichtung auf Brachflächen

Brachliegende bzw. stillgelegte Acker- o. Dauergrünlandflächen müssen mind. einmal jährlich ab dem 01. Juli gemulcht o. gemäht werden, damit sie in einem guten landwirtsch. Zustand verbleiben. Werden die Flächen gemäht, muss das Mähgut entweder abgefahren o. zerkleinert u. ganzflächig auf dem Schlag verteilt werden. Eine landwirtsch. Nutzung des Mähguts ist nur bei solchen Brachflächen möglich, die nicht als ökologische Vorrangflächen ausgewiesen sind. Falls bis spätestens 15.11. keine entsprechenden Pflegemaßnahmen durchgeführt werden, verlieren die Flächen den Status der Förderfähigkeit für die Direktzahlungen (Basisprämie, Greening-Zahlung und Umverteilungsprämie).

FD Ländlicher Raum, Hubertusweg 19, Bad Hersfeld, 06621/87-2221


Beitrag vom 21. Juni 2021

Hinweise zu Wirkungsgraden bei der Bekämpfung von Ungräsern

Zurzeit fallen viele Winterungen (sowohl Getreide als auch Raps) auf, die von Fuchsschwanz, Windhalm o. Trespen regelrecht überdeckt werden; dies kann u.U. mit Minderwirkungen der Herbizide zusammenhängen. Bei Ungräsern betrifft dies vor allem Sulfonylharnstoffe (ALS-Hemmer), ist aber auch bei rein blattaktiven Mitteln (ACCase-Hemmer) möglich. Wird die Minderwirkung im Test nachgewiesen, müssen Fruchtfolge u. Herbizidstrategie in der Fruchtfolge überdacht werden. Um diese Biotypen in den Griff zu bekommen, sind Detailinformationen notwendig. Wenden Sie sich, sofern Sie Anwendungsfehler ausschließen können, in Verdachtsfällen (gilt auch für Unkräuter wie Vogelmiere, Kamille etc.) an u. g. Mobilnummer, damit ggf. ein Test eingeplant wird; anhand des Ergebnisses kann eine Behandlungsstrategie erarbeitet werden.

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 14. Juni 2021

Landwirtschaftliche Hinweise des LLH HEF/FD zu Fusarien im Weizen

Während der Blüte kann der Weizen unter günstigen Bedingungen (Niederschlag und Temp. >18°C) mit Fusarium infiziert werden. Anfällige Sorten, der Anbau nach Mais und Weizen in Mulchsaat begünstigen Infektionen. Daher in gefährdeten Beständen bei passenden Bedingungen (Weizen in der Blüte, im Idealfall direkt nach einem Schauer) fusariumbetontes Fungizid fahren (u.a. Osiris, Prosaro, Magnello). Fungizide, die vor 8-10 Tagen eingesetzt wurden, haben keine Wirkung. Gering anfällige Sorten, in unproblematischer Fruchtfolge, die bereits in der vergangenen Woche ein Fungizid erhalten haben, sind ausreichend geschützt - keine Notwendigkeit für weitere Behandlung.

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 14. Juni 2021

Digitale Versuchsfeldführungen des LLH HEF/FD

Seit 14.06.2021 sind die Versuchsfelder der Landessortenversuche ca. 2 Wochen für Interessierte frei zugänglich. Auf den Feldern sind Tafeln mit allg. Informationen zum digitalen Feldtag, zur Witterung und zum Standort aufgestellt. Die Sorten sind beschildert und mit einem QR-Code versehen. Damit können sich Besucher/innen Informationen über eine Audiodatei individuell anhören und sich parallel die Sorten vor Ort anschauen. Versuche gibt`s u.a. in: Korbach - Hof Lauterbach; Fritzlar - Homberg-Mardorf; Bad Hersfeld - Eichhof; Öko-Versuchsfeld in Alsfeld. Zeitgleich informiert eine Videoreihe über neue Getreide-, Raps- und Leguminosensorten; außerdem werden Pflanzenschutz- und Düngungsversuche vorgestellt. Info`s unter: www.llh.hessen.de/digitale-feldfuehrung

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 07. Juni 2021

Hinweis zu Maisbeständen

Die Temperaturen Ende April und zum großen Teil auch im Mai haben das Auflaufen und die Jugendentwicklung gebremst. Bodentemperaturen durchgängig über 8°C wurden erst ab 5.-10. Mai erreicht. Die Lufttemperaturen nachts erreichten ebenfalls erst ab diesem Zeitraum einen Wert > 7°C. Keine optimalen Startbedingungen für den Mais. Dennoch sind keine Kälteschäden zu verzeichnen gewesen. Die jungen Pflanzen erscheinen recht hellgrün, was an der langsamen Wurzelentwicklung und den langsamen Umsetzungsprozessen im Boden liegt. Auch Schwefel muss mineralisiert werden, wodurch auch N-Mangel-Symptome auftreten können (ratsam 20 kg S/ha). Mit steigender Temperatur und Feuchtigkeit werden die Bestände jedoch rasch aufholen. Geplante Herbizidmaßnahmen sollten möglichst die geschwächten Bestände schonen. Mikronährstoffe pushen die Bestände ebenfalls: Bor 450 g/ha, Zink 400g/ha, ggf. S über das Blatt.

AGLW, 06623-933207


Beitrag vom 28. Mai 2021

Hinweise zur pflanzenbaulichen Situation

Mit Erreichen des Fahnenblattes sollte im WW noch vorhandene Spätverunkrautung ausgeschaltet werden. TM mit Fungiziden prüfen, mit Cerone/Camposan nicht möglich! Krankheitsdruck bislang moderat – durch die Niederschläge ist aber mit Infektionen zu rechnen (nach > 36 Std. Blattnässe ist Septoria möglich). Steht Fungizideinsatz gegen Septoria an, vorrangig Kombinationen aus Carboxamid + Azol (+ Strobilurin) einsetzen.  Ziel ist es mit der Maßnahme auszukommen bzw. bis zu einer notwendigen Blütenbehandlung gegen Fusarien abzusichern. Im WW u. Triticale, auf Gelbrost achten – bei Befall sofort reagieren. Abschlussbehandlungen in Triticale u. Roggen ab EC 51 durchführen. Unkraut im Mais erst nach komplettem durchgrünen des Maises bekämpfen.

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 25. Mai 2021

Landwirtschaftliche Hinweise zu Maisherbiziden

Der Auflauf des Maises hat sich auf Grund der niedrigen Bodentemperaturen, trotz der Niederschläge, verzögert; oft erschien er mit rötlich verfärbten Keim-/Laubblättern. Den Herbizideinsatz erst dann durchführen, wenn Mais durchgegrünt ist. Idealer Zeitpunkt einer einmaligen Anwendung von blatt- und bodenwirksamer Herbizidkombination ist das 3-4 Blattstadium des Maises. Nach den Niederschlägen ist mit einem stärkeren Auflauf von Ungräsern, Hirsen und Unkräutern zu rechnen. Auf eine gute Blatt- und Bodenwirkung der Präparate achten! Sind Ungäser/Ausfallgetreide zu bekämpfen, benötigt man Sulfonylharnstoffe wie z.B. Maister, Cato, Task, Kelvin, Arigo, Diniro u.ä. Mittel mit dem Wirkstoff Nicosulfuron innerhalb von zwei Jahren nur einmal auf derselben Fläche einsetzen; bromoxynilhaltige Mittel aufbrauchen!

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 17. Mai 2021

Landwirtschaftliche Hinweise zu Abschlußbehandlungen im Raps und Wintergerste

Durch die aktuelle Witterung ist mit einer hohen Infektionsrate durch Sclerotinia im Raps zu rechnen. Wurde bisher noch kein Fungizid eingesetzt, ist eine zeitnahe Absicherung anzuraten; Fungizid möglichst nah am Infektionszeitpunkt der Sklerotinia, optimal zur Vollblüte, einsetzen. Präparate mit guter Dauerwirkung (u.a. Propulse, Cantus Gold) erreichen etwa 2 Wochen Dauerwirkung. Wenn´s passt abends fahren - Pflanzen sind dann elastischer; empfehlenswert sind mind. 300 l/ha Wasser bei 5 km/h Fahrgeschwindigkeit – damit die Spritzbrühe auch bis zu den Blattachseln kommt. Vor Behandlung Spritze sorgfältig reinigen! Besatz mit Schotenschädlingen liegt z.Zt. unterhalb der Schadschwelle - daher auf Insektizide verzichten. Vor Blütenbehandlung ortsansässige Imker informieren! Viele Wi-Gerstenbestände beginnen z. Zt. mit dem Grannenspitzen. Die Bestände sind weiterhin überwiegend gesund; nur sehr starke Bestände, vorrangig in feuchten Lagen, zeigen mittlerweile Rhynchosporium-Infektionen. Im Anschluss an die unbeständige Witterung, zeitnah mit einer Abschlussbehandlung Erträge absichern; Fungizid-Kombinationen wie Ascra Xpro + Fandango, Balaya+Protendo, Revytrex+Comet o. aber Einzelfungizide wie Elatus Era, Ascra Xpro, Gigant, Jordi bieten sich an. Maßnahmen bieten auch einen umfassenden Schutz gegenüber Zwergrost, Netzflecken – und, bis zu einem gewissen Maß, auch gegen Ramularia. In gesunden Beständen kann Behandlung bis zum BBCH 55-59 hinausgezögern; der Behandlungserfolg gegen Ramularia ist dann sicherer. Max. bis zum Grannenspitzen können Fungizide mit Ethephon-Präparaten kombiniert werden.

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 10. Mai 2021

Aktuelle Situation

Die Maisaussaat läuft. Trotz der kühlen Witterung im April (im Schnitt mit 6°C drei Grad kälter als im langjährigen Durchschnitt, Min:-3,5°C, Max: 22°C) beginnt der Mais zu keimen. Die Bodentemperaturen der letzten Woche liegen zwischen 8-9°C. Wasser ist nach den neuerlichen Niederschlägen verfügbar. Die Wintergetreidebestände befinden sich im Schossen. Eine Versorgung mit Mikronährstoffen zur Ertragssicherung ist auch unter guten Bedingungen anzuraten. Ein latenter Mangel ist äußerlich nicht sichtbar, aber dennoch ertragsmindernd vor allem dann, wenn es zu einer Trockenperiode kommen sollte. Mangan (250 g/ha), Kupfer (150 g/ha) und Bor (75 g/ha) sind am relevantesten. Aber auch Magnesium ist oft im Mangel, besonders wenn die Nährstoffverhältnisse im Boden ungünstig sind (Verhältnis größer 3 K : 1 Mg).

Philipp Pfister, AGLW, Tel.: 06623933207


Beitrag vom 03. Mai 2021

Landwirtschaftliche Hinweise des LLH HEF/FD zur aktuellen Situation

Kühle Witterung verzögert die Rapsblüte weiter; Besatz mit Rapsglanzkäfer in den Knospen i.d.R. aber unter der Schadschwelle. Fungizide im Wintergetreide i.d.R. z.Zt. nicht notwendig. Unkraut- u. Ungrasbekämpfung So-Getreide: die meisten Präparate wirken überwiegend blattaktiv; daher ab dem 3-4 Blattstadium des Getreides Herbizide einplanen. Im Hafer keine Gräserbekämpfung möglich -Concert SX hat allenfalls Nebenwirkung auf Windhalm. In So-Gerste u. So-Weizen stehen außerdem Axial 50 u. Husar Plus z.V. Leguminosen: örtlich tritt stärkerer Befall durch den Blattrandkäfer in auflaufenden Erbsen u. Ackerbohnen auf. Bestände auf Fraßschäden (Buchtenfraß am Blattrand) kontrollieren. Schadschwelle: > 50% Pflanzen mit Buchtenfraß. Bei starkem Befall (Fraß an fast jeder Pflanze) zugelassenes Pyrethroid einsetzen: u.a. Karate Zeon 75 ml/ha, Kaiso Sorbie/Hunter 150 ml/ha.

Karl-Heinrich Claus; 016090725736


Beitrag vom 26. April 2021

Mikronährstoffdüngung

Um die N-Effizienz und Stresstoleranz zu erhöhen ist eine ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen von Vorteil. Mangan begünstigt die Photosynthese und Trockentoleranz. Im Raps 200 g Mn/ha bis zur Blüte, im Getreide 250-500 g Mn/ha (BBCH 32-37). Eine zusätzliche Mangangabe zum Ähren- bzw. Rispenschwellen (BBCH 37-43) fördert TKG und Proteinbildung. Bor fördert unter anderem die Wurzelbildung und Befruchtung. Raps sollte deshalb bis zur Blüte 300 g B/ha (2 x 150 g im Frühjahr) bekommen, Getreide 75-100 g B/ha (50 g BBCH 30-37, 50 g bis BBCH 60). Kupfer ist zellwandstabilisierend und erhöht so die Standfestigkeit (100-250 g Cu/ha bis BBCH 32). Kupfer und Zink (150-200g Zn/ha) besitzen eine positive Wirkung auf die Ähren- und Proteinbildung (Applikation ab BBCH 37), da Kupfer das Pollenschlauchwachstum fördert.

Ph. Pfister, AGLW, Tel.: 06623933207


Beitrag vom 26. April 2021

Hinweise zur aktuellen Situation

In günstigen Lagen öffnen sich 1. Blüten im Raps: die Gefahr durch Glanzkäfer sinkt. Zuflug bisher durch kühle Temperaturen moderat. Notwendigkeit von Insektiziden anhand der Schadschwelle prüfen. Frostrisse bieten Eintrittspforten für Krankheiten, verkorken jedoch zeitnah. Wintergetreide ist in/geht in Schossphase: Wachstumsregl. jetzt, bei 2stelligen Werten u. frostfreien Nächten fahren. Am dringlichsten ist Einkürzung in Gerste u. Roggen. Wi-Ge sortenabhängig im BBCH 31-33 mit Moddus, Prodax o. TM aus Fabulis + Moddus o. Medax-Top behandeln. Im Roggen u.a. TM aus CCC + Modus möglich. Weniger standfeste Weizensorten können i. d. Bestockung mit CCC Vorlage stabilisiert werden. Bestände i.d.R. gesund: keine Fungizide. Maisaussaat: Saatstärke kontrollieren: im Mittel 8 Pfl./m²; trockene Standorte 6 Pfl./m².

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 19. April 2021

Hinweise zur anstehenden Rapsblüte

Steigende Temperaturen und frostfreie Nächte beschleunigen in Verbindung mit den Niederschlägen auch die Entwicklung vom Raps. Der Zuflug von Schädlingen wird wieder zunehmen, daher Gelbschalen neu einrichten und Knospen regelmäßig kontrollieren. Gelbschalen dienen jetzt lediglich noch zur Überwachung des Zuflugs vom Rapsglanzkäfer. Die Schadschwelle selbst durch das Ausklopfen von mind. 15 - 20 Einzelpflanzen ermitteln (Knospen in leere Gelbschale ausklopfen). Anzahl der Rapsglanzkäfer entscheidet über Bekämpfungsmaßnahmen:  5 Käfer/Haupttrieb in schwachen Beständen, 10 Käfer in starken Beständen. Sofern notwendig B4 Mittel (wg. Vorblühern) einsetzen - gilt vorrangig für´s Knospenstadium; wenn etwa 5 % der Blüten offen sind, ist i.d.R. keine Behandlung mehr notwendig. Das Auftreten von Sclerotinia (Weißstängeligkeit) ist witterungsabhängig, kann jedoch nicht prognostiziert werden; gefährdet ist Raps während der Blüte. In engen Rapsfruchtfolgen besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko. Die Vollblüte, 50 % der Blüten sind geöffnet, ist der optimale Termin für die Behandlung. Fungizide möglichst nah an diesem Termin platzieren. TM mit Insektiziden sind zu diesem Termin i.d.R. nicht mehr notwendig! – ist eine Mischung nötig, unbedingt die B-Klasse der Mischpartner beachten! Grundsätzlich abends behandeln, 4-5 km/h, u. mind. 300 l/ha Wasser aufwenden. Landwirte und ortsansässige Imker sollten im Vorfeld miteinander Kontakt aufnehmen! Pflanzenschutzspritze vor Behandlungen im Raps sorgfältig reinigen.

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 12. April 2021

Düngung zur Maisaussaat

Bei der Silomaisdüngung ist, gestützt durch Praxisversuche in der hiesigen Region mit einer N-Düngung von 0,75 kg N/dt TM-Zielertrag zu rechnen. Im Gegensatz zur DüV hat sich gezeigt, dass der aufgenommene Stickstoff von Zwischenfrüchten mit 100% zu berücksichtigen ist. Schwach entwickelte Bestände auf Grund der Wetterbedingungen im Herbst haben trotzdem 20-30 kg N/ha aufgenommen. Bei Ausbringung von organischen Wirtschaftsdüngern zur Saat sollte bei einer zusätzlichen Unterfußdüngung mit Phosphor die P-Gehalte berücksichtigt werden. Bei Böden mit einem Phosphatgehalt von mehr als 20 mg je 100 g Boden (nach CAL-Methode), darf P nur nach Entzug zugeführt werden. Mais hat einen P-Entzug von 0,175 kg P2O5 je dt Frischmasse. Um Schwefelmangel vorzubeugen, bei ausreichender Phosphorversorgung ASS (ggf. NPK+S) Unterfuß düngen.

Ph. Pfister, AGLW Tel.:06623-933207


Beitrag vom 12. April 2021

Landwirtschaftliche Hinweise zur Unkrautbekämpfung im So-Getreide

Ab 3. Blatt können bei günstigen Temperatur- u. Lichtverhältnissen idealerweise Wuchsstoffe (Duplosane: KV, DP, Super) mit einem Mischpartner (Pointer SX, Dirigent SX, Tomigan, Lodin etc.) zum Einsatz kommen. Ariane C ist für Anwendungen über die Bestockung hinaus (auch gegen Disteln) geeignet; U 46 M-Fluid speziell bei Disteln einsetzen - Kamille, Klette, Stiefmütterchen etc. werden nicht ausreichend bekämpft! Der Zusatz von Pointer SX, Pointer Plus (erfasst auch Klette) o. Dirigent SX verbreitert das Wirkungsspektrum u. sichert die Wirkung gegen Disteln ab. Eine ansprechende Breitenwirkung besitzen Omera, sowie Antarktis u. Artus - beide Mittel wegen ihrer griffigen Wirkstoffe in trocknen Beständen einsetzen! Ungräser treten im So-Getreide seltener auf; in Gerste u. Weizen können Axial, Concert u. Husar Plus eingesetzt werden, in Hafer kann nur mit Concert SX gegen Windhalm gearbeitet werden.

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 29. März 2021

Landwirtschaftliche Hinweise zum Herbizideinsatz in Leguminosen

Oberster Grundsatz ist es, die Bestände frei von Unkraut und Ungras zu halten. Erfahrungen mit der mechanischen Unkrautregulierung in Leguminosen haben in den letzten Jahren gezeigt, dass diese bei geringem Unkrautdruck, auf leichten bis mittleren Standorten und unter trockenen Bedingungen möglich ist - optimale Terminierung und Einstellung des Striegels/der Hacke vorausgesetzt. Auf Standorten mit hohem Unkrautdruck, bei ungünstiger Witterung oder in lückigen Beständen ist die mechanische Bekämpfung nicht empfehlenswert. Der Schwerpunkt der chemischen Unkrautbekämpfung liegt im VA. Entscheidend für die Applikation ist es, dass die Kulturpflanze den Boden noch nicht durchstoßen hat. Bei zu späten Behandlungen kann es zu Aufhellungen und zu einem verzögerten Auflauf kommen. In Ackerbohnen muss das Herbizid im VA eingesetzt werden – keine NA-Behandlungen möglich! Bewährt haben sich die Mischungen aus Bandur + Centium 36 CS oder Novitron + Bandur. Bei der Futtererbse gibt es mit Spectrum Plus und Stomp Aqua zwar Möglichkeiten für den NA, die sichere und breitere Wirkung ist aber mit der Vorauflaufspritzung zu erzielen. Hier sind, wie in der Bohne auch, Bandur, Boxer, Centium 36 CS und Novitron DamTec sowie Spectrum Plus und Stomp Aqua zugelassen. Bei Lupinen können im VA Boxer, Gardo Gold, Stomp Aqua, und Spectrum Plus eingesetzt werden. Eine bewährte Mischung ist die Kombination aus Boxer und Stomp Aqua. Bei Anwendung von Boxer und Stomp Auflagen beachten. Gegen Ungräser stehen in allen genannten Kulturen blattaktive Präparate zur Verfügung.

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


 Beitrag vom 22. März 2021

Hinweise des LLH HEF/FD zur allgemeinen Situation Winterraps:

Nachbehandlungen gegen Gräser/Ausfallgetreide - bevor Raps diese abdeckt (vorrangig Focus Ultra) u. gegen Unkräuter (Kamille, Klette, Kornblume, Storchschnabel zeitnah mit Korvetto durchführen. Knospe muss von Blättern noch umschlossen sein! Mischbarkeit zuvor prüfen (z.B. nicht mischbar mit Mospilan, Agil, Bulldock). Spritze zuvor gut reinigen!! Zuflug von Stängelrüßlern wurde bislang nicht überall registriert - deshalb Gelbschalen neu einrichten und bei Temperaturen > 12 °C und sonnigem Wetter weiter kontrollieren. 2. N-Gabe durchführen; dort wo noch keine Andüngung erfolgt ist, komplette N-Menge geben! Getreide: Nachkontrollen auf Gräser- und Unkrautwirkung der Herbstbehandlung durchführen. Beim Herbizideinsatz auf ausreichende Luftfeuchte achten (> 60 %)!

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


 Beitrag vom 08. März 2021

Landwirtschaftliche Hinweise zur allgemeinen Situation

Getreide: nicht alle Herbizidbehandlungen im Herbst haben ausreichende Wirkungsgrade erreicht; Fuchsschwanz ist z.T. durchgegangen. Flächen kontrollieren! Soll auf diesen Flächen noch Gülle oder Mist ausgebracht werden, dies nach dem Herbizideinsatz machen. Nachbehandlungen in Gerste mit Axial so früh wie möglich durchführen. Beim Einsatz von Sulfonylharnstoffen in WW, WR o.TR auf Luftfeuchtigkeit > 60% achten.

Raps: oft ist im Herbst keine Behandlung mit Kerb, Groove, Cohort etc. erfolgt; wenn Gräser vorhanden sind, möglichst Wirkstoffklasse A/DIM (Focus Aktiv Pack) nutzen. Unkräuter: Korvetto, Effigo oder Lontrel/Vivendi sind blattaktiv - gute Benetzung notwendig! Aktuelle Nmin-Werte finden Sie unter llh.hessen.de; Tendenz liegt leicht unter dem langjährigen Durchschnitt.

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 26. Februar 2021

Düngeempfehlung Frühjahr 2021

Durch die neue Düngeverordnung, die seit dem 01.05.2020 gilt, halt sich einiges bezüglich der Düngung verschärft bzw. geändert (z. B. 10%ige Erhöhung der Mindestwirksamkeit von Güllen und Gärresten).  Informationen hierzu können auf unserer Webseite eingesehen werden. Die Nmin-Werte lagen im Herbst letzten Jahres in unserem Beratungsgebiet bei etwa 57 kg N/ha, von denen 65% zum Zeitpunkt der Probenahme auf die ersten 0-30 cm entfielen. Bei den Frühjahrs-Nmin-Werten ist eine Verlagerung in die tieferen Bodenschichten durch die Niederschläge festzustellen. Derzeit zeigt sich das Wetter mild. Trotz der teilweise niedrigen Tiefsttemperaturen mitten Februar sind wenig bis keine Frostschäden aufgrund der schützenden Schneedecke zu beobachten. Die Rapsbestände stehen sehr gut da und haben seit Herbst eine größere N-Menge aufgenommen. Mancherorts zeigen sich Fraßschäden durch Mäuse.  Insgesamt sollten 3,6 kg N/dt Zielertrag beim Raps ausgebracht werden, sowie je dt Ertrag 1 kg S/ha. Bei einer schwachen Bestandesentwicklung ist der angestrebte Ertrag abzusenken. Auf Grund der häufig auftretenden Frühjahrestrockenheiten sollte die  1. Gabe zwischen 50 und 60 kg N/ha liegen. Die S-Versorgung bei der Gerste sollte max. 20 und beim Weizen max. 25 kg S/ha betragen. Gerste kann sich besonders schlecht S aneigneten, weshalb gerade bei dieser Kultur eine S-Mangel häufiger vorkommt. Die S-Düngung erfolgt zum Vegetationsbeginn. Vor Allem bei Trockenheit sollte im Getreide zeitig Mangan in die Bestände (ca. 250 g/ha). Auch 75 g Bor je ha kann Trockenstress reduzieren. Bei Fragen oder für Untersuchungsaufträge können Sie sich gerne bei der AGLW melden.

AGLW 06623/933207, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Beitrag vom 19. Februar 2021

Hinweise zum Winterraps

Bei jetzt ansteigenden Temperaturen Gelbschalen rechtzeitig aufstellen!  Auch wenn die Befahrbarkeit der Flächen in der kommenden Woche nicht gegeben ist, ist es wichtig sich einen Überblick über die Situation zu verschaffen! Gelbschalen in Nachbarschaft zu Vorjahresrapsflächen u. neben Gehölzstrukturen aufstellen. Erfahrungsgemäß ist mit erstem Zuflug zu rechnen, wenn 2-3 Tage Tagestemperaturen über 10-12°C, eine intensive Sonneneinstrahlung und meist Windstille herrschen. Schadschwellen beachten! Um noch eine breite Verunkrautung im Raps auszuschalten Korvetto einsetzen: wichtig: Knospen müssen noch von Hüllblättern umschlossen sein! Mit schwefelhaltigen Stickstoffdüngern den Schwefelbedarf vom Raps (40-50 Kg S/ha) sicherstellen.

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


 Beitrag vom 17. Februar 2021

Landwirtschaftliche Hinweise zur Schwefel (S) - Düngung

Für die anstehende Düngung den S-bedarf der Kulturen und somit auch die passenden N-Mineraldünger einplanen; die Entzüge von Getreide u. Leguminosen (ca (20) -30 kg S/ha) und Raps (etwa 70-80 kg S/ha) werden durch Einträge über die Luft schon lange nicht mehr gedeckt. Raps reagiert mit extremen Mangel. Der Nährstoff ist wichtig für den Proteinaufbau; bei S-mangel verringert sich die Stickstoffeffizienz! Eine Düngung von (30-)50 kg S/ha zu Raps und 20-30 kg/ha zu Getreide als Standardmaßnahme in Kombination mit der N-Düngung einplanen; z.B. Ammonsulfatsalpeter, Piammon, PowerAlzon, Hyfrosulfan. Durch hohe Niederschläge kann S verlagert werden - also keine Vorratsdüngung durchführen! Eine S-min Analyse des Bodens bzw. eine Pflanzenanalyse ermöglichen eine genaue Aussage zur S-Versorgung der Kultur.

S-Form beachten: Sulfat ist sofort pflanzenverfügbar, elementarer Schwefel muss im Boden erst noch in Sulfat umgewandelt werden - ist bei schnell wachsenden Kulturen wie Raps daher ungeeignet. Der Einsatz von Bittersalz über die Pflanzenschutzspritze kann nur als Ergänzung zur Schwefeldüngung gesehen werden!

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 10. Februar 2021

Landwirtschaftliche Hinweise zur Ungrasbekämpfung im Wintergetreide

An Feldarbeiten ist zwar z.Zt. noch nicht zu denken; dennoch für noch ausstehende Behandlungen, bzw. notwendige Nachbehandlungen im Wintergetreide frühe Termine anstreben; bei Bodenherbiziden (u.a. Attribut (nur WW), CTU-Produkte (nur Windhalmwirkung)) neben der Bodenfeuchtigkeit auch Größe der Ungräser beachten: bei mehr als 3 Blättern ist kein ausreichender Wirkungsgrad zu erwarten; genannte Produkte sind ab 5°C möglich. Blattaktive Mittel (Atlantis o. Broadway) unmittelbar nach Vegetationsbeginn, bei wüchsigen Bedingungen einsetzen. Trespenbekämpfung im WW: im Splitting 1. Attribut + AHL, ca. 8 Tage später Atlantis Flex + FHS; im Roggen u. Triticale: Broadway + FHS. Windhalm u. Ackerfuchsschwanz in Wintergerste: nur Axial 50 möglich; ab 4-5° C einsetzbar.

Karl-Heinrich Claus; LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 30. Januar 2021

Anbau von Sommergetreide

Der Anbau von Sommergetreide leistet einen Beitrag zur Stabilisierung von Anbausystemen und verringert den Pflanzenschutz- und Düngungsaufwand. Der Schaddruck von Gräsern und Unkräuter sowie die Gefahr von Herbizidresistenzen werden reduziert. Mehrjährige Versuchsergebnisse sind die Grundlage für die Sortenempfehlungen. Erfolgsversprechende, neuere Sorten werden für den Probeanbau empfohlen. Hafer bevorzugt Standorte mit guter Wasserversorgung, keine flachgründige Böden. Sortenempfehlung: Max, Poseidon, Symphony, Lion, als Probeanbau Delfin. Sommergerste kommt mit trockeneren Verhältnissen besser zurecht, auf ausreichende pH-Werte ist zu achten. Sortenempfehlung: RGT Planet, Avalon, Accordine und Leandra. Sortenempfehlung für Sommerweizen: Quintus, Licamero, KWS Starlight, zur Probe KWS Expectum. Die Sorte Quintus zeichnet sich durch eine geringe Anfälligkeit für Ährenfusarium aus.

Lars Klingebiel, LLH Eichhof, Tel.: 06621/922841


Beitrag vom 25. Januar 2021

Biostimulanzien

Vor dem Hintergrund der Reduzierung der Wirkstoffpallette und den Anforderungen an neue Präparate im Pflanzenschutz in Verbindung mit Restriktionen in der Düngung wächst der Markt im Segment der Biostimulantien stetig. Doch was ist das überhaupt? - Der Europäische Verband der Biostimulanzien-Hersteller EBIC (European Biostimulants Industry Council) definiert die Mittel wie folgt: „Pflanzen-Biostimulanzien enthalten Substanzen und/ oder Mikroorganismen, deren Funktion es ist, nach Anwendung auf Pflanzen oder dem Boden, natürliche Prozesse zu stimulieren und dabei die Nährstoffaufnahme und -effizienz, die Toleranz gegenüber abiotischem Stress sowie die Pflanzenqualität zu verbessern.“

Um eine gewisse Wirkung zu garantieren und den Markt vor „Scharlatanen“ zu schützen, wurden Biostimulanzien in die EU-Düngeprodukte-Verordnung aufgenommen. Dennoch ist eine profitable Anwendung/Wirkung nicht immer gewährleistet. Oft spielen Faktoren wie Zeitpunkt, Wetter oder Technik eine wesentliche Rolle bei der Wirksamkeit. Um diesbezüglich Erfahrungen zu sammeln, hat die AGLW einige Versuche angelegt. Unter Anderem wurden Mykorrhiza-Sporen in den Boden zur Zwischenfrucht- und Maisaussaat eingebracht, um die natürliche Symbiose zwischen Pilz und Pflanze zu fördern. Außerdem wird die Wirkung von Luftstickstoff-fixierenden Bakterien untersucht, die zuvor auf die Pflanzen (Blätter) ausgebracht wurden. Sollten Sie Biostimulanzien in der Anwendung haben und deren Nutzen bewerten wollen, können Sie gerne auf uns zu kommen, sodass die AGLW vegetationsbegleitende Maßnahmen durchführen und auch den Ertrag ermitteln können.

AGLW 06623/933207, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Beitrag vom 05. Januar 2021

Gülledüngung 

Auf Grund der Ertragseinbußen und des Mineralisationsstaus (Trockenheit) kam es im Herbst 2020 zu erhöhten Nmin-Werten. Die Niederschläge im November und Dezember blieben auch hinter dem langjährigen Mittel zurück, sodass eine tiefgehende Auswaschung noch nicht zu erwarten ist. Frühjahres-Nmin-Werte werden darüber Aufschluss geben. Eine zeitige Gabe von Organik ist im Allgemeinen anzuraten, da diese noch gewissen Umsetzungsprozessen unterworfen ist. Dabei sind unten stehende Bedingungen zu beachten (neu). Die Herbstgabe ist voll anzurechnen. Generell hat sich die Ausnutzung der Wirtschaftsdünger um 10% erhöht (neue DüV). Eine aktuelle Analyse ist anzuraten. Mittelwerte aus Untersuchungen, die der AGLW vorliegen in kg/m³ bzw. kg/t: Mastschweinegülle 4,5 N / 2,5 P2O5, Rindergülle 3,7 N / 1,5 P2O5, Rindermist 5,5 N / 3,1 P2O5.

AGLW 06623/933207


Beitrag vom 05. Januar 2021

Ende der Kernsperrfristen

Das Aufbringungsverbot von Festmist, festen Gärrückständen und Komposten endet am 15.01.2021. Für alle anderen Düngemittel mit wesentlichen N-Gehalten, wie Gülle endet die Sperrfrist am 31.01.2021. Darüber hinaus gibt es ein Aufbringverbot, wenn der Boden überschwemmt, wassergesättigt, schneebedeckt oder gefroren ist (auch, wenn er über den Tag auftauen sollte). Auf bestelltem Ackerland muss die Aufbringung streifenförmig oder direkt in den Boden erfolgen. Auf unbestelltem Ackerland ist eine unverzügliche Einarbeitung innerhalb von 4 Std. vorzunehmen. Jede Düngung muss dokumentiert werden mit folgenden Angaben: Feldbezeichnung, Größe, Düngerart und -menge, Menge an Gesamtstickstoff und Phosphat sowie Menge an verfügbarem Stickstoff bei organischer und organisch-mineralischer Düngung.

FD LäRa, 066621-87-2233